- Immunbooster Zink: Wie das Mineral zur Gesundheit verhilft

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Zink ist wie Eisen oder Iod ein sogenanntes essentielles Spurenelement. Das sind Mineralstoffe, auf die der Körper in minimalen Mengen angewiesen ist, jedoch nicht selbst herstellen kann. Wie wichtig Zink für die Gesundheit ist, wurde erst vor etwa 40 Jahren entdeckt [1]. Seitdem wird sein Einfluss auf Vorgänge im menschlichen Körper in zahlreiche Studien untersucht. Fakt ist, dass das Mineral an zahlreichen Prozessen wie Wachstum, Verdauung und Fortpflanzung beteiligt ist [2]. Ein Mangel an Zink kann daher zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen führen [1]. Doch kann die Einnahme von Zink tatsächlich als Immunbooster angesehen werden? Und was muss bei der Einnahme von Zink beachtet werden?

Zink und das Abwehrsystem

Zink beeinflusst zahlreiche Aspekte des Abwehrsystems (Immunsystem) [1]. So ist es beispielsweise für die normale Entwicklung und Funktionsfähigkeit der Zellen des Immunsystems von entscheidender Bedeutung [1]. Bei Zinkmangel kann das Abwehrsystem seine Aufgaben nicht effektiv ausführen [3]. Krankheitserreger wie z.B. Erkältungsviren können leichter in den Körper eindringen und Infektionen verursachen. Eine Zinkgabe kann laut wissenschaftlicher Datenlage diese unzureichende Funktion beheben [3]. Studien zeigen, dass besonders Versuchspersonen im höheren Alter einen Zinkmangel aufweisen [4]. Nehmen diese Zink als Nahrungsergänzungsmittel ein, erkranken sie seltener an Infektionen als die Kontrollgruppe ohne Zinkeinnahme [4]. Auch in Tierstudien konnte gezeigt werden, dass bei einem Zinkmangel häufiger Virus- , Bakterien- und Pilzinfektionen auftreten. Damit wurde bestätigt, dass Zink nicht unberechtigt als Immunbooster bekannt ist. Die Einnahme von Zink scheint außerdem die Dauer einer Erkältung um einen Tag zu verkürzen, der Schweregrad der Beschwerden bleibt jedoch unbeeinflusst [5]. Auch bei Herpes-Virus-Infektionen, entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn) oder der rheumatoiden Arthritis führt eine Zusatzzufuhr von Zink zu einer Linderung der Symptomatik [3]. Es darf jedoch nicht unerwähnt bleiben, dass neben diesen erfolgsversprechenden Studienergebnissen zahlreiche Studien existieren, bei denen eine Zinkgabe keine Erfolge erbrachte [6]. Der Einfluss von Zink auf den Körper ist komplex und die Bedeutung einer zusätzlichen Zinkgabe als Immunbooster ist bis heute nicht gänzlich geklärt. Dass ein Zinkmangel der Gesundheit schadet, bleibt jedoch unangefochten.

Wie kommt der Körper an das nötige Zink?

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Wie so oft scheint eine gesunde und ausgewogenen Ernährung der Schlüssel zur Gesundheit zu sein. Der Zinkbedarf des Körpers wird nämlich im Normalfall über genau diese ausreichend abgedeckt. Die Einnahme von Zink-Supplementen in Form von Tabletten ist daher selten nötig. Die empfohlene Tagesmenge beträgt für Erwachsene in etwa 7 mg (Frauen) bis 10 mg (Männer) [7]. Da der Körper das Mineral nicht speichern kann, ist es wichtig täglich Zink über die Nahrung aufzunehmen [3]. Besonders Fleisch weist einen hohen Zinkgehalt auf. Daher laufen vor allem Vegetarier oder Veganer Gefahr, zu wenig Zink zu sich zu nehmen. Diese Personengruppen können jedoch durch ausreichende Mengen an Nüssen, Linsen und Vollkornprodukte ihren Zinkbedarf abdecken.

Ausgewählte Nahrungsmittel und deren durchschnittlicher Zinkgehalt in mg/100g:

Austern

20-150

Leber

5

Rindfleisch

4

Geflügel

2,5

Nüsse

3

Käse

3

Vollkornmehl

3

Weißmehl

0,9

Fisch

1,5

Butter

0,15

Kartoffeln

0,3

Blumenkohl

0,2

Obst

0,2

Salat

0,2

Modifiziert nach: L. Rink, P. Gabriel: „Zinc and the immun systeme.

„Tabelle – Nährwert und Zinkgehalt.“, http://www.zinkmangel.de/ernaehrung/ernaehrungstabelle.php, 10.08.2016
Bei bestimmten Risikogruppen für einen Zinkmangel kann der Bedarf eventuell nicht über die Nahrung abgedeckt werden. Eine Zink-Substitution kann dann von Nöten sein [8]. So ist der Zinkbedarf beispielsweise in der Schwangerschaft und Stillzeit erhöht [8]. Alkoholkonsum, Magen-und Darmerkrankungen und die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) sind weitere Risikofaktoren für einen Zinkmangel [2][8]. Auch Hochleistungssportler, Krebspatienten und Menschen, die viele Medikamente einnehmen müssen, gehören zu dieser Risikogruppe [8].

Was bei der Einnahme von Zink beachtet werden muss

In oben genannten Studien zeigte Zink bei der Bekämpfung von Erkältungskrankheiten nur dann Erfolge, wenn es innerhalb von 24 Stunden nach Auftreten der ersten Symptome eingenommen wurde [5]. Des Weiteren muss eine ausreichend hohe Dosis von mindestens 75 mg eingenommen werden, das heißt eine 7-fache Tagesdosis [5]. Das überschüssige Zink wird vom Körper ausgeschieden, sodass es erst ab einer 10-fachen Tagesmenge (100mg) zu Symptomen einer Überdosierung kommt [9]. Hierzu zählen Übelkeit, Erbrechen und Durchfall [9]. Wird Zink auf lange Dauer eingenommen, besteht jedoch die Gefahr eines Kupfer- und Eisenmangels, da alle drei Metalle um dieselben Aufnahmewege konkurrieren [2][10]. Erkältungs-Nasensprays die Zink enthalten, werden nicht als sicher angesehen, da sie eventuell dem Geruchssinn schaden können und sollten daher vermieden werden [11].

Quellenangaben:

[1] A. S. Prasad: „Zinc in Human Health: Effect on Zinc on Immune Cells.“, http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2277319/, 10.08.2016
[2] „Zink – ein Super-Nährstoff?“, http://www.eufic.org/article/de/ernahrung/vitamine-mineralien-phytonutriente/artid/zink-supernaehrstoff/, 10.08.2016
[3] L. Rink, P. Gabriel: „Zinc and the immune systeme.“, http://journals.cambridge.org/download.php?file=%2FPNS%2FPNS59_04%2FS0029665100000781a.pdf&code=e773a75d6a21bc8315bc15f69c7fae16, 10.08.2016
[4] A. S Prasad et al.: „Zinc supplementation decreases incidence of infections in the elderly: effect of zinc on generation of cytokines and oxidative stress.“, http://ajcn.nutrition.org/content/85/3/837.long, 11.08.2016
[5] B. Schumacher: „Zink verkürzt die Erkältung.“, http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/erkaeltungskrankheiten/article/842421/cochrane-analyse-zink-verkuerzt-erkaeltung.html, 10.08.2016
[6] C. Seifart: „Banale Atemwegsinfekte symptomatisch behandeln.“, http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=3873, 11.08.2016
[7] „Zink: Empfohlene Zufuhr.“, https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/zink/, 10.08.2016
[8] „Risikogruppen für Zinkmangel.“, http://www.zinkmangel.de/zink/zinkmangel_risikogruppen.php, 11.08.2016
[9] „Zinkzufuhr – Mangel und Überdosierung.“, http://www.zinkmangel.de/zink/zinkmangel.php, 11.08.2016
[10] P. Leiner: „Zu viel Zink: Wer denkt da an den Kupfermangel als Folge?“, http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/article/890302/zink-denkt-kupfermangel-folge.html, 10.08.2016
[11] „Study links zinc nose spray, loss of smell.“, http://www.webmd.com/cold-and-flu/news/20100719/study-links-zinc-nose-sprays-loss-smell, 11.08.2016

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