Husten Reizhusten: Begleiterscheinungen

Reizhusten (bellender Husten) + Fieber

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Bellender Husten, welcher mit Fieber einhergeht, kommt besonders häufig bei Krupphusten und Keuchhusten vor. Im Folgenden sollen die medizinischen Fakten, die biologischen Zusammenhänge und die Risiken in Verbindung mit bellendem Husten und Fieber bei Keuchhusten und Krupphusten näher dargelegt werden. [1]

Medizinische Fakten

Keuchhusten (Pertussis) ist eine oftmals lang andauernde Erkrankung der Atemwege, welche durch Bakterien (Bordetella pertussis) übertragen wird und hoch ansteckend ist. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen, Sprechen). Beinahe jeder Kontakt zwischen einem Erkrankten und ungeschützten Gesunden führt zu einer Ansteckung. [1][2]

Typisches Merkmal der Erkrankung sind die plötzlich auftretenden, schweren Hustenanfälle. Insbesondere Säuglinge und Kinder unter sechs Monaten sind gefährdet. Die teils extremen Hustenattacken können von Erbrechen bis zu lebensbedrohlichen Erstickungsanfällen und Atemstillständen führen. [1][2]

Keuchhusten verläuft in drei Stadien:

1. Stadium: Dauer von 1-2 Wochen (Stadium catarrhale)

  • -grippeähnliche Symptomatik
  • -eventuell Heiserkeit
  • -Niesen
  • -Schnupfen [4]
  • -leichtes Fieber [3]

2. Stadium: Dauer von 2- 3 Wochen (Stadium convulsivum)

  • -typische krampfartige Hustenanfälle (mit herausgestreckter Zunge)
  • -Würgen/Erbrechen [3][4] 
  • -erschwerte Atmung

3. Stadium: Dauer von 2- 4 Wochen (Stadium decrementi)

  • -nachlassender Husten [3][4] 
  • -eventuell Husten-Tic

Beim Krupphusten ist der Pseudokrupp vom „echten Krupp“ (Diphtherie) zu unterscheiden. Diphtherie tritt wegen der Schutzimpfungen hierzulande nur noch selten auf. [5]

Pseudokrupp ist eine Entzündung der oberen Atemwege und wird meistens von Viren hervorgerufen. Betroffen sind vor allem Kinder im Alter zwischen sechs Monaten und drei Jahren. Typisches Krankheitssymptom ist der, meistens in den Abendstunden oder nachts auftretende, bellende Husten. Die Inspiration ist erschwert und wird häufig von pfeifenden, rasselnden oder auch fauchenden Atemgeräuschen begleitet. Die Stimme ist heiser und die Erkrankten leiden unter Atemnot, die bei einem Anfall sehr stark sein kann. Sie wird begleitet von Erstickungsängsten, Herzklopfen und Unruhe. [3][5]

Beim „echten Krupp“, ist vor allem die Kehlkopfdiphtherie eine sehr ernst zu nehmende Erkrankung. Hervorgerufen wird sie durch das Bakterium Corynebacterium diphtheriae. Dabei kommt es zunächst zu Heiserkeit und zum Stimmverlust. Bellender Husten tritt zu Beginn nur nachts, dann auch tagsüber auf. Die Verengung des Luftröhreneingangs führt zur Luftnot und sogar zu Erstickungsanfällen. Dabei empfinden die Erkrankten große Angst. Um die Atmung zu gewährleisten, kann es notwendig sein, die Erkrankten zu intubieren. [5][6]

Biologischer Zusammenhang

Beim Keuchhusten entstehen zwischen 7 und 20 Tagen nach Ansteckung die ersten Krankheitszeichen. Der Keuchhusten-Erreger bildet Giftstoffe, welche die Schleimhäute der Luftwege schädigen und zu den genannten Symptomen führen. [4]

Beim Pseudokrupp entzündet sich die Schleimhaut im Bereich des Kehlkopfes und der Stimmbänder. Die Schleimhaut schwillt an und die Erkrankten bekommen nur sehr schlecht Luft. Zusätzlich kann zäher Schleim, die Atemwege weiter verengen. [4]

Das Krankheitsbild der Diphtherie entsteht einerseits durch die lokale Infektion, aber auch durch die systemischen Effekte der potenten Bakteriengifte (Diphtherie-Exotoxine). Für die relativ hohe Mortalität der Erkrankung ist allein das Toxin verantwortlich. [1]

Zu Beachten

Auch heute enden immer noch ungefähr 20 Prozent aller Fälle von Diphtherie tödlich. Deshalb muss die Therapie so früh wie möglich begonnen werden. Schon beim geringsten Verdacht sollte ein Arzt aufgesucht werden. Prophylaktisch ist eine Schutzimpfung möglich, welche alle 10 Jahre aufgefrischt werden muss.

Gegen Keuchhusten schützt eine Impfung. Wer nicht geimpft ist, sollte nach dem Kontakt mit Erkrankten vorsorglich mit einem Antibiotikum behandelt werden, damit die Krankheit nicht ausbricht. Ein geimpfter kann, obwohl er gesund bleibt, ein „Wirt“ sein und andere anstecken. Kinder und Erwachsene dürfen im Krankheitsfall Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen oder Kindergärten vorübergehend nicht besuchen. [1]

Bei Verdacht auf Keuchhusten sollte vor einem Besuch die Arztpraxis informiert werden, damit das Praxispersonal Maßnahmen zum Schutz anderer vor einer Ansteckung ergreifen kann. [1]