Husten Beim Kleinkind: Begleiterscheinungen

Kleinkind hat Husten (bis zum Erbrechen)

© PantherMedia / Ilya Andriyanov

Husten ist ein häufiges Krankheitszeichen und kann viele verschiedene Ursachen haben. Dabei stellt der Husten an sich keine eigenständige Krankheit dar, sondern ist ein Zeichen einer Erkrankung. Der Reflex zu Husten entsteht durch eine Reizung der Schleimhäute der Atemwege und hat die Aufgabe, Fremdkörper aus den Atemwegen heraus zubewegen. Häufige Ursachen im Kleinkindesalter sind: Entzündung der Nasennebenhöhlen, Schnupfen, Asthma bronchiale, Entzündung des Kehlkopfes oder wesentlich häufiger der Region unterhalb der Stimmritzen(Laryngitis subglottica), Infektionen des Rachensraumes sowie Lungenentzündung. Aus der obigen Aufzählung ist ersichtlich, dass Husten viele Ursachen hat und es daher wichtig ist, weitere Fragen zu stellen, um der Ursache auf den Grund zu gehen. Da die Diagnose der Erkrankung, welche den Husten auslöst, einige Übung und Erfahrung erfordert, ist es auf jeden Fall sinnvoll, einenKinderarzt aufzusuchen.

Medizinische Fakten

Um die Ursache des Hustens leichter zu finden, kann der Arzt folgende Fragen stellen: [1]

  • Wie lange besteht der Husten schon?
  • Wann tritt der Husten typischerweise auf?
  • Wo tritt der Husten vor allem auf?
  • Wie ist der Husten?
  • Gibt es weitere Symptome

Die Frage, „Wie lange der Husten besteht“, führt bereits in eine diagnostische Richtung. Besteht der Husten erst kurz und gibt es weitere Begleitsymptome, ist eine Infektionskrankheit eine wahrscheinliche Ursache. Gerade Kleinkinder sind durch die spezielle Anatomie ihrer Atemwege für Infektionen der Atemwege prädestiniert. Besteht der Husten schon länger und ist eher trocken und unproduktiv (fördert keinen Schleim), kann dies ein Hinweis auf eine allergische Erkrankung der Atemwege sein.

Die Frage, „Wann und wo der Husten typischerweise auftritt“, kann einen Hinweis auf eine allergische Ursache liefern. Berichten Eltern beispielsweise von Husten in Zusammenhang mit körperlicher Anstrengung, kann dies ein Indiz für Asthma bronchiale sein.

Aus der Art des Husten können ebenfalls wichtige Hinweise abgeleitet werden. Ein bellender Husten und eine heisere Stimme sind zum Beispiel klassisch für eine Erkrankung des Kehlkopfes (Laryngitis). Bei Kleinkindern ab dem 6. Lebensmonat kann es zu einer Laryngitis subglottica oder auch Pseudokrupp kommen. Diese Erkrankung ist häufig in den Herbst- und Wintermonaten. Die saisonale Häufung tritt dadurch auf, dass die verursachenden Viren vor allem in diesen Monaten zirkulieren. Wenn die Entzündung der Ebene unter den Stimmbändern weiter voranschreitet, kann noch ein typisches Pfeiffen beim Einatmen und Atemnot hinzukommen.

Die Frage nach weiteren Symptomen hilft bei der genaueren Diagnostik. Hat das Kleinkind zum Beispiel andere allergische Erkrankungen bereits durchgemacht, dazu zählen: Atopische Dermatitis, Nahrungsmittelallergien oder Heuschnupfen, ist ein Asthma wesentlich wahrscheinlicher. So auch, wenn die Eltern an allergischen Erkrankungen leiden.

Besteht hingegen gleichzeitig Fieber, so deutet dies auf eine Infektionskrankheit hin.

Wird Literatur zu starkem Husten mit anschließendem Erbrechen gesucht, so stößt man meist auf das Krankheitsbild des Keuchhustens (Pertussis). Allerdings können gerade Kleinkinder bei starker Anstrengung durch das Husten mit Erbrechen reagieren. Vor allem, wenn der Schleim sehr zäh ist und deshalb schwierig zu bewegen ist. Trotzdem sollte Husten und Erbrechen unbedingt von einem Kinderarzt untersucht werden, speziell wenn das Kleinkind nicht gegen Pertussis geimpft ist.

Keuchhusten verläuft typischerweise in drei Stadien:

  • Stadium catarrhale: Dieses Stadium dauert 1 – 2 Wochen und geht mit Schnupfen, Husten und erkältungsähnlichen Symptomen einher.
  • Stadium convulsivum: Dieses Stadium dauert 4 – 6 Wochen und ist typisch für den Keuchhusten. Hier hustet das Kind mehrmals hintereinander und atmet dazwischen mit einem pfeifendem Geräusch ein. Durch die Anstrengung und den zähen Schleim erbricht das Kind.
  • Stadium decrementi: Der Husten wird schwächer und trockener. Typischerweise besteht er dann noch einige Zeit.

Die Erkrankung wird von Bakterien verursacht, ist aber durch eine Impfung zu verhindern.

Biologischer Zusammenhang

Der Hustenreiz wird durch eine Reizung der Schleimhaut der Atemwege hervorgerufen. Meist besteht am Anfang eines Infektes eine Reizung und beginnende Entzündung der Atemwege. Die Entzündung reizt die Nervenfasern in den Atemwegen, welche den Hustenreiz wahrnehmen und an das Nervensystem weiterleiten. Dies ist der Grund, warum gerade in der Anfangsphase einer Erkältung ein trockener Reizhusten mit Kratzen im Hals besteht. Ist die gesamte Schleimhaut entzündet, so nimmt meist der Hustenreiz wieder ab. Dann folgt meistens ein produktiver Husten, dessen Aufgabe es ist, die Schleimfäden, welche vermehrt gebildet werden, um die Erreger auszuscheiden, abzuhusten und so die Immunabwehr zu unterstützen.

Die eigentliche Aufgabe von Husten ist es, die Atemwege zu reinigen und so den feinen Flimmerhärchen in der Schleimhaut beim Abtransport des Schleimes zu helfen.

Zum Erbrechen beim Husten kommt es meist, weil der Verschlussmechanismus des kindlichen Magens noch nicht ausgereift ist[3]. Dadurch kommt es durch die Kontraktionen des Zwerchfells zu einem Aufsteigen von Mageninhalt. Dies kann auch bei Jugendlichen und Erwachsenen passieren; allerdings seltener und der Husten muss wesentlich stärker sein. Beobachtet werden kann dies zum Beispiel beim Keuchhusten. Ein weiterer Mechanismus, der zum Erbrechen beiträgt, ist das Verschlucken von Schleim aus den Atemwegen, was speziell bei Säuglingen öfters passiert, insbesondere, wenn der Schleim sehr zäh und schwierig zu bewegen ist. Meist erbrechen die Säuglinge dann schleimig.

Zu beachten

Ein Husten sollte von einem Kinderarzt abgeklärt werden, um die Ursache zu finden.

Gerade bei Infektionen mit Schleimbildung in den Atemwegen kann dem Kind gut geholfen werden, indem der Oberkörper beim Husten aufrecht gehalten wird, um das Aufsteigen von Mageninhalt aus dem Magen und damit Erbrechen während des Hustens zu erschweren. Weiter ist es wichtig, dass das Kleinkind genügend Flüssigkeit zu sich nimmt. Dadurch wird der Schleim flüssiger und lässt sich leichter abtransportieren. Inhalieren ist auch eine Möglichkeit die Atemwege zu befeuchten und den Schleim besser zu mobilisieren. Es gibt auch Medikamente, welche den Schleim lösen können (Sekretolytica); hier kann am Besten der zuständige Kinderarzt beraten.

Vorsicht ist geboten bei Medikamenten aus der Hausapotheke. Nicht alles, was für die Eltern bei Erkältung gut ist, muss auch für das Kleinkind geeignet sein. Gerade hier sollte Rat vom Kinderarzt des Vertrauens eingeholt werden.