Erkältung: Naturheilkunde

Zink bei Erkältung

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Zink ist ein essenzielles Spurenelement, also ein Nährstoff aus der Gruppe der Mineralstoffe, welcher in geringen Mengen vom Körper zum Überleben benötigt wird. Zink besitzt verschiedene Funktionen im Körper, wobei hier besonders der stärkende Einfluss auf die körpereigenen Abwehrkräfte genannt werden soll. Neuste Studien konnten zeigen, dass die Einnahme von Zink bei Erkältungen nachweislich einen positiven Effekt auf den Krankheitsverlauf ausübt. Aus diesem Grund raten Experten zu einer Anwendung von Zinkpräparaten bei ersten Erkältungsbeschwerden, wie Husten, Halsschmerzen, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Zink kann hierbei in verschiedenen Formen rezeptfrei in der Apotheke oder im Drogerie- beziehungsweise Supermarkt erworben werden. Es werden Nahrungsergänzungsmittel, sowie Arzneimittel voneinander unterschieden. Bei bereits beanspruchten Abwehrkräften im Rahmen einer Erkältung kann die Einnahme von Arzneien, welche in der Apotheke erhältlich sind, empfehlenswert sein, da diese eine höhere Konzentration des Wirkstoffs Zink enthalten.

Medizinische Fakten

Als essenzielles Spurenelement zählt Zink genauso wie beispielsweise Eisen oder Iod zu den Mineralstoffen, welche für den Körper lebensnotwendig sind und deshalb über die Nahrung täglich aufgenommen werden müssen. Der Zinkgehalt in den verschiedenen Nahrungsmitteln ist hierbei sehr unterschiedlich. Während zum Beispiel Austern über einen ausgesprochen hohen Zinkgehalt von bis zu 160 mg pro 100 g verfügen, enthalten 100 g Brokkoli hingegen nur 0,6 mg Zink. [1] Darüber hinaus wird zwischen tierischen und pflanzlichen Produkten unterschieden, da die Effektivität der Zinkaufnahme in den Körper in beiden Fällen variiert. In tierischen Produkten ist das Zink an bestimmte Proteine (Aminosäuren) gebunden. Diese sind leicht zu verdauen, sodass große Mengen des Zinks in den Körper aufgenommen werden können. In pflanzlichen Produkten hingegen ist das Zink an Phytinsäure fest gebunden, was die Aufnahme in den Körper erheblich erschwert. Pflanzen besitzen ausgesprochen viel Phytinsäure, da dieser Stoff für die Energiegewinnung notwendig ist. Beispielsweise enthält Mais genauso viel Zink, wie die gleiche Menge Austern, jedoch kann das Zink vom Körper durch Bindung der Phytinsäure nicht aufgenommen werden. Aus diesem Grund leiden viele Menschen in Zentral- und Südamerika an einem Zinkmangel. Auch in Europa konnte bei bis zu 13 % der Bevölkerung ein Zinkmangel festgestellt werden, welcher zu folgenden Symptomen führen kann:

  • Anfälligkeit für Infekte durch ein geschwächtes Immunsystem
  • trockene, rissige Haut
  • Haarausfall

Zink stellt somit eines der wichtigsten Spurenelemente für das Immunsystem dar. Grund hierfür ist, dass Zink für die Zellteilung unverzichtbar ist, weshalb besonders Organsysteme mit einer hohen Zellteilung unter einem Zinkmangel in Mitleidenschaft gezogen werden.[2]Demnach können durch die Einnahme von Zinkpräparaten bei Zinkmangel Infekte vorbeugt aber auch bereits bestehende Erkältungskrankheiten schneller bekämpft werden. Zu diesem Entschluss sind Experten im Rahmen von verschiedenen Studien gekommen. Eine der wohl bekanntesten und aussagekräftigsten Studien stellt hierbei die Cochrane-Analyse „Zinc for the common cold“ (Zink gegen Erkältung) dar, welche aus mehreren Einzelstudien mit fast 1400 Teilnehmern besteht. Die Forscher konnten im Rahmen der Studie zeigen, dass die frühzeitige Einnahme von Zink bei den ersten Erkältungsbeschwerden die Krankheitsdauer deutlich verkürzt.[3]

Normalerweise bestehen die Symptome einer Erkältung im Durchschnitt 5 bis 10 Tage und zeichnen sich durch folgendes Beschwerdebild aus:

  • Husten (Tussis)
  • Halsschmerzen mit Schluckbeschwerden (Dysphagie)
  • Schnupfen (Rhinorrhoe)
  • Kopfschmerzen (Cephalgien)
  • Muskelschmerzen (Myalgien)
  • allgemeines Krankheitsgefühl mit Abgeschlagenheit und Müdigkeit

In der Regel ist eine solche Erkältungskrankheit durch eine virale Infektion bedingt und beginnt schleichend. Forscher konnten hierbei nachweisen, dass eine Einnahme von Zink innerhalb der ersten 24 Stunden nach Symptombeginn förderlich ist, da hierdurch die Krankheitsdauer deutlich verkürzt werden kann. Nach dem siebten Krankheitstag waren Teilnehmer, welche Zink einnahmen größtenteils beschwerdefrei im Gegensatz zur Kontrollgruppe. Die Stärke der Beschwerden lässt sich hingegen durch Zink nicht beeinflussen.

Darüber hinaus wurde eine weitere Studie durchgeführt, bei der Zink zur Vorbeugung gegen Erkältungskrankheiten bei Kindern eingesetzt wurde. Auch hier konnten positive Effekte des Spurenelements auf die Abwehrkräfte des Körpers nachgewiesen werden. Beispielsweise wurdenKinder, welche über 5 Monate lang täglich Zinkpräparate einnahmen weniger krank, als Kinder aus der Kontrollgruppe, welche nur ein Scheinpräparat (Placebo) erhielten. [3]

Wirkungsweise bei Erkältung

Zink ist für das Abwehrsystem des Körpers (Immunsystem) von großer Bedeutung, weshalb es bei einem Mangel des Spurenelements zu einer Abwehrschwäche und folglich erhöhten Anfälligkeit für Infekte kommen kann. An dieser Stelle soll aber auch darauf hingewiesen werden, dass nicht nur einMangel an Zink, sondern auch ein Zinküberschuss hemmend auf das Immunsystem wirken.

Ein Zinkmangel führt beispielsweise zu einer verminderten Produktion von verschiedenen Immunzellen. Hierzu gehören zum einen die zu den T-Lymphozyten gehörenden T-Helfer-Zellen. Diese können spezifische Oberflächenmoleküle (Antigene) auf Fremdkörpern, die in den Organismus eingedrungen sind, erkennen und durch Bindung an jene Antigene eine Immunreaktion einleiten oder aufrechterhalten. Darüber hinaus werden bei Zinkmangel auch vermindert B-Lymphozyten gebildet. Jene B-Zellen sind zur Produktion von spezifischen Antikörpern befähigt, welche ihr passendes Antigen binden können und als Antigen-Antikörperkomplex von weiteren Zellen des Immunsystems aus dem Körper eliminiert werden können. Ohne eine Antikörperproduktion ist die Immunität gegen einen Krankheitserreger deshalb sehr eingeschränkt.  
Auf der anderen Seite führt ein Zinküberschuss zu einer verminderten Ausschüttung von spezifischen Botenstoffen (Zytokine), welche einen regulierenden Einfluss auf die Immunantwort besitzen. [2]

Anwendung und Dosierung

Experten sind durch die Cochrane-Analyse zu dem Entschluss gekommen, dass die Zufuhr von 75 mg Zink pro Tag bei einer Erkältungskrankheit als empfehlenswert gilt. Diese Dosis sollte jedoch nicht über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. [3]

Da besonders bei älteren Menschen die Aufnahme von Zink in den Körper abzunehmen scheint, leiden diese besonders häufig an einem Zinkmangel, weshalb eine tägliche Einnahme von Zinkpräparaten empfohlen werden kann. Für eine individuelle Dosierung sollte hierzu ein ärztlicher Rat eingeholt werden.

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

Die Einnahme von Zinkpräparaten kann zu Übelkeit und Magenschmerzen aber auch Müdigkeit führen.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung