Erkältung In der Schwangerschaft: FAQ

Erkältung in der Frühschwangerschaft

© PantherMedia / Lars Zahner

Eine Schwangerschaft stellt für den Körper immer eine große Umstellung dar. Das Immunsystem muss einiges leisten, da es zum einen die neuen Zellen des Embryos nicht abstoßen darf, zum anderen den Körper der Schwangeren aber auch weiterhin gegen Keime aus der Umwelt schützen muss. Deshalb sind Schwangere oft anfällig für Infektionskrankheiten, wie beispielsweise Erkältungen. Wie sich Begleitsymptome wie Husten, Schnupfen und Fieber effektiv behandeln lassen und worauf besonders bei grippalen Infekten in der Frühschwangerschaft geachtet werden sollte, wird im Folgenden näher erläutert.

Eine Erkältung („grippaler Infekt“) bezeichnet eine Infektion der Schleimhäute des Atemtrakts und kann durch viele unterschiedliche Viren, wie Adenoviren, Coronaviren, Rhinoviren oder ECHO-Viren, ausgelöst werden. [1] Diese werden durch Tröpfchen in der Atemluft übertragen und führen meist zu folgenden Symptomen:

  • Halsschmerzen
  • Husten
  • Schnupfen
  • leichtes Fieber
  • Kopfschmerzen

Die Erkältung ist in der Regel nach 3–8 Tagen überstanden. [2] In dieser Zeit gibt es verschiedene Möglichkeiten, um die Symptome zu lindern.

Behandlung bei Erkältung in der Frühschwangerschaft

Aufgrund des relativ milden Krankheitsverlaufes wird ein grippaler Infekt sowohl bei Schwangeren als auch bei Nicht schwangeren fast immer rein symptomatisch behandelt; das heißt, im Vordergrund der Behandlung steht nicht das Abtöten des Erregers, sondern die Linderung der Symptome. [2]

Obwohl sich die Schwangere bei einer Erkältung unter Umständen sehr abgeschlagen und krank fühlen kann, muss in der Regel keine Sorge um den Embryo bestehen, da dieser vor den Viren gut geschützt ist.

Allgemeine Maßnahmen

Da der Embryo besonders in der Frühschwangerschaft noch sehr empfindlich ist, sollte bei einer Erkältung auf Hausmittel zurückgegriffen werden, anstatt Medikamente einzusetzen. Je nach Wirkstoff können Medikamente unter Umständen die Entwicklung des Embryos negativ beeinflussen. Die Stärkung des Immunsystems auf natürliche Weise sollte daher im Vordergrund stehen. Dies lässt sich schon durch eine ausgewogene Ernährung und erhöhter Flüssigkeitszufuhr gut unterstützen. Obst und Gemüse enthalten wichtige Mineralien und Vitamine, z. B. Vitamin C, was die Abwehrkräfte stärkt. Viel trinken ist ebenfalls wichtig, um den Kreislauf in Schwung zu halten und Austrocknung vorzubeugen. In der Schwangerschaft eignen sich neben Wasser auch Frucht- und Kräutertees besonders gut, ebenso wie Saftschorlen. Stark zuckerhaltige und koffeinhaltige Getränke sollten eher vermieden werden. Wichtig ist außerdem, sich ausreichend Ruhe zu gönnen, denn nur so kann der Körper wieder zu Kräften kommen. Insbesondere in der Frühschwangerschaft ist es wichtig, Ruhepausen einzulegen, da viele Frauen über Übelkeit und Erbrechen klagen, was oft durch Stress zusätzlich begünstigt werden und während einer Erkältung eine zusätzliche Belastung darstellen kann.

Hausmittel

Verschleimte Atemwege, Halsschmerzen und eine verstopfte Nase erschweren die Atmung, was vor allem im Schlaf sehr unangenehm sein kann. Da dieser aber sehr wichtig für die Regeneration des Körpers und somit für den Genesungsvorgang ist, gibt es einige Hausmittel, welche die Atemwege befreien und Halsschmerzen lindern können.

  • Dampfinhalation mit Eukalyptus-Öl

Die Inhalation von heißem Wasserdampf kann bei verschleimten Atemwegen dazu beitragen, diese wieder zu öffnen. Einige Tropfen Eukalyptus-Öl im Wasser unterstützen diese Wirkung zusätzlich.

Hierzu wird eine Schüssel etwa bis zur Hälfte mit kochendem Wasser gefüllt. Dann werden 2–3 Tropfen Eukalyptus-Öl hinzugegeben. Anschließend wird das Gesicht über die Schüssel gehalten und der Kopf mit einem Handtuch bedeckt. Der Wasserdampf soll 5–10 Minuten lang eingeatmet werden.

Für die Nacht können auch einige Tropfen des Öls auf ein Taschentuch gegeben werden. Das Riechen an diesem Tuch soll helfen, die Atemwege zu befreien und wieder besser durchatmen zu können.

Die Inhalation ist eine schonende Methode und die Dämpfe sind für Mutter und Kind unbedenklich.

  • Nasentropfen aus Salzwasser

Bei verstopfter Nase kann Salzwasser als guter Schleimlöser dienen. Hierzu wird eine isotonische Kochsalzlösung durch Auflösen von 9 g Kochsalz in 1 l abgekochtem lauwarmem Wasser hergestellt.

Drei bis fünfmal täglich sollen einige Tropfen der Lösung vorsichtig mit einer Pipette in die Nase geträufelt werden. Die Lösung muss alle zwei Tage frisch zubereitet werden, um eine Ansammlung von Bakterien zu vermeiden.

Dies ist eine gute und schonende Alternative zu Nasensprays aus der Apotheke. [3]

  • Heiße Zitrone

Halsschmerzen können gut mit einer Getränkezubereitung aus Zitrone, Honig und heißem Wasser gelindert werden.

Hierzu werden 2–3 Spritzer frische Zitrone in eine Tasse heißes Wasser gegeben. Anschließend kann mit etwas Honig gesüßt werden.

Dies wirkt beruhigend auf die entzündete Schleimhaut des Halses und enthält durch die Zitrone zusätzlich stärkende Vitamine. Als reines Naturprodukt ist diese Mischung besonders in der Frühschwangerschaft besser verträglich als handelsübliche Lutschpastillen.

Medikamente

Der Einsatz von Medikamenten sollte insbesondere in der Frühschwangerschaft nur mit äußerster Vorsicht, wenn möglich gar nicht, erfolgen. Einige Medikamente können die Entwicklung des Embryos beeinflussen oder stören, was besonders in den ersten Schwangerschaftswochen schwerwiegende Folgen haben kann. Medikamente sollten daher nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt eingenommen werden.

  • Paracetamol

Dieser Wirkstoff wirkt sowohl schmerzstillend als auch fiebersenkend,kann also beispielsweise bei Halsschmerzen oder Fieber eingesetzt werden. Für Erwachsene eignet sich am besten die Einnahme in Tablettenform (z. B. Paracetamol von HEXAL, STADA oder Ratiopharm). Paracetamol gilt bei gelegentlicher Einnahme auch für Schwangere als unbedenklich; allerdings zeigen Studien, dass die Langzeiteinnahme zu Entwicklungsverzögerungen im frühen Kindesalter führen kann. [4]

Zu achten ist sowohl auf allergische Reaktionen als auch auf die Dosierungshinweise des Arztes oder auf der Packungsbeilage, da Paracetamol bei Überdosierung stark giftig für die Leber sein kann, was besonders für Schwangere zu stärkeren Komplikationen führen kann.

Andere Schmerzmittel wie beispielsweise Ibuprofen sind für Schwangere nicht geeignet und sollten daher nicht eigenmächtig eingenommen werden.

Zu beachten

Eine Erkältung kann dem Embryo an sich nicht schaden, eine verstärkte Symptomatik, wie starker Husten oder sehr hohes Fieber über mehrere Tage hinweg, kann jedoch problematisch werden. Hier sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden. Aktuelle Studien haben außerdem gezeigt, dass häufige Erkältungen in der Schwangerschaft das Risiko des Kindes erhöhen, an Asthma bronchiale zu erkranken. [5] Daher sind vorbeugende Maßnahmen, um das Immunsystem zu stärken, gerade in der Schwangerschaft besonders wichtig.

Des Weiteren ist die Abgrenzung zu anderen Infektionen vor allem in der Frühschwangerschaft äußerst wichtig. Einige Krankheitserreger wie z. B. das Cytomegalievirus (CMV), können unter Umständen ähnliche Symptome verursachen wie ein grippaler Infekt. Die Folgen der Infektion sind jedoch erheblich schwerer. So kann eine Erstinfektion mit CMV vor allem in der Frühschwangerschaft sowohl zu körperlicher und geistiger Retardierung (verzögerte Entwicklung) als auch zu verschiedenen Organschäden des Ungeborenen führen. [6] Den Ausschluss von Infektionen, die für den Embryo gefährlich sein können, kann ein Arzt durch gezielte Untersuchungen vornehmen; daher sollte im Zweifelsfall immer ärztlicher Rat eingeholt werden.

Ebenso sollten Medikamente nur nach Rücksprache mit einem Arzt eingenommen werden, um die Entwicklung des ungeborenen Kindes nicht zu gefährden.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung