Schnupfen Verstopfte Nase, chronisch: Begleiterscheinungen

Ständig verstopfte Nase u. Kopfschmerzen

© PantherMedia / Marcin Sadlowski

Eine dauerhaft verstopfte Nase (chronische Rhinitis) wird gelegentlich begleitet von wiederkehrenden, leichten Kopfschmerzen und kann Symptom unterschiedlicher Grunderkrankungen oder Auslöser sein. Als Ursache kommen neben Erregern und Allergenen auch Medikamente, toxisch-irritative Substanzen oder körpereigene Stoffe in Frage.[1]

Nachfolgend werden die medizinischen Fakten, die biologischen Zusammenhänge und mögliche Komplikationen im Verlauf einer chronischen Rhinitis erläutert.

Medizinische Fakten

Eine ständig verstopfte Nase (chronische Rhinitis) wird nach einer Bestehensdauer von über 8 Wochen als chronisch bezeichnet.

Die gängige Annahme, dass eine chronische Rhinitis stets mit vermehrtem Sekretfluss einhergeht, ist nur bedingt richtig. Vereinzelte Unterformen zeichnen sich durch eine trockene, verstopfte Nase aus, oftmals einhergehend mit vermehrter Borkenbildung.

Anders als die behinderte Nasenatmung gehören Kopfschmerzen nicht zwangsläufig zu jeder Unterform der chronischen Rhinitis, wobei Krankheitssymptome nicht bei allen Menschen gleich stark ausgeprägt sind. Sind die Nasennebenhöhlen mit betroffen, so wird aus einer Rhinitis eine Nasennebenhöhlenentzündung (Rhinosinusitis).

Klassische Symptome dieser Erkrankung sind neben der dauerhaft verstopften NaseKopf- sowie Gesichtsschmerzen, welche sich beim Bücken oder Heben verstärken.[2]

Ein kurzer Überblick über die Vielfalt möglicher Auslöser vermittelt einen ersten Eindruck über die tatsächliche Bandbreite der zugrunde liegenden Erkrankungen. Der Gang zum Arzt kann hier, insbesondere bei Andauern der Beschwerden, zur weiteren Abklärung beitragen.

  • Viren, Bakterien und Pilze
  • Umweltschadstoffe (wie Tabakrauch oder Chemikalien)
  • Extreme Dauertemperaturen (Kälte, Wärme)
  • Schwangerschaft, Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), Menopause
  • Medikamente
  • Abschwellende Nasentropfen
  • [2] Allergene (Pollen, Tierhaare u.a.)

Biologischer Zusammenhang

Das Naseninnere ist durch eine Nasenschleimhaut mit Flimmerepithel und aufliegender Schleimschicht ausgekleidet. Neben dem Riechen, Anwärmen und Anfeuchten der Atemluft kommen ihr vor allem die Filterfunktion und die Aufgabe zur lokalen Abwehr zu. Durch lokale Reizungen (s.o.) wird das Immunsystem aktiviert, Abwehrzellen gelangen über die Blutbahn zur Nasenschleimhaut. Damit diese ins Gewebe übertreten können, erweitern sich die Zwischenräume zwischen den einzelnen Zellen der Kapillarwände. Abwehrzellen, aber auch Flüssigkeit, können nun ins umliegende Gewebe übertreten, eine Schwellung der Schleimhaut ist die Folge.

[4] Da die Muscheln (jeweils drei Stück links und rechts an der äußeren Nasenwand) der Nasenscheidewand bereits im physiologischen Zustand dicht anliegen und nur einen schmalen Spalt für den Luftdurchtritt lassen, tritt bei einer Schwellung rasch das Gefühl einer verstopften Nase auf.

[5,6] Die Nasennebenhöhlen (Stirnhöhle, Kieferhöhle, Siebbein und Keilbeinhöhle) sind luftgefüllte Hohlräume und gehen auf unterschiedlicher Höhe vom mittleren oder oberen Nasengang ab (in der Gesamtheit ostiomeatale Einheit genannt). Das Ende des unteren Nasengangs wiederum führt zur Öffnung der Ohrtrompete, welche die Verbindung zum Mittelohr aufweist und den Druckausgleich gewährleistet.

Alle Bereiche sind im Normalfall gut belüftet. Durch eine Schwellung der Nasenschleimhäute werden diese Abgänge verlegt und die Belüftung der verbundenen Bereiche erschwert. Je nach vorangegangener Ursache lagert sich dort zusätzlich Sekret ab und wird zum Nährboden für Viren und Bakterien.

[5] Der für eine Mitbeteiligung der Nebenhöhlen klassische Kopfschmerz (rhinogener Kopfschmerz) wird nachfolgend entweder durch den der Sekretansammlung folgenden Überdruck ausgelöst, oder er kommt durch einenUnterdruck aufgrund der Ventilationsstörung zustande. Je nach betroffener Nasennebenhöhle wird der Schmerz in den Gesichtsbereich oder die obere Kopfregion projiziert.

Zu beachten

Aufgrund der vielfältigen Entstehungsformen einer von Kopfschmerzen begleiteten chronischen Rhinitis können ebenso die weiteren Verläufe und Therapiemöglichkeiten variieren. Da sich eine Medikamentennebenwirkung mit der genannten Symptomatik unter Umständen kaum von einer allergisch bedingten, persistierenden Rhinitis oder von einer chronischen Rhinitis aufgrund wiederkehrender Infekte unterscheidet, kann der Besuch eines Facharztes bei der Ermittlung von Ursache und optimaler Therapie weiterhelfen.

[2] Besonders exponierte Berufsgruppen, welche Chemikalien oder Stäuben am Arbeitsplatz ausgesetzt sind und ggf. eine Beratung zum Thema Sicherheit am Arbeitsplatz benötigen, sowie Kinder, die Fremdkörper in die Nase einbringen und durch die lokale Irritation der Schleimhaut o.g. Symptome hervorrufen, sind besonders gefährdet.

Darüber hinaus sollte aufgrund der möglichen Interaktionen von Nasenhaupt- und Nasennebenhöhlen mit den nachgeschalteten Atemwegen und dem Innenohr bei folgenden Symptomen unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden

  • akuter, starker Kopfschmerz
  • starkes Nasenbluten
  • plötzlich einsetzender Schwindel
  • akuter Hörverlust

Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen