Husten Reizhusten: Krankheitstypen

Sehr starker Reizhusten

© PantherMedia / Leung Cho Pan

Husten (lat. Tussis) ist Symptom verschiedenster Erkrankungen der Atemwege und stellt einen wichtigen Schutz- und Reinigungsmechanismus für den Körper dar. Der folgende Artikel behandelt mögliche Ursachen für sehr starken Reizhusten und zeigt Ansatzpunkte der Behandlung auf. Abschließend wird auf Warnsignale eingegangen, bei deren Auftreten ein Arztbesuch empfohlen wird.

Ursachen für sehr starken Reizhusten

Husten ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern zunächst ein Symptom bzw. eine Begleiterscheinung einer zugrundeliegenden Veränderung der Atemwege. Speziell in den Bronchien, also den Luftwegen der Lunge, aber auch in der Luftröhre (Trachea) selbst, befinden sich freie Nervenendigungen, die durch Reize stimuliert werden können und reflektorisch einen Hustenreiz auslösen. Zu den möglichen Reizhusten auslösenden Reizen zählen unter anderem Fremdkörper, Entzündungen oder schleimhautreizende Substanzen. Welche Ursache konkret hinter einem Reizhusten steckt, lässt sich anhand bestimmter Hinweise weiter eingrenzen. Hinweise darauf geben z.B. erkennbare Auslöser oder Begleiterscheinungen, die Dauer des Hustens oder die Tatsache, ob es sich um trockenen Reizhusten oder sogenannten produktiven Husten mit schleimigem Auswurf handelt.[1]

Am häufigsten tritt Husten in Rahmen von Erkältungen bzw. grippalen Infekten, wie die Erkältung im Fachjargon oft genannt wird, auf. Dabei handelt es sich meist um durch Viren verursachte Entzündungen der Atemwege, die besonders in der Anfangsphase durch sehr schlimmen Reizhusten auffallen können. Vor allem Adeno-, Rhino-, Parainfluenza-, Coxsackie- und RS-Viren stecken häufig hinter den Beschwerden. Spätestens nach einigen Tagen treten üblicherweise zusätzlich typische Begleitsymptome wie Schnupfen, Halsweh und eventuell Mattigkeit oder leichtes Fieber auf. Der Reizhusten verwandelt sich während dieser Phase oftmals in produktiven Husten mit schleimigem Auswurf. Grippale Infekte sind selbstlimitierend, heilen also nach spätestens drei Wochen auch ohne Behandlung von selbst aus.[2]

Auch bakterielle Lungenentzündungen(Pneumonien), hervorgerufen durch sogenannte Chlamydien und Mykoplasmen, können extrem starken Reizhusten hervorrufen, der eventuell auch noch über Wochen nach Abheilung der Lungenentzündung anhält. Ebenso kann Reizhusten im Rahmen einer Rippenfellentzündung (Pleuritis) auftreten. In beiden Fällen ist neben dem Husten auch die Atmung schmerzhaft und eingeschränkt.[1]

Eine weitere Ursache für Reizhusten können Allergien oder Asthma bronchiale sein. Durch einen bestimmten Auslöser (z.B. Pollen, bestimmte Nahrungsmittel oder körperliche Anstrengung) wird dabei eine überschießende Immunantwort mit einer Entzündungsreaktion in der Lunge provoziert, die den Hustenreiz auslösen oder – im Falle von Asthma – sogar zu beträchtlichen Atemproblemen, einhergehend mit charakteristischen pfeifenden Atemgeräuschen, führen kann. Vor allem dann, wenn der Hustenreiz saisonal gehäuft auftritt, ein bestimmter Auslöser erkennbar ist oder bereits bekannte Atembeschwerden vorliegen, sollte dies lungenfachärztlich abgeklärt werden.[3]

Ebenfalls schleimhautreizend und in vielfältiger Weise schädigend wirkt Tabakkonsum, der bei Rauchern in einem Großteil der Fälle zu chronischer Bronchitis, also der andauernden Entzündung der Bronchien, und in weiterer Folge zu einem COPD, der chronisch obstruktiven Lungenkrankheit, führen kann. Beide Krankheitsbilder verursachen Husten mit oder ohne schleimigen Auswurf. In diesem Zusammenhang ist auch das Passivrauchen zu erwähnen, das insbesondere bei Kindern zu starker Hustensymptomatik führen kann.[3]

Neben dem Zigarettenrauch gibt es weitere schleimhautreizende Substanzen, die als Luftschadstoffe bei erhöhter Konzentration Reizhusten verursachen. So können etwa regional erhöhte Werte von Smog oder Ozon Atemwegsirritationen mit Husten auslösen, wenn die Lunge ihnen über längere Zeit hinweg ausgesetzt ist.[3]

Es existieren außerdem bestimmte Medikamentenklassen, wobei hier vor allem die ACE-Hemmer in der Therapie von Bluthochdruck zu nennen sind, die als Nebenwirkung hartnäckigen Reizhusten hervorrufen können. In diesem Fall ist gemeinsam mit dem Arzt eine alternative Bluthochdrucktherapie zu erwägen.[1]

Als sehr seltene Ursache von starkem Reizhusten gelten Tumore des Atemtraktes wie etwa Lungen- oder Bronchialtumore. Ein Warnsignal und Hinweis darauf kann Blut im Auswurf sein.[1]

Behandlung von sehr starkem Reizhusten

Extrem starker Reizhusten, der durch Hausmittel und sanfte Maßnahmen nicht kontrolliert werden kann, darf mit einer Gruppe hustenstillender Medikamente behandelt werden, den sogenannten Antitussiva. Antitussiva zählen zumeist zu den Abkömmlingen des Morphins und wirken entweder zentral auf das Hustenzentrum im Gehirn, von wo aus alle für den Hustenreflex relevanten Muskeln gesteuert werden, oder dämpfen direkt die Erregbarkeit der Hustenrezeptoren in der Schleimhaut von Luftröhre und Bronchien. Ihr wichtigster Vertreter ist das Codein, das unter anderem unter den Namen Codipertussin®, Tricodein® oder Tryasol® verkauft wird. Da Antitussiva Nebenwirkungen haben (z.B. Verstopfung) und zu einer Abhängigkeit führen können, werden sie nur in sehr dringenden Fällen und möglichst nicht über lange Zeit hinweg angewandt. Sie unterliegen aus diesem Grund auch allesamt der ärztlichen Verschreibungspflicht.[4]

Da Husten immer nur das Symptom einer zugrundeliegenden Störung ist und zudem eine wichtige Reinigungsfunktion erfüllt, hat stets die Behandlung der auslösenden Erkrankung oberste Priorität. Besonders sehr starker Reizhusten sollte unbedingt ärztlich abgeklärt werden, wenn er über längere Zeit hindurch besteht. Erst dann lässt sich eine ursächliche Behandlung finden.[5]

Zur Überbrückung der ersten Zeit oder als Ergänzung zu einer laufenden Therapie kann der Einsatz von bewährten Hausmitteln gegen Reizhusten versucht werden. So schaffen oft etwa Inhalationen von feuchter, warmer Luft spontane Linderung, indem sie die Atemwege befeuchten und erwärmen. Hierfür wird Wasser in einem großen Topf zum Sieden gebracht und anschließend der entstehende Wasserdampf in tiefen Atemzügen eingeatmet, bis das Wasser sich abgekühlt hat. Um eine noch stärkere Wirkung zu erzielen, kann zudem ein großes, sauberes Tuch gemeinsam über Kopf und Topf geschlagen werden. Der Zusatz von ätherischen Kräutern wie etwa Salbei, Melisse oder Pfefferminze erzeugt nicht nur einen angenehmen Geruch, sondern kann durch entzündungshemmende Inhaltsstoffe der Pflanzen auch einen positiven Effekt auf Entzündungen im Atemtrakt erwirken.[6]

Auch pflanzliche Tees können den Hustenreiz lindern. Bewährt haben sich vor allem Teemischungen aus Lindenblüten, Holunder, Kamille, Efeublättern, Pfefferminze und Baldrianwurzel. Ihre Inhaltsstoffe wirken ebenso entzündungshemmend und allgemein beruhigend und können insbesondere bei Erkältungen das Immunsystem des Körpers unterstützen. Gerne eingesetzt wird zudem Isländisches Moos, eine in Europa häufig vorkommende Strauchflechte mit hustendämpfender Wirkung, das in Apotheken in Form von Tees, Hustensäften oder Pastillen (z.B. Luuf® Halspastillen, Isla-Moos®, Isla-Pastillen von Sanova®) erhältlich ist.[7]

Zu beachten

Husten ist ein sehr häufiges Symptom und wird in den meisten Fällen von harmlosen Erkrankungen ausgelöst. Besonders dann, wenn der Husten aber über Tage hinweg anhält, sich zunehmend verschlimmert bzw. in sehr starkem Maß auftritt, empfiehlt sich eine ärztliche Abklärung. Ein Warnsignal bei Husten ist stets das gleichzeitige Auftreten von Auswurf, der durch Blut rötlich oder durch Eiter stark gelb verfärbt ist. In diesen Fällen sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden. Es kann eine Antibiotika-Therapie erforderlich werden.