Husten Reizhusten: Lebensmittel

Zwiebel + Honig bei Reizhusten (Hausmittel)

© PantherMedia / Heike Rau

Als Reizhusten wird trockener, nicht produktiver Husten (Tussis) bezeichnet, der je nach Häufigkeit und Intensität als quälend und schmerzhaft empfunden werden kann.[1] Neben medikamentösen Hustenstillern finden unter anderem Zwiebeln und Honig – oft auch in Kombination – Anwendung, um den Reiz zu lindern und die Schleimhäute zu beruhigen.[2] Sie gelten als anerkannte Hausmittel bei unterschiedlichen Beschwerden, darunter auch Hustenreiz. In jedem der beiden Naturprodukte sind natürliche Inhaltsstoffe enthalten, die auf verschiedenen Wegen eine Linderung der Beschwerden herbeiführen und den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen können.

Wirkungsweise (Biologischer Prozess)

Der im Honig enthaltene Zuckersirup legt sich wie eine Hülle um die im Hals befindlichen Hustenrezeptoren und entfaltet dort seinen beruhigenden Effekt. Die Wirkung hält in etwa so lange an, wie die Zuckermoleküle an den Rezeptoren verbleiben, also ungefähr 20 bis 30 Minuten.[3] Honig wirkt zudem antibakteriell, was auf mehrere Faktoren zurückzuführen ist. So enthält er beispielsweise eine sehr hohe Konzentration an Zucker, während sein Wassergehalt lediglich zwischen 15 und 18% liegt. Dadurch wird Honig osmotisch aktiv, d.h. er entzieht seiner Umgebung das Wasser. Dazu gehören im besten Fall auch die Krankheitserreger, die dadurch ihrer Lebensgrundlage beraubt werden. Ein weiterer Umstand, der zur potenziell antibiotischen Wirkung von Honig beiträgt, ist der niedrige pH-Wertvieler Honigarten. Da sich die meisten Bakterien in saurem Milieu schlecht vermehren können, wirkt sich die Einnahme der Naturalie mit ihrem niedrigen pH-Wert positiv auf den Körper aus.[4] Aber die wohl wichtigsten antibakteriell wirksamen Substanzen im Honig sind die Inhibine. Das bekannteste Inhibin ist das Wasserstoffperoxid (H2O2), das durch Oxidation von Wasser und Glucose durch das Enzym Glucoseoxidase aus der Futtersaftdrüse der Biene entsteht. Durch diese Reaktion und den entstehenden Sauerstoff wirkt H2O2 zytotoxisch.

Im Honig sind außerdem noch weitere, nicht-peroxide Inhibine enthalten, die verschiedenen Stoffgruppen zugeordnet werden und unterschiedlich wirksam sind. Dazu zählen Flavonoide, Lysozym, aromatische Säuren und andere, unbestimmte Honiganteile.[5]

Zwiebeln sind bereits seit geraumer Zeit für ihre gesundheitsfördernden Eigenschaften bekannt. Die antibiotischen und desinfizierenden Wirkstoffe in Zwiebeln sind das auch im Knoblauch enthaltene Allicin, weitere Schwefelverbindungen und Quercetin.[6] Aufgrund unterschiedlicher Reaktionsmöglichkeiten wirken auch sie zytotoxisch und damit in gewissem Maße antimikrobiell.

Empfehlungen zur Anwendung & Dosierung

Zwiebeln und Honig ergeben in Kombination einen natürlichen Hustensaft, der auch für Kinder geeignet ist. Zubereitet wird er mit einer fein gehackten Zwiebel und 3 EL Honig. Beides wird verrührt und für 6 bis 24 Stunden abgedeckt beiseite gestellt. Durch die hohe osmotische Aktivität des Honigs werden das Wasser samt weiterer Inhaltsstoffe aus den Zellen der Zwiebel gezogen. Der entstandene Saft kann nach Belieben durch ein Sieb gegossen werden, um die Zwiebelstücke zu entfernen.[7]

Nun kann er bei Bedarf löffelweise eingenommen werden. Bei akuten Beschwerden können stündlich 1 bis 2 EL Linderung verschaffen. Nach Eintritt der Besserung reicht oftmals die Einnahme von 2 bis 3 Löffeln des Saftes am Tag.[8]

Zu beachten

Honig verliert durch Wärme und Licht teilweise seine antibakteriellen Eigenschaften. Es wird daher empfohlen, ihn kühl und dunkel zu lagern.[9]

Sofern sich der Gesundheitszustand nicht verschlechtert, spricht grundsätzlich nichts gegen eine additive Linderung der Symptome durch natürliche Hausmittel. Sollten die Beschwerden länger bestehen bleiben, schlimmer werden oder Risikogruppen wie kleine Kinder oder Immunsupprimierte betreffen, so sollte trotz Anwendung von Hausmitteln ein Arzt hinzugezogen werden.