Grippe Influenza A: Wiki

Influenza A Hemagglutinin

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Hämagglutinin (HA) und Neuraminidase (NA) sind beides Oberflächenproteine, des Virus, der die echte Grippe (Influenza, Virusgrippe) auslöst. Es sind sog. Glykoproteine, die spezifisch für Influenza A sind und verschiedene Aufgaben im Vermehrungszyklus der Grippe übernehmen. Hämagglutinin ist verantwortlich für die Fusion der viralen mit der menschlichen Zellmembran. Es bindet an bestimmte Rezeptoren und ermöglicht es dem Virus dann, in die Zelle einzudringen, wo es sich dann vermehrt.[1]

Wie die Proteine genau wirken soll im Folgenden erklärt werden.

Medizinische Fakten

Die Zellmembran bildet eine Barriere zwischen der extrazellulären Matrix und dem Inneren der Zelle, dem Zytoplasma. Es besteht aus einer Doppellipid Schicht (Fettteilchen mit einem hydrophoben und hydrophilen Ende), in der viele Proteine verankert und angesiedelt sind.

Damit ein Virus nun eine Zelle infizieren kann, muss es zuerst diese durchbrechen oder sich mit ihr verbinden. Im Fall von Influenza A ist Hämagglutinin dafür verantwortlich. Es bindet sich an bestimmte Proteine auf der Zelloberfläche und führt dann zu einer Fusionierung der Virusmembran mit der der Zelle.

Neuraminidase ist ein Enzym (Katalysator für verschiedene Vorgänge im Körper), welches dafür zuständig ist, dass das Hämagglutinin bei der Zellfusion und der Zellabspaltung des ausgereiften Virus nicht mit den Sialinsäure Rezeptoren verklumpt.[2]

Wirkungsweise (Biologischer Zusammenhang)



Hämagglutinin ist ein Glykoprotein (Protein mit angehängten Zuckerresten), welches aus zwei Untergruppen besteht. Der erste Teil HA1 ist für die Bindung an den Sialinsäure Rezeptor zuständig. Nach erfolgreicher Anbindung nimmt dieZelle das Virus in das Zytoplasma auf und versucht dann durch Säure, die Bestandteile im Inneren des Virus zu vernichten. Dieser Vorgang führt jedoch in der zweiten Untergruppe, dem HA2, zu einem Konfirmationswechsel, welcher dann zu der Fusion der beiden Membranen führt. Dadurch wird die RNA des Influenzavirus freigesetzt und es kommt zur Infektion der Zelle.[3]

Dass es bei der Abspaltung des Virus von der Zelle nicht zum Verklumpen kommt, wird dadurch zustande gebracht, dass die Neuraminidase alle Sialinsäure Rezeptoren von der Zelloberfläche löst. Wie jedoch die Verklumpung bei der Zellfusion gehemmt wird, ist noch nicht gängig erforscht worden. [4]

Weitere Information

Über das Hämagglutinin (H) und die Neuraminidase (N) wird zudem die Nomenklatur des Influenza A Virus definiert. Der Erreger der Spanischen Grippe hatte die Nummer H1N1 oder der Erreger der Vogelgrippe H5N1. [5]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe