Husten Reizhusten: Lebensmittel

Honig gegen Reizhusten

© PantherMedia / Olaf Karwisch

Der Duden definiert Reizhusten als einen durch ein Kitzeln im Hals ausgelösten, hartnäckigen Husten, der nicht auf Verschleimung oder Ähnlichem beruht. [1] Reizhusten kann verschiedene Ursachen haben und zum Beispiel im Rahmen eines Infekts, aber auch als Folge einer Reizung durch eigeatmete Schadstoffe (Inhalationsnoxen) oder als Arzneimittelnebenwirkung entstehen. [2] Es gibt eine Vielzahl von Hausmitteln, die als effektiv im Kampf gegen Reizhusten angesehen werden, wie zum Beispiel Inhalationen, Kräutertees, Kartoffelwickel oder die Anwendung vonHonig. Der nachfolgende Text soll Informationen über den Honig als Mittel gegen Reizhusten sowie die Anwendung und Alternativen vermitteln.

Wirkungsweise

Honig ist ein sehr altes Hausmittel, welches bereits in der Steinzeit als Nahrungsmittel Verwendung fand. [3]Doch auch verschiedene Forschungsgruppen sind bereits auf dieses Jahrtausende alte Naturprodukt aufmerksam geworden und konnten verschiedene positive Wirkungen auf den menschlichen Organismus feststellen. [3]So empfehlen zum Beispiel die WHO schon lange die Anwendung von Honig bei Reizhusten und auch die Forschung hat sich diesem Phänomen gewidmet.  [4] Honig ist eine natürliche Flüssigkeit, welche mindestens 181 verschiedene Substanzen enthalten soll. [5]  Honig soll einen hemmenden (inhibitorischen) Effekt auf über 60 verschieden Bakterienarten haben und auch vor verschiedenen Pilzen und Viren schützen.  [3]Für diese schützende (protektive) Wirkung des Honigs werden seine zahlreichen Radikalfänger (Antioxidantien) wie zum Beispiel Vitamin C oder Flavonoide  (sekundäre Pflanzenstoffe) verantwortlich gemacht. [5]  Antioxidantien sind Stoffe, die die Bildung von freien Radikalen und dadurch ausgelösten oxidativen Stress im Körper kontrollieren und inhibieren. [6]

Doch auch Polyphenole sind im Honig enthalten. [3]Polyphenole sind chemische Verbindungen, welche als Radikalfänger im Körper fungieren und hauptsächlich für den  lindernden  Effekt des Honigs auf den Hustenreiz, aber auch für eine verbesserte Wundheilung durch Honig verantwortlich gemacht. [7] Verschiedene Honigarten scheinen in der Menge dieser protektiven Inhaltsstoffe zu variieren. [8] So soll die Zahl der Antioxidantien mit dunklerer Honigfarbezunehmen. [3]

Es gibt allerdings noch weitere Erklärungen für die positive Wirkung des Honigs. So konnten Forscher zeigen, dass sich die anatomische Struktur der Nervenfasern, die für das Husten verantwortlich sind, und der Nervenfasern, die für das Schmecken der Süße verantwortlich sind, ähneln. [9] Durch eine Interaktion dieser Nervenfasern soll es zu einem lindernden Effekt komme. [9-10] Eine weitere Erklärung geht davon aus, dass durch die Aufnahme einer süßen Substanz automatisch die Speichelproduktion angeregt wird. Es kommt zur vermehrten Bildung von Schleim (Mukus) in den Atemwegen kommt und so zu lindernde Wirkung auf den Hustenreiz.  [9]

Empfehlung zur Anwendung & Dosierung

In einer amerikanischen Studie mit 105 Kindern zwischen zwei und 18 Jahren konnte der hustenstillenden Effekt von Honig belegt und sogar seine Überlegenheit gegenüber dem häufig eingesetzten, zentral wirksamen Hustenblocker (Antitussivum) Dextromethorphan dargestellt. [4,9] Zentral wirksame Hustenblocker  dämpfen die Aktivierbarkeit des Hustenzentrums im Gehirn und führen so zu einer Linderung. [4] Diese Studien beziehen sich allerdings vor allem auf einen positiven Effekt auf den Hustenreiz und die damit verbundene Schlaffähigkeit von Kindern. Doch eine iranische Studie konnte nun auch für Erwachsene die Wirkung einer Paste aus Honig und Kaffee belegen, deren Wirksamkeit der von Steroiden und Schleimlösern in einer Studieüberlegen war. [11]

Tipps zur Anwendung:

  • mehrmals täglich kann ein TL Honig gelöffelt werden [9]
  • einige Löffel Honig (in Studien 10g verwendet) vor dem Schlafen gehen löffeln [9]
  • Zwiebelsirup: eine Zwiebel in Stücke schneiden und etwas Honig darübergeben. Die Zwiebel mindestens eine Stunde lang ziehen lassen und dann morgens, mittags und abends jeweils einen Esslöffel des Zwiebelsuds einnehmen.[12]
  • Honig zum Süßen von Tees verwenden [13]
  • Honig-Kaffee Paste für Erwachsene: 500 g Honig vermischt mit 70 g Instantkaffee (3 x tgl. Paste in heißem Wasser auflösen und trinken)[11]
  • wenn möglich: hochwertigen oder dunklen Honig verwenden [6]

Eine Linderung kann auch verschaffen:

  • Hustentee: empfehlenswert sind unter anderem Tees in den Sorten Malve, Huflattich,Fenchel und Majoran [14]
  • Inhalieren: Inhalieren hilft bei Reizhusten die trockenen Schleimhäute zu befeuchten und beruhigt dadurch den Hustenreiz, geeignete Zusätze sind unter anderem Kochsalz, Kamille oder Thymian [15]
  • Kartoffelwickel: wirkt krampf- und hustenlösend.

Hierfür sollten einige ungeschälte Kartoffeln gekocht werden (abkühlen lassen, Verbrennungsgefahr). Anschließend werden die warmen Kartoffeln samt ihrer Schale zerdrückt und auf eine Mullbinde gestrichen. Mit derselben Mullbinde den „Kartoffelbrei“ verdecken und um den Brustkorb legen. Den Wickel anschließend mit einem Handtuch bedecken (60-90 Minuten einwirken lassen).

  • ausreichend trinken  [14]
  • Kopfkissen hochlagern [14]
  • medikamentöse Therapie [18]
  • Rauchen einstellen/reduzieren [14]
  • spezielle Physiotherapie und Sprachmanagement [19]

Viele Hausmittel scheinen eine gute Wirkung im Kampf gegen den Reizhusten zu erbringen oder sind in der Lage, die Symptome zu lindern. Da hinter einem Reizhusten aber auch ernsthafte Erkrankungen wie Asthma, eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) oder Sodbrennen(gastroösophagealer Reflux) stecken kann, ist es oft sinnvoll, einen Arzt aufzusuchen. [2]

Zu beachten

Sowohl beim Inhalieren, als auch bei den Kartoffelwickeln ist auf eine angenehme Temperatur zu achten, damit es nicht zu Verbrennungen kommt. [17] Kinder sollten daher nur in Anwesenheit Erwachsener inhalieren. Außerdem sollte bei Kindern auf die Verwendung von mentholhaltigen Stoffen (z.B. Minze) oder anderen stark riechenden ätherischen Ölen zum inhalieren verzichtet werden, da diese bei Ihnen eine gefährliche Atemnot auslösen können. Dies gilt auch für Personen mit empfindlichen Atemwegen wie z.B. Asthmatiker.  [16]

Bei der Zubereitung  von Tee oder Milch mit Honig sollte vor Zugabe des Honigs eine trinkbare Temperatur erreicht  sein, damit sich die wertvollen Inhaltsstoffe des Honigs nicht verflüchtigen. [13] Für Kinder unter dem ersten Lebensjahr ist auf die Anwendung von Honig generell zu verzichten, da  Sporen einiger Bakterien  im Honig überleben können. Besonders gefährlich ist der Krankheitserreger Clostridium botulinum, der das Botulinumtoxin freisetzt, welches zu Lähmungserscheinungen führen kann (Botulismus). [20] In geringen Mengen wurde dieser Erreger auch in einzelnen Honigen nachgewiesen. [20] Die Anwendung von Honig erhöht dieKariesgefahr, weshalb auf eine gute Mundpflege der Kinder und eine kurze Anwendungszeit des Honigs zu achten ist.  [4] Auch bei Allergien oder Erkrankungen wie Diabetes mellitus sollte auf den Verzehr von Honig verzichtet werden.  [21]

Bei zusätzlichen Symptomen wie Fieber, langanhaltenden Husten über eine Wochen oderVerschlechterung der Symptomatik sollte allerdings ein Arzt aufgesucht werden.