Husten Reizhusten: Begleiterscheinungen

Reizhusten mit Auswurf

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Beim Husten handelt es sich genau genommen um einen Schutzreflex und Reinigungsmechanismus der Atemwege, der bei einer Vielzahl von Erkrankungen auftritt, wie beispielsweise Grippe (Influenza) oder Erkältung. Entsprechend häufig konsultieren Menschen aufgrund von Husten einen Arzt: In Deutschland bedingt das Symptom beispielsweise ein Drittel [1] aller Konsultationen bei niedergelassenen Pneumologen. Kommt es beim Husten zum Auswurf von Schleim, bezeichnet man diesen als ‚produktiv‘, ohne derartigen Auswurf bezeichnet man ihn als ‚trocken‘ bzw. als ‚Reizhusten‘. Der biologische Sinn dieses Symptoms sowie seine medizinischen Hintergründe sollen im Folgenden erklärt werden.

Medizinische Fakten

Zu den Krankheiten, die besonders häufig mit einem gesteigerten Hustenreiz einhergehen, zählen Grippe (Influenza) und Erkältung. Typischerweise beginnt der Husten bei diesen Erkrankungen trocken und wird dann einige Tage später von Auswurf begleitet. Die Farbe des ausgestoßenen Schleims erlaubt grobe Rückschlüsse [2] auf die Erreger: Sowohl Grippe als auch Erkältung werden durch Viren verursacht, das abgehustete Sekret ist dabei meist klar. In manchen Fällen kommt es jedoch zusätzlich zu einer sekundären Infektion mit bakteriellen Erregern. Der Husten wird dann oft von gelblichem oder grünlichem Schleim begleitet.

Biologischer Zusammenhang

Sowohl bei einer Erkältung als auch bei Grippe dringen die Viren direkt in die Schleimhautzellen der Atemwege ein, um sich durch diese vermehren zu lassen. Das Immunsystem erkennt die befallenen Zellen und geht gegen sie vor. Im Rahmen dieser als ‚Entzündung‘ bezeichneten Reaktion werden verschiedene Botenstoffe frei, welche so genannte Hustenrezeptoren [3] im Gewebe der betroffenen Areale sensibilisieren. Die Reizschwelle für das Auslösen des Hustenreflexes wird so herabgesetzt. Dieser Mechanismus bedingt den anfangs trockenen Reizhusten. Die Botenstoffe des Immunsystems verursachen außerdem eine Schwellung der Schleimhäute sowie eine gesteigerte Sekretion. Im Verlauf fallen also vermehrt Schleim aber auch abgestorbene Zellen an, die aus dem Atemtrakt entfernt werden müssen. Aufgrund der Entzündung können die Flimmerhärchen der Bronchien diese Funktion nicht effizient erfüllen. Das sich stauende Sekret aktiviert die Hustenrezeptoren jedoch mechanisch, sodass der dadurch ausgelöste, produktive Husten die Selbstreinigung der Atemwege gewährleistet. Dadurch wird nicht zuletzt das Risiko einer Lungenentzündung vermindert, denn in dem angestauten Sekret würden sich noch weitere Erreger vermehren und den Krankheitsverlauf womöglich verkomplizieren.

Zu beachten

Sollte sich das Beschwerdebild plötzlich dahingehend drastisch verschlechtern, dass zusätzlich Fieber oder blutiger Auswurf auftreten, kann dies auf ein anderes zugrundeliegendes Krankheitsgeschehen oder einen komplizierten Verlauf hindeuten. Es sollte daher zeitnah ein Arzt konsultiert werden, um die Ursache der Symptomatik abzuklären.