Husten Bluthusten: Begleiterscheinungen

Husten + blutiger Auswurf

© SENTELLO - Fotolia

Das Aushusten von frischem Blut oder Schleim mit Blutbeimengungen ist häufig Symptom einer Atemwegsentzündung. Diese und andere Ursachen werden im Folgenden erläutert und der biologische Zusammenhang erklärt.

Medizinische Fakten

Häufig ist eine Entzündung der Atemwege Ursprung blutigen Auswurfs. Treten die Symptome erst seit kurzem auf, handelt es sich am ehesten um eine akute Entzündung, wie z.B. eine Bronchitis oder Lungenentzündung. Fallen zusammen mit blutigem Auswurf plötzlich einsetzende Luftnot und Thoraxschmerzen auf, muss an einen Verschluss einer Lungenarterie (Lungenembolie) gedacht werden.

Sind die Beschwerden bereits länger vorhanden, könnte ein Lungenabszess, also eine Eiteransammlung in der Lunge, zu Husten mit faulig riechendem Schleim und Blutbeimengungen geführt haben. Eine offene Tuberkulose kann sich zudem mit dem Aushusten von frischem hellroten Blut oder Blutgerinnseln äußern.[1]

Doch auch chronische Entzündungen, wie sie z.B. für die COPD oder Bronchiektasien (Aussackungen der kleinen Atemwege) typisch sind, können zu Bluthusten führen.

Seltener als eine Entzündung kann sich auch ein Tumorleiden, insbesondere das Bronchialkarzinom mit Bluthusten äußern.[2]

Gelegentlich können auch Herzerkrankungen zum Aushusten von schaumig-weißem, blutig tingierten Auswurf führen.

Nasenbluten, welches in den Rachen gelaufen ist, oder Blutungen aus dem Gastrointestinaltrakt müssen vom Bluthusten mit Ursprung in den unteren Atemwegen unterschieden werden.

Biologischer Zusammenhang

Bei einer Entzündung der Atemwege, sowohl bei akuten als auch bei chronischen Geschehnissen, werden die Schleimhäute stärker durchblutet, die Gefäße weiten sich und das Gewebe wird durchlässiger für Immunzellen und Entzündungsvermittler (Zytokine). Zusammen mit der mechanischen Belastung durch das Husten werden die Gefäßwände geschädigt und Blut tritt aus.

Im Falle von Bronchiektasien werden die Aussackungen der Atemwege schlechter belüftet und produzierter Schleim wird schlechter abtransportiert – sie stellen somit einen Nährboden für Bakterien dar, was in häufige Entzündungen mündet. Ein ähnlicher Mechanismus ist bei der COPD zu finden, in der eine Reizung über lange Zeit, beispielsweise durch Zigarettenrauch, zu einer chronischen Irritation und Entzündung der Atemwege führt.

[1] Verlegt ein Embolus eine Lungenarterie, kann der dahinterliegende Teil der Lunge durch den Blut- und Sauerstoffmangel zugrunde gehen (ischämische Nekrose) und dabei in die Atemwege bluten.

Sowohl Tuberkuloseherde als auch Tumore können in das Gefäßsystem einbrechen und damit eine künstliche Verbindung zwischen Atemwegen und Blutgefäßen herstellen.

Verschiedene Herzerkrankungen können zu einem Rückstau von Blut in die Lunge und damit zu einem erhöhten Druck in den Lungengefäßen führen, die dadurch fragiler und anfälliger für Verletzungen werden.[3]

Zu beachten

Tritt Bluthusten im Zusammenhang mit einer akuten Entzündung der Atemwege auf oder besteht der Verdacht einer Tuberkulose (z.B. durch eine vorangegangene Reise in Risikogebiete oder den Kontakt mit infizierten Personen), ist die Ansteckungsgefahr hoch und der enge Kontakt mit Mitmenschen, insbesondere Immungeschwächten (Kinder, Alte, Schwangere) sollte vermieden werden. Das ausgehustete Sekret ist weiterhin als infektiös zu betrachten und sollte möglichst schnell entsorgt werden. Bei Reisen in bekannte Tuberkulosegebiete ist eine Schutzimpfung zu erwägen.

Treten zusammen mit dem Auswurf von Blut plötzliche Luftnot und Thoraxschmerzen auf, sollte eine Lungenembolie in einer Rettungsstelle ausgeschlossen werden.

Hält der Husten über mehrere Wochen an oder werden zusätzlich Symptome wie Gewichtsverlust, Fieber und/oder Nachtschweiß beobachtet, sollte dies ärztlich in jedem Fall abgeklärt werden.