Husten Beim Baby: Begleiterscheinungen

Baby hat Husten u. Schnupfen

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Husten und Schnupfen beim Baby sind keine Seltenheit. Ein Säugling hat in den ersten Lebensmonaten eine unausgereifte Immunabwehr, die sehr anfällig ist für Infektionskrankheiten. Sie werden meist durch Viren verursacht und heilen nach etwa 7 bis 10 Tagen spontan ab. Es kommt dabei zu einem Befall der Atemwegsschleimhaut, wodurch eine Entzündungsreaktion mit gesteigerter Sekretion, Rötung und Schwellung ausgelöst wird. [1]

Wie es zu den Symptomen kommt, soll im Folgenden geklärt werden.

Medizinische Fakten

Gestillte Säuglinge haben in den ersten Monaten nach ihrer Geburt durch die Muttermilch einen sog. Nestschutz, der sie vor den meisten Infektionskrankheiten schützt. In der Muttermilch befinden sich Immunoglobuline (Antikörper), die vom Neugeborenen aufgenommen werden und gegen die Krankheiten schützen, gegen welche die Mutter ebenfalls immun ist. [2]

Kommt es jedoch zu einer Infektion durch Erkältungs- (meist Rhinoviren) oder Grippeviren (Influenza), treten spezifische Symptome auf. Unter Schnupfen (Rhinitis) wird eine Infektion der Nasenschleimhaut verstanden, meist übertragen durch eine Schmier- oder Tröpfcheninfektion. Der auftretende Husten ist einBegleitsymptom der Erkrankung, die zur Reinigung des Atmungssystems dient.

Der Schnupfen hat eine Inkubationszeit von 1-3 Tagen und klingt nach etwa 7-10 Tagen spontan ab. Typische Begleiterscheinungen sind eine gesteigerte Nasensekretion (Rhinorrhoe) durch eine Entzündung des Nasengewebes sowieeine verstopfte Nase (Nasenobstruktion) durch das Anschwellen der Nasenschleimhaut. Schmerzen in den Nasennebenhöhlen (Sinus paranalses) können unter Umständen ebenso auftreten. Das austretende Nasensekret ist meist wässrig und klar, kann aber durch eine Superinfektion (Infektion durch Bakterien), eine gelb- grünliche Farbe annehmen. [3]

Husten wird durch eine gereizte Atemmuskulatur ausgelöst und führt über eine stoßartige Exspirationsbewegung, zu einer Reinigung der Atemwege. In den ersten Tagen der Erkältung liegt ein trockener Husten vor, der sich nach 3-4 Tagen zu einem produktiven Husten weiterentwickelt. Dabei kann es zu einem Ausscheiden eines farblosen Schleims kommen, der bei einer Superinfektion jedoch eine gelblich- grüne Farbe annehmen kann. [4]

Biologischer Zusammenhang

Bei einer Infektion durch Viren kommt es zu einer Immunreaktion im betroffen Bereich, die zu einer Entzündung und Schwellung führen kann. Die befallenen Zellen werden durch Makrophagen (körpereigene Fresszellen), NK-Zellen (natürliche Killerzellen) und andere immunspezifische Zellen angegriffen.Die Ausschüttung von Cytokinen und anderen Botenstoffen führt zu der entsprechenden Entzündungsreaktion, die zu den Symptomen führt.

Das Immunsystem von Kleinkindern ist jedoch in den ersten Monaten nach der Geburt nur bei etwa 60% seiner Leistungsfähigkeit, wodurch es öfter zu Infekten aller Art kommen kann.

Zu beachten

Sollte der Schnupfen und Husten nach 7-10 Tagen nicht nachlassen, verschlimmern sich die Symptome oder tritt zusätzlich Fieber (Pyrexie) auf, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Wenn Schnupfen und Husten mit starker Sekretbildung einhergeht, kann es passieren, dass es die Neugeborenen nicht schaffen, dieses alleine abzuhusten. Eltern können ihren Kindern durch Drehung auf den Bauch und Klopfen auf den Rücken helfen. Wichtig ist zudem, dass die Kleinen viel trinken, da dadurch das Sekret flüssig gehalten wird. [5]