Grippe: Risiken

Grippe & Alkohol

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Husten (Tussis), Schnupfen (Rhinitis), Fieber (Pyrexie) und Gliederschmerzen: Oftmals wird bei den ersten Anzeichen einer echten Grippe (Influenza, Virusgrippe) versucht, die Infektion mit Hausmitteln zu bekämpfen, um einen Arztbesuch zu umgehen. Warum Alkohol in diesem Zusammenhang vermieden werden sollte, welche Wirkungen Alkohol auf das Immunsystem hat und welche Risiken beim Konsum von Alkohol bei Grippe auftreten können, soll im folgenden Text genauer erklärt werden.

Medizinische Fakten

Erste Anzeichen einer Grippe sind etwa drei Tage nach einer Ansteckung erkennbar. Schlagartig kann es zu hohem Fieber (Pyrexie), trockenem Husten (Tussis), Schnupfen (Rhinitis), Kopf- (Cephalgie), Muskel- und Gliederschmerzen kommen. Mit dem Einsetzen von Husten und Niesen ist auch die weitere Ansteckungsgefahr für Menschen im Umfeld der erkrankten Person am höchsten. Bei unkompliziertem Verlauf klingen die Symptome in zwei bis fünf Tagen ab.[1]

Eine große Rolle sowohl bei der Ansteckungsgefahr als auch bei der Bekämpfung einer erfolgten Infektion spielt das Immunsystem. Die Einnahme von hochprozentigem Alkohol ist jedoch eher kontraproduktiv und wirkt sich negativ auf das Immunsystem aus. Zwar wird dem Alkohol sowohl eine desinfizierende als auch eine antimikrobielle Wirkung zugeschrieben, allerdings belastet der Abbau des Alkohols den durch die Grippe geschwächten Körper sehr.

Wirkungsweise (Biologischer Prozess)

Geht der Körper gegen eine Vireninfektion vor, wird das körpereigene Immunsystem aktiv. Die wichtigsten Akteure sind zu Beginn Monozyten, welche Krankheitserreger erkennen und zerstören und gleichzeitig weitere Immunzellen alarmieren.

Wissenschafter der Universität von Massachusetts haben in Laborversuchen diese Zellen mit Alkohol versetzt und gleichzeitig eine Infektionen simuliert. Dabei wurde eindeutig gezeigt, dass „alkoholisierte“ Immunzellen weniger Interferon-gammaausschütten. Dieser Botenstoff ist besonders wichtig bei der Bekämpfung von Infektionen wie der echten Grippe (Influenza).[2] Weitere Untersuchungen haben gezeigt, dass die Hemmung der Botenstoffausschüttung durch das Blockieren des Protein-Rezeptors TLR4 bewirkt wird. Dieser Rezeptor ist für die Erkennung vieler Bakterien durch das Immunsystem von großer Bedeutung. Der Effekt hält für mindestens 24 Stunden nach dem letzten Alkoholkonsum an, was den Körper in dieser Zeit sehr anfällig für den Angriff von Krankheitserregern macht.[3][4]

Zu beachten:

Bei Husten, Schnupfen und anderen Grippe-Anzeichen sollte auf jeden Fall auf Alkohol verzichtet werden. Die einzige Ausnahme stellt warmes Bier dar. Allerdings liegt die lindernde Wirkung bei diesem nicht im Alkohol begründet, sondern in den im Hopfen enthaltenen Bitterstoffen und ätherischen Ölen, die eine antibakterielle und beruhigende Wirkung haben.[5][6]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe