Erkältung: Naturheilkunde

Zinktabletten gegen Erkältung

© PantherMedia / Andriy Popov

Erkältungen zählen zu den häufigsten Gründen für Besuche beim Hausarzt. Die Symptome von Infektionen der oberen Atemwege reichen von Entzündungen des Mund-Nasen-Rachenraums (Rhinitis und Pharyngitis) bis hinunter zum Kehlkopf (Laryngitis). Oft treten Krankheitszeichen wie Fieber oder Kopfschmerzen hinzu. Häufigste Erregerklasse sind Viren, gefolgt von Bakterien. Während die selteneren bakteriell bedingten Erkältungen spezifisch mit Antibiotika therapiert werden können, steht für viral bedingte Erkältungen zumeist nur eine symptomorientierte Therapie zur Verfügung. Neben häufig nebenwirkungsarmen Hausmitteln zur Symptomlinderung wird traditionell auch Zink eine heilende Wirkung bei Erkältungskrankheiten zugesprochen[1].

Medizinische Fakten

[3] Zink kommt als Spurenelement gleichmäßig verteilt im gesamten menschlichen Körper vor. Mehrere hundert Enzyme benötigen Zink dafür, ihre Funktionen im Stoffwechsel auszuführen. Seine Wirkung bei zahlreichen immunologischen Prozessen macht Zink unerlässlich für ein gesundes Immunsystem. Obwohl einige wenige Studien nahelegen, dass Zink die Funktion bestimmter Immunzellen (T-Lymphocyten) stimulieren könnte, gibt es bisher keine plausible Erklärung für die tatsächlich beobachtete unterstützende Wirkungdes Immunsystems von Zink[2].

Wirkungsweise bei Erkältungen

Speziell bei viral bedingten Erkältungen konnten sogenannte Metaanalysen (Analysen, die wiederum mehrere Fremd-Analyseergebnisse zusammenfassen) zeigen, dass die Einnahme von Zink-Lutschtabletten innerhalb des ersten Tages der Erkrankung die Erkrankungsdauer bei Patienten ohne Grunderkrankungen (z.B. Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen etc.)verkürzen konnte. Jedoch bleibt der Wirkmechanismus spekulativ und die Analyseergebnisse aufgrund der großen Verschiedenartigkeit (Heterogenität) der Einzelanalysen kritisch zu beurteilen[4].

Nebenwirkungen & Wechselwirkungen

Nebenwirkungen bei der Einnahme von Zinktabletten gegen Erkältung könnenÜbelkeit (am ehesten verursacht durch eine mögliche Belastung der Leber) und in Einzelfällen ein mögliches verändertes Geschmackserlebnis sein. Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten wurden für Zink nicht beschrieben[7]. Wie bei allen Medikamenten kann es auch bei der Einnahme von Zink zu Unverträglichkeitsreaktionen kommen. Sollte eine solche vermutet werden, muss die Einnahme unverzüglich beendet und gegebenenfalls ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Gegenanzeigen & Warnhinweise

Für die Einnahme von Zink in den empfohlenen Tagesdosen sind keine gesondert ausgewiesenen Gegenanzeigen oder Warnhinweise beschrieben. Lediglich die intranasale (in die Nase) Anwendung ist nicht zu empfehlen, da Zink hier zu dauerhaftem Verlust des Riechvermögens führen kann[8]. Bei der Einnahme extrem hoher Mengen von Zink stehen Symptome des Magen-Darm-Traktes (gastrointestinal) wie Übelkeit, Durchfall und Erbrechen im Vordergrund[9]. Für Zinksalze wie Zinksulfat (für gewöhnlich die in Tabletten enthaltene Zink-Form) gelten sogenannte Toxizitätsgrenzen (Giftigkeitsgrenzen, ab denen Nebenwirkungen vermehrt eintreten) von 1-2 g bei oraler Aufnahme[10]. Bei Unsicherheit im Umgang mit Zink als Therapie für Erkältungen sollte stets ein Arzt konsultiert werden.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung