Schnupfen Verstopfte Nase: FAQ

Nase zu (verstopft) – was hilft schnell?

© PantherMedia / David Castillo Dominici

Bei verstopfter Nase wird nicht nur eine normale Nasenatmung zur Herausforderung, auch kann es zu erheblichen Beeinträchtigungen der Schlafqualität kommen.

In vielen Fällen wird das Beschwerdebild einer verstopften Nase dabei im Zusammenhang mit einem Schnupfen, etwa im Rahmen einer Erkältungskrankheit, beobachtet. Dabei kommt es zu einem Anschwellen der Nasenschleimhaut mit Bildung eines flüssigen Sekretes. Bei laufender Nase (Rhinorrhoe) gewinnt das zunächst wässrige Sekret im weiteren Verlauf des Infektes eine zunehmend zähere Konsistenz [1].

Ist die Nase zu, gestaltet sich die Atmung durch den Mund als eine sehr unangenehme und anstrengende Alternative. Mit Hilfe einfacher Hausmittel oder der vorübergehenden Anwendung rezeptfrei erhältlicher Nasensprays kann eine schnelle Linderung der Beschwerden herbeigeführt werden.

Behandlung von verstopfter Nase

Eine verstopfen Nase kann auf eine Vielzahl möglicher Ursachen zurückgeführt werden.

Häufig wird das Beschwerdebild im Rahmen eines Schnupfens (Rhinitis) beobachtet. Eine Rhinitis bezeichnet eine Entzündung der Nasenschleimhaut, die sowohl durch Viren und Bakterien als auch durch Substanzen, die eine Allergie auslösen können (Allergene) verursacht werden können(Rhinitis allergica). Auch physikalische und chemische Substanzen, die den Organismus schädigen können (Noxen), können für einen Schnupfen verantwortlich sein [2].

In vielen Fällen kann eine verstopfte Nase bei einer Rhinitis im Rahmen einer Erkältungskrankheit (grippaler Infekt) beobachtet werden und tritt häufig mit begleitenden Halsschmerzen auf. Ein grippaler Infekt ist dabei in der überwiegenden Mehrheit der Fälle auf eine virale Infektion der oberen Atemwege zurückzuführen, die in der Regel innerhalb von zwei Wochen selbstlimitierend verläuft. Das Erregerspektrum ist hierbei breit gefächert. Rhino-, Corona- und Adenoviren stecken dabei besonders häufig hinter einer Erkältungskrankheit [3].

Durch die Verstopfung der Nase kann der Sekretstau zu einer Einschränkung der Reinigungs- und Anfeuchtungsfunktion der Nasenschleimhaut führen. Dieser Umstand kann eine Besiedlung der gereizten Schleimhaut durch Bakterien begünstigen. Daher kann es bei einer gestörten Nasenatmung sinnvoll sein, den Schnupfen zu behandeln. Dies kann Folgeerkrankungen vorbeugen, auch wenn für grippale Infekte keine ursächliche (kausale) Therapie zur Verfügung steht [4].

Jedoch können auch andere Auslöser, etwa anatomische Gegebenheiten für eine Verstopfung der Nase verantwortlich sein. So können einer Einschränkung der Nasenatmung beispielsweise auch Ausstülpungen der Nasenschleimhaut (Nasenpolypen) zugrunde liegen. Dabei handelt es sich um gutartige Wucherungen, die sich zunächst unauffällig verhalten und keine Beschwerden hervorrufen. Oft machen sich erst bei fortschreitendem Wachstum des Polypen Einschränkungen der Nasenatmung bemerkbar [5].

Wegen der Vielzahl möglicher Auslöser für das Beschwerdebild einer verstopften Nase soll der Fokus nachfolgend auf der wahrscheinlichsten Diagnose, einer akuten Rhinitis im Rahmen einer Erkältungskrankheit, liegen.

Allgemeine Maßnahmen

Vorbeugende (prophylaktische) Maßnahmen können helfen, einem grippalen Infekt aus dem Weg zu gehen. Insbesondere das Berühren alltäglicher und für die Allgemeinheit zugänglicher Gegenstände (wie Türgriffe, Haltestangen in öffentlichen Verkehrsmitteln) kann die Übertragung der Erkältungserreger begünstigen. So kann das Übertragungsrisiko von Erkältungsviren durch ein regelmäßiges Händewaschen minimiert werden [6].

Neben dem Verzicht auf Alkohol und Nikotin können auch Maßnahmen und Verhaltensweisen, die einen erholsamen Schlaf begünstigen (Schlafhygiene), zu einer Leistungssteigerung des Immunsystems beitragen.
Auch regelmäßige Bäder können besonders in der kalten Jahreszeit genutzt werden, um die Schleimhäute der Atemwege anzufeuchten und dadurch deren Abwehrfunktion stärken [7].

Hausmittel/Anwendungen

Bei einer akuten Rhinitis kann die Anwendung bewährter Hausmittel zu einer Linderung der Beschwerden verhelfen und das Wohlbefinden des Patienten steigern.

Besonders geeignete Wirkstoffe bei Schnupfen: Inhalation

Als einfaches traditionelles Hausmittel bei erkältungsbedingten Schnupfen- und Hustenbeschwerden kann eine Inhalation mit Wasserdampf, Salbei- oder Kamillentee angewendet werden, um die gereizten Atemwege anzufeuchten und festsitzenden, zähen Schleim zu verflüssigen.

Auch ätherische Öle können als Inhalationszusatz angewendet werden, sollten jedoch weder bei Kleinkindern, noch bei bekanntem Asthma zum Einsatz kommen.

Wer keinen Dampfinhalator besitzt, kann auf unkompliziertem Wege mit Hilfe eines Kopfdampfbades inhalieren. Dazu sollte eine Schüssel mit heißem Wasser, Kamillen- oder Salbeitee gefüllt und stabil auf einen Tisch gestellt werden. Die Inhalation soll nun mit dem Kopf über die Schüssel gebeugt und mit einem Handtuch über Kopf und Schüssel gedeckt erfolgen.

Dabei gilt es, einen ausreichenden Abstand zwischen Gesicht und Schüssel (etwa zwei Handbreit) einzuhalten, um Verbrühungen zu verhindern. In tiefen und ruhigen Atemzügen soll der Wasserdampf nun über Nase und Mund für etwa 10 Minuten eingeatmet werden.

Nach der Inhalation kann das Gesicht dann mit einem feuchten Handtuch gekühlt werden. Anschließend sollte Ruhe eingehalten und Zugluft vermieden werden [8].

Medikamente

Bei einer eingeschränkten Nasenatmung im Rahmen einer akuten Rhinitis kann die Anwendung von Nasensprays Abhilfe schaffen. Im Folgenden sollen Beispiele rezeptfrei erhältlicher Wirkstoffe vorgestellt werden.

Geeigneter Wirkstoff bei akuter Rhinitis:

Xylometazolin

Xylometazolin (z.B. Olynth®, Otriven®, ALIUD PHARMA®) gehört zu den sogenannten α-Sympathomimetika und wird als Wirkstoff in abschwellenden Nasensprays zur vorübergehenden Anwendung bei verstopfter Nase lokal angewendet.

Durch eine Verengung (Kontraktion) der Gefäßwände in der Nasenschleimhaut bewirkt Xylometazolin dabei eine Verringerung der Durchblutung, was sich abschwellend auf die Schleimhäute auswirken und dadurch die Atmung durch die Nase erleichtern kann.

Xylometazolin- haltige Arzneimittel eignen sich zur kurzfristigen Behandlung von erkältungsbedingten Beschwerden und sollen 1-3-mal pro Tag angewendet werden. Der maximale Anwendungszeitraum von sieben Tagen sollte dabei nicht überschritten werden, da anderenfalls ein sogenanntes Rebound-Phänomen eintreten kann. Dabei zeigt sich bei nachlassender Medikamentenwirkung eine verstärkte Durchblutung mit darauffolgendem Anschwellen der Nasenschleimhäute. Die Verlockung, durch eine erneute Anwendung des Wirkstoffes Abhilfe zu schaffen führt jedoch schnell in einen Teufelskreis, bei dem die Schleimhäute ohne medikamentösen Einfluss nicht mehr abschwellen kann. Wird dieser Kreislauf nicht durchbrochen, kann eine solche unsachgemäße Anwendung auf lange Sicht zu einer dauerhaften Schleimhautschädigung führen [9].

Von einer Anwendung Xymoletazolin- haltiger Arzneimittel bei bestehender Rhinitis sicca, die sich durch eine Verkrustung und Trockenheit der Nasenschleimhaut auszeichnet, ist abzusehen.
Schleimhauttrockenheit mit brennendem Empfinden in der Nase kann als mögliche Nebenwirkung des Wirkstoffes Xylometazolin beobachtet werden.

Meersalz Nasenspray

Nasensprays auf der Basis von Meersalz (Rhinomer®, Rhinobeta®, Abtei®) können als nebenwirkungs- und risikoarme Alternative eine Reinigung und Anfeuchtung der Nasenschleimhaut erzielen [10].

Bei Bedarf soll das Spray von Erwachsenen mehrmals täglich mit 1-2 Sprühstößen angewendet werden. Für Kinder (1 bis 6 Jahre) empfiehlt sich die Anwendung mit nur einem Sprühstoß, bei Bedarf mehrmals täglich [11].

Zu beachten

Kommt zu dem Beschwerdebild der eingeschränkten Nasenatmung durch eine verstopfte Nase zudem ein Druckschmerz im Bereich von Stirn und Wangen hinzu, kann dies auf eine mögliche Entzündung der Nasennebenhöhlen (Sinusitis) hindeuten, die sich als mögliche Komplikation auf dem Boden einer Erkältungskrankheit entwickeln kann.

Bei ausbleibender Besserung oder zunehmenden Beschwerden sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
Bestehen bekannte Vorerkrankungen der Atemwege, statt gehabte Operationen oder Verletzungen an der Nase sollte die Anwendung von Nasensprays erst nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt durchgeführt werden [11].

Ungeklärte, anhaltende und zunehmende Beschwerden beiKindern sollten einem Kinderarzt vorgestellt werden.


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen