Schnupfen Verstopfte Nase, chronisch: Begleiterscheinungen

Ständig Schnupfen u. verstopfte Nase

© PantherMedia / Robert Bayer

Die Symptome eines ständigen Schnupfens und einer verstopften Nase treten typischerweise zu Beginn einer Erkältung (engl. common cold) vor allem in den Wintermonaten auf.

In den meisten Fällen handelt es sich dabei um eine durch Viren oder Bakterien ausgelöste Erkrankung. Aber auch eine allergische Reaktion (Rhinitis allergica) kann Ursache der Symptomkonstellation sein.

Im folgenden Text sollen wesentliche medizinische Fakten, biologische Zusammenhänge und Tipps zu ständigem Schnupfen und verstopfter Nase dargestellt werden.

Medizinische Fakten

Bei den typischen Symptomen der oberen Atemwege, wie ständigem Schnupfen und einer verstopften Nase, handelt es sich häufig um eine Nasenschleimhautentzündung (Rhinitis). Die Beschwerden sind lokal begrenzt, eventuell begleitet von vermehrtem Niesen oder Halsschmerzen. Treten die Symptome nur über wenige Tage auf, handelt es sich um eine akute Rhinitis, die in der Regel von selbst ausheilt. Seltener ist ein chronischer Krankheitsverlauf (chronische Rhinitis), der über mehrere Wochen konstant Beschwerden zeigen kann.[1] Die Grenze zwischen akut und chronisch wird bei einer Dauer von 12 Wochen gesetzt.[2]

Anhand der auslösenden Faktoren unterscheidet man weiterhin zwischen einer infektiösen und einer allergischen Rhinitis:

Die infektiöse Rhinitis verläuft meist akut und wird allgemein als Erkältung bezeichnet. Es handelt sich dabei oft um viral, seltener bakteriell bedingte Entzündungen der Nasenschleimhaut. Erreger sind u.a. Rhino-, Adeno- oder Coronaviren. Die Erregerübertragung erfolgt vorwiegend in den kalten Jahreszeiten über Tröpfchen- und Schmierinfektion.[1]

Erste Krankheitssymptome können ein allgemeines Abgeschlagenheitsgefühl, Frösteln oder Kopf-und Muskelschmerzen sein. Im weiteren Krankheitsverlauf kommt es durch eine vermehrte Sekretbildung der Nase zur Verstopfung der Nasenwege und zum Ausfluss von Nasensekret. Die Krankheit verläuft innerhalb etwa einer Woche selbstlimitierend und heilt aus. Eine kausale Therapie ist nicht notwendig. Bei Bedarf kann mit diversen Hausmitteln, abschwellenden Nasentropfen oder Rotlichtbestrahlung eine Symptomlinderung erreicht werden.[3]

Bakterielle Erreger (bspw. Staphylokokken oder Streptokokken) als Auslöser einer Rhinitis sind selten. Der Krankheitsverlauf dauert jedoch meist über mehrere Wochen an (chronische Rhinitis) und zeigt ein schwerwiegenderes Krankheitsbild u.a. mit Fieber und eitrigem Sekret.[2]

Bei wiederkehrenden (rezidivierenden) viralen Rhinitiden besteht die Möglichkeit einer sekundären Bakterienbesiedelung der geschädigten Schleimhaut (bakterielle Superinfektion).[1]

Allergischen Rhinitiden (Rhinites allergicae) zeigen typischer Weise einen chronischen Verlauf oder stellen sich als wiederkehrende akute Schübe dar. Der Krankheitsverlauf ist hierbei stark von der Exposition gegenüber den Allergenen sowie saisonalen Veränderungen abhängig.[4] Mögliche Allergene können Pollen und Gräser (Heuschnupfen), Milben, Schimmelpilze oder bestimmte Nahrungsmittel sein.[1]

Die Symptomatik macht eine eindeutige Unterscheidung zwischen erregerbedingten oder allergischen Rhinitiden häufig unmöglich. Allerdings können ein begleitender Juckreiz, Bindehautentzündungen (Konjunktivitis), Husten oder vermehrtes Niesen Hinweis auf eine allergische Ursache sein. Typisch für eine allergische Rhinitis ist ein Auftreten der Erkrankung bereits im Kindesalter. Oftmals besteht darüber hinaus eine Neigung zu weiteren Erkrankungen, wie Neurodermitis oder Asthma bronchiale.[4]

Biologischer Zusammenhang

Eine akute Rhinitis entsteht durch entzündliche Veränderungen der Nasenschleimhaut, ausgelöst durch infektiöse oder allergische Reaktionen.

Im Falle der infektiösen Rhinitis führt ein Erregerbefall der Schleimhautzellen durch Viren (seltener Bakterien) zu einer Aktivierung des Immunsystems. Die Folge ist eine lokale Entzündungsreaktion. Im Rahmen dieser kommt es zu einer verstärkten Durchblutung des betroffenen Gewebes, Einwanderung weißer Blutzellen (Leukozyten) zur Erregerabwehr und zur Eliminierung infizierter Schleimhautzellen und Erreger. Im Laufe des Entzündungsprozesses tritt eine Schwellung, Rötung und Schmerzempfindlichkeit der Schleimhaut auf.[5] Zusätzlich bilden sogenannte Becherzellen in der Mukosa vermehrt ein schleimiges Sekret, um Erreger in diesem binden und entfernen zu können. [3]

Diese Veränderungen lösen die typischen Symptome der Rhinitis aus, mit Schnupfen, verstopfter oder rinnender Nase.

Der allergischen Rhinitis liegt ein anderer Entstehungsmechanismus zu Grunde:

Bei einem ersten Kontakt mit einem Allergen (bspw. Pflanzenpollen) kommt es – pathologischer Weise – zur Sensibilisierung des Körpers gegen ein eigentlich harmloses Allergen. Bei einem erneuten Kontakt zeigen sich nun die typischen Symptome.

Im Zuge der Sensibilisierung wird das Allergen von bestimmten Immunzellen aufgenommen und führt zu einer Aktivierung spezieller B-Lymphozyten. Diese setzen anschließend für das Allergen spezifische Antikörper (Immunglobulin E = IgE) frei. Die Antikörper binden u.a. an die Oberfläche Histamin-haltiger Mastzellen, wo sie auf einen zweiten Kontakt mit dem Allergen „warten“.

Kommt es zu einem Zweitkontakt, werden innerhalb kürzester Zeit große Mengen an Histamin freigesetzt, welches die allergischen Entzündungsreaktionen und Symptome im Körper auslöst. [3]

Zu beachten

Die akute Rhinitis ist in der Regel harmlos. Als Komplikation kann jedoch zusätzlich eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis bzw. Rhinosinusitis) auftreten. Typisch dabei ist ein Druck- und Schmerzgefühl im Bereich der Nasennebenhöhlen hinter der Stirn oder seitlich der Nasenwurzel.

Bei wiederkehrenden Rhinosinusitiden sollte an die Möglichkeit von Polypen gedacht werden. Ein Besuch beim HNO-Arzt kann in diesem Fall angezeigt sein.[6]

Bei starken Symptomen im Zuge einer allergischen Rhinitis ist die Konsultation eines Arztes sinnvoll um eine Symptomlinderung und adäquate Therapieplanung zu gestalten.


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen