Husten Bluthusten: Begleiterscheinungen

Blut - Husten u. Nasenbluten

© PantherMedia / loganban

Bluthusten und Nasenbluten kommen gelegentlich im Rahmen von Atemwegsinfekten vor, sind jedoch keine typischen Symptome für eine Erkältung oder eine Grippe (Influenza). Wann zur Vorsicht geraten wird, erklärt der nachfolgende Text.

Medizinische Fakten

Bluthusten und Nasenbluten sind keine klassischen Symptome von Erkältungskrankheiten oder Grippe. Nichtsdestotrotz kann es bei häufigem Naseputzen zu Blutungen der durch die Entzündung bereits gereizten Nasenschleimhäute kommen. Auch im Rahmen einer Bronchitis ist das Aushusten von Blut keine Seltenheit.

Bei häufigem und starkem Nasenbluten kann es sein, dass ein bestimmter Teil der Nasenscheidewand (Locus Kiesselbachii) besonders viele Gefäßschlingen enthält, deren Wände sehr fragil sind und somit schnell bluten. Auch hier kann das Blut, gerade im Liegen, aus der Nase in den Rachen laufen, einen Hustenreflex auslösen und so ein Bluthusten imitieren. Ein HNO-Arzt kann diesen Sachverhalt schnell aufklären und die Stellen unkompliziert veröden.[1]

Treten Bluthusten und Nasenbluten gehäuft und ohne Begleiterscheinungen einer Infektionskrankheit auf, kann sich eine ernstere Erkrankung hinter den Symptomen verbergen. Meist bestehen dann weitere Begleiterscheinungen wie beispielsweise eine insgesamt erhöhte Blutungsneigung in Form von leicht entstehenden „Blauen Flecken“ (Hämatomen) oder kleinen stecknadelkopfgroßen Einblutungen (Petechien) in die Haut. Dieser Symptomkomplex kann für bestimmte Arten von Blutkrebs (Leukämien) oder Knochenmarkserkrankungen sprechen.[2] Oft gesellen sich dann aber weitere Symptome wie Blässe und Blutarmut (Anämie) sowie eine erhöhte Infektanfälligkeit, insbesondere für untypische Erreger wie Pilze, hinzu. Auch Allgemeinsymptome wie Abgeschlagenheit, Fieber, Nachtschweiß und Gewichtsverlust sollten in diesem Zusammenhang abgeklärt werden.

Biologischer Zusammenhang

Der häufigste Grund für Nasenbluten und blutigen Husten ist die Verletzung von kleinen Gefäßen durch mechanische Belastung (Husten, Schnäuzen). Dadurch, dass bei infektionsbedingten Entzündungen die Gefäße der Schleimhäute geweitet und durchlässiger sind, sind die Gefäßwände anfälliger für mechanische Reizungen und reißen schneller ein.

Fallen insgesamt über den Körper verteilte Blutungen auf, kann es sich um einen systemischen Mangel an Blutplättchen handeln (Thrombopenie), die für die funktionierende Gerinnung zuständig sind. Da diese Zellen im Knochenmark produziert werden, liegt der Verdacht nahe, dass die Knochenmarkfunktion gestört ist. Dies ist beispielsweise bei bestimmten Leukämieformen der Fall.

Da das Knochenmark auch die roten Blutzellen (Erythrozyten) und weißen Blutzellen (Leukozyten) produziert, kann es bei einer veränderten Knochenmarksfunktion auch zu einer Verminderung dieser Zellen kommen. Dies zeigt sich dann in einer Blutarmut (Erythropenie) und einer gesteigerten Infektanfälligkeit, da die weißen Blutzellen im Normalzustand einen großen Teil des Immunsystems darstellen (Leukopenie) und die veränderten Zellen im Falle einer Leukämie nicht mehr die ursprüngliche Funktion beibehalten können.[3]

Zu beachten

Nasenbluten und Bluthusten sind im Kontext eines Atemwegsinfekts möglich und sollten dem Betroffenen nicht allzu viel Angst machen. Da abschwellende Nasensprays die Schleimhäute häufig noch sensibler machen, wird im Falle von häufigem Nasenbluten von deren Gebrauch abgeraten. Ungünstig bei Nasenbluten ist das Nachhintenlehnen des Kopfes in den Nacken, da hier Blut sowohl in die Atemwege als auch in den Magen (häufig zu Übelkeit/Erbrechen führend) laufen kann.[4]

Wenn die Symptome länger persistieren oder ohne einen dazugehörigen Infekt auftauchen, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um eine genauere Diagnostik zu beginnen. Hier können insbesondere das Testen der unterschiedlichen Gerinnungssysteme im Körper sowie ein Blutbild aufschlussreich sein.