Schnupfen Mit Husten: Begleiterscheinungen

Husten, Schnupfen und Ohren zu

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Husten (Tussis) und Schnupfen (Rhinitis) treten gemeinsam meistens im Rahmen einer Erkältung auf. Solche Entzündungen können zu einem Verschluss der Ohrtrompete (Tuba auditiva Eustachii) führen, was eine vorübergehende Schwerhörigkeit nach sich ziehen kann und umgangssprachlich als „Ohren zu“ beschrieben wird. Im Folgenden werden die medizinischen Fakten, die biologischen Zusammenhänge und die Risiken von „zugefallenen Ohren“ in Verbindung mit Erkältungen näher dargelegt. [1][2]

Medizinische Fakten

Die Ohrtrompete (Tuba auditiva Eustachii) stellt die einzige Verbindung des Mittelohrs zur äußeren Umgebung dar. Sie erstreckt sich von der Paukenhöhle (innerer Teil des Mittelohrs) bis in den oberen Rachenbereich (Epipharynx) und dient der Belüftung bzw. dem Druckausgleich des Mittelohrs sowie dem Sekretabfluss aus der Paukenhöhle. Im Ruhezustand ist die Ohrtrompete geschlossen. Beim Schlucken oder Gähnen, kommt es jedoch, durch eine komplexe Aktivierung bestimmter Muskeln (z.B. M. tensor veli palatini) zu einer Tubenöffnung. Im Durchschnitt erfolgt die Öffnung beim wachen Erwachsenen ca. einmal pro Minute und beim schlafenden alle fünf Minuten. In dieser jeweils ungefähr 400ms andauernden Öffnungszeit, werden Druckverhältnisse angepasst und Sekrete aus dem Mittelohr entfernt.[3]

[2] Störungen des Tubensystems führen häufig zu Schwerhörigkeit, Druckgefühl im Ohr, rauschenden oder knackenden Ohrengeräuschen und zu Schmerzen.

Biologischer Zusammenhang

[1, 2] Ins Besondere entzündliche Erkrankungen im Bereich der Nase und des Rachens, wie sie bei Schnupfen und Husten vorkommen, können sich auf die Ohrtrompete ausbreiten. Der Infekt führt zur Anschwellung der Tubenschleimhaut und in weiterer Folge zu einem Verschluss des Tubensystems. Diese Funktionsstörung führt zu einem Unterdruck im Mittelohr und verhindert den Sekretabfluss. Dadurch kommt es wiederum zur Schleimhautanschwellung im Mittelohr, zu einer Flüssigkeitsansammlung in der Paukenhöhle und, bei länger bestehendem Tubenverschluss, zur Retraktion des Trommelfells. Klinisch manifestieren sich diese Vorgänge durch die weiter oben genannten Symptome.

Zu beachten

Häufig kommt es ohne ärztliche Intervention zu einem spontanen Abheilen der Symptome. Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass Viren oder Bakterien durch Ohrtrompete ins Mittelohr gelangen und dort weitere Entzündungen verursachen. Infektionen des Mittelohres können, wenn sie nicht dementsprechend therapiert werden, auch auf das Innenohr übergreifen.[4]

Da durch den Tubenverschluss kein effektiver Druckausgleich möglich ist, sollte auf Aktivitäten wie tauchen unbedingt verzichtet werden.[5]


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen