Grippe: Risiken

Grippe & Asthma

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Erkranken Asthmatiker an einer echten Grippe (Influenza), kann es schnell zu Komplikationen und schweren Verläufen kommen. Daher empfiehlt die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts (STIKO) Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen, sich jährlich gegen Grippe impfen zu lassen.[1]

Im folgenden Text werden die medizinischen Fakten und biologischen Zusammenhänge dargelegt sowie wichtige Schutzmaßnahmen empfohlen.

Medizinische Fakten

Asthma bronchiale ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Atemwege, die mit einer Überempfindlichkeit (Hyperreagibilität) gegenüber bestimmten Auslösern (Noxen) und anfallsartig auftretender Verkrampfung (Obstruktion) der Bronchialmuskulatur einher geht. Es wird zwischen allergischem (extrinsischen) Asthma, bei dem eine Reaktion auf einen klar definierten Auslöser (Allergen) stattfindet, und unspezifischem (intrinsischen) Asthma mit allgemein erhöhter Emfindlichkeit des Bronchialsystems auf diverse Reize unterschieden. Typische Symptome sind das vermehrte Abhusten von zähem, klarem Schleim sowie plötzlich auftretende Atemnot.[2]

Die echte Grippe wird durch Influenza-Viren ausgelöst und ist nicht zu verwechseln mit grippalen Infekten, die z.B. durch Rhino-, Adeno- oder Coronaviren hervorgerufen werden. Die echte Grippe äußert sich durch einen plötzlichen Erkrankungsbeginn mit Fieber, trockenem Reizhusten, Muskel- und Kopfschmerzen, während bei grippalen Infekten lediglich ein mäßiger Temperaturanstieg und ein allgemein milderer Krankheitsverlauf zu verzeichnen sind.[3]

Biologische Zusammenhänge

Bei gesunden Erwachsenen heilt die echte Grippe in der Regel binnen 5-7 Tagen folgen- und komplikationslos aus. Treffen Influenzaviren jedoch auf bereits vorgeschädigtes Lungengewebe, können sie besonders leicht eindringen und zusätzlichen Schaden anrichten.

Die Erreger befallen das Bronchialepithel und bewirken dort entzündliche Prozesse sowie eine erhöhte Schleimproduktion. Zudem wird das Einnisten von Bakterien begünstigt, sodass es zu einer sogenannten Superinfektion kommen kann.[4]

Häufig sind es Pneumokokken, die sich die eingeschränkten Immun-Mechanismen der Atemwege zu Nutze machen – es kann zu einer Lungenentzündung kommen, die für den Betroffenen möglicherweise einen Krankenhausaufenthalt nach sich zieht.

Um derart schweren Verläufen vorzubeugen, sollten Asthmatiker sich jährlich gegen Grippe sowie gegen Pneumokokken impfen lassen. Dabei wird dem körpereigenen Immunsystem ein unschädlicher, aber charakteristischer Teil des Virus (Antigen; Totimpfstoff) oder eine geringe Menge der stark abgeschwächten Keime (Lebendimpfstoff) präsentiert. Es werden spezifische Abwehrstoffe (Antikörper) produziert, die bei Kontakt mit dem echten Erreger aktiv werden und ihn schnell und effektiv bekämpfen können.[5]

Schutzmaßnahmen

Da Viren ihre äußeren Merkmale ständig verändern (mutieren), sollte die Grippeimpfung jedes Jahr wiederholt werden. Die gebildeten Antikörper sind nur empfindlich auf spezifische Antigene, die im Laufe der Zeit derart variieren können, das die Impfung aus dem letzten Jahr nur noch eingeschränkt wirksam oder sogar unwirksam ist. Da es etwa 10-14 Tage dauert, bis der Impfschutz voll ausgeprägt ist und die Grippewelle meist zum Jahreswechsel ihren Höhepunkt erreicht, werden als optimaler Impfzeitpunkt die Monate Oktober und November empfohlen.

Unterstützend ist während der Grippeperiode auf regelmäßiges Händewaschen zu achten. Besonders nach intensivem Kontakt mit anderen Menschen, wie er beispielsweise in öffentlichen Verkehrsmitteln stattfindet, oder mit bereits Erkrankten sollten entsprechende Maßnahmen getroffen werden.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe