Husten Beim Kleinkind: Begleiterscheinungen

Kleinkind hat Husten (mit Schleim)

© PantherMedia / Silvia Bogdanski

Gerade bei einem Kleinkind tritt Husten (Tussis) als Symptom sehr häufig auf. Meist ist er eine Begleiterscheinung von sogenannten Atemwegsinfekten im Rahmen einer Erkältung (grippaler Infekt oder österreichisch Verkühlung). Seltener tritt er auch im Rahmen einer Bronchitis, also einer Entzündung der unteren Atemwege, oder einer Lungenentzündung (Pneumonie) auf. Das Husten dient dazu, den angesammelten Schleim in den Atemwegen abzutransportieren und so die Atemwege freizumachen. Ein solcher schleimfördernder Husten wird auch als feuchter oder produktiver Husten bezeichnet.

Im folgenden Text werden die Ursachen des produktiven Hustens, die zugrunde liegenden Krankheitsbilder und die Warnsignale, die dringend zu einem Besuch beim Kinderarzt führen sollten, näher beschrieben.

Medizinische Fakten

Der Husten ist eine sehr typische Begleiterscheinung von Atemwegsinfekten und neben dem Fieber (Pyrexie) das häufigste Krankheitssymptom bei Kleinkindern überhaupt. [1]

Bei einer Entzündung produziert die gereizte Schleimhaut als Reaktion vermehrt Schleim. Dieser Schleim wird nicht immer in den tiefen Atemwegen selbst gebildet, sondern gelangt häufig bei einem Infekt der oberen Atemwege, also zum Beispiel bei einem Schnupfen (Rhinitis), über die Luftröhre in etwas tiefer gelegene Abschnitte. [2]

Die allermeisten Atemwegsinfekte sind sogenannte virale Infekte, also durch Viren ausgelöste Erkrankungen. Zu den häufigsten Krankheitserregern gehören Rhinoviren und Adenoviren. Durch Bakterien ausgelöste Entzündungen der Atemwege sind sehr viel seltener. [3]

Der Ansteckungsweg vollzieht sich mittels Tröpfcheninfektion. Das bedeutet, dass die Krankheitserreger sich in ausgehustetem Sekret oder Schleim befinden. Hustet oder niest eine erkrankte Person also in direkter Nähe zu einer zweiten Person, so können Erreger in feinen Tröpfchen zu der zweiten Person gelangen und hier für eine Ansteckung sorgen.

Wirkungsweise (Biologischer Zusammenhang)

Oft handelt es sich beim Husten um einen sogenannten Schutzreflex, beispielsweise beim Verschlucken von kleinen Fremdkörpern. Im Rahmen eines grippalen Infektes erfüllt der Husten auch eine Reinigungsfunktion, da er die im Schleim enthaltenen Erreger nach aussen zu befördern vermag. Durch Schleim werden die feinen Flimmerhärchen, die die Oberfläche in den Atemwegen bilden und normalerweise zum Abtransport von Krankheitserregern und Fremdkörpern dienen, gereizt und es kommt zum Husten. An verschiedenen Stellen im Atemwegssystem finden sich sogenannte Hustenrezeptoren , die über verschiedene Nerven einen Reiz an das zentrale Nervensystem senden. Hier wird der Reiz an den Zwerchfellnerv weitergeleitet, der dann den Husten auslöst. Hierbei wird die Atemluft mit großer Geschwindigkeit durch die Atemwege gepresst und löst so den Schleimund transportiert diesen aus dem Atemwegssystem hinaus. [4][5]

Zu beachten

Häufig beobachten Eltern, dass ihre Kinder in den ersten Wochen und Monaten des Kindergartenbesuches vermehrt an Atemwegsinfekten erkranken. Bei Kleinkindern werden bis zu acht Atemwegsinfekte in einem Jahr als normal betrachtet. Dies liegt daran, dass die Kinder im Kindergarten vielen fremden Krankheitserregern ausgesetzt sind und zugleich ihr eigenes Immunsystem noch nicht vollkommen ausgereift ist. Die Ansteckungsgefahr ist zwischen dem zweiten und vierten Krankheitstag am größten. [6][7]

Durch regelmäßiges Händewaschen kann die Ansteckungsgefahr gemindert werden.

Bei folgenden Symptomen zusätzlich zum Husten selbst sollte dringend ein Facharzt aufgesucht werden [2][6]:

-Luftnot (bei akuter Atemnot sollte sofort der Notarzt gerufen werden!)

-schnelle Atmung

-anhaltendes oder hohes Fieber

-hörbare Nebengeräusche beim Ein- oder Ausatmen

-Husten, der länger als zwei Wochen anhält

Bei den beschriebenen Symptomen kann eine Ausweitung der Erkältung beispielsweise zu einer Entzündung der Bronchien (Bronchitis) oder der Lungen (Pneumonie) geführt haben,die eine adäquate Therapie durch einen Kinderarzt verlangt.