Erkältung: Homöopathie

Schüssler Salze bei Erkältung (Nr. 3, 4, 6)

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Laut Dr. Wilhelm Schüßler (1821-1898) hängen viele Krankheiten mit einer Verschiebung der Mineralstoffe im menschlichen Organismus zusammen[1]. Schüßler-Salze sind Mineralstoffverbindungen aus jeweils zwei verschiedenen Mineralstoffen. Dabei hat eines der Mineralstoffe eine positive Ladung und das andere eine negative. Im Wasser löst sich diese Verbindung dann auf und die jeweiligen Mineralstoffe liegen frei vor.

Die Schüßler-Salze werden auf Basis von Milchzucker (Laktose) hergestellt, welcher für den süßlichen Geschmack verantwortlich ist. Die Dosierung der Mineralstoffe in den jeweiligen Schüßler-Salzen ist sehr gering. Die Verdünnung wird als Potenzierung bezeichnet[2]. Die meisten Schüßler-Salze sind 6-fach verdünnt (D6). Somit ist der Anteil Milchzucker (Laktose) zu dem Mineralstoff 1:1000000. Einige Salze werden in einer Potenzierung von D12 eingenommen. Die Art der Verdünnung steht in Klammern hinter jeder Bezeichnung des jeweiligen Salzes.

Wirkungsweise (biologischer Prozess)

Durch die Verdünnung können die Salze bereits im Mund über die Schleimhäute aufgenommen werden und gelangen nicht in den Magen, wo sie durch die Magensäure verändert oder sogar zerstört werden können. Daher sollte man die eingenommenen Schüßler-Salze immer langsam im Mund, am besten unter der Zunge liegend, zergehen lassen.

Die Zellen in dem menschlichen Körper werden von einer Membran aus Fetten (Lipiden) umgeben. Diese können Salze (Ionen) nur durch streng regulierte Vorgänge passieren. Aufgrund der Potenzierung können die Schüßler-Salze leichter in die Zelle gelangen. Mineralstoffe, die über die Nahrung (Fleisch, Gemüse, Getreide) aufgenommen werden, liegen oft in chemischen Verbindungen vor (Komplexe). Diese Verbindungen werden erst während des Verdauungsprozesses im Magen-Darm-Trakt aufgebrochen und dadurch verändert. Die Mineralstoffe liegen so nicht in reiner und zudem in hochdosierter Form vor [2].

Empfehlungen zur Anwendung und Dosierung

Nr. 3: Ferrum phosphoricum (D12) (Eisenphosphat)

Dieses Salz eignet sich bei fieberhaften und entzündlichenProzessen im Anfangsstadium und zum Aufbau des Immunsystems[3].
Eisen ist im sog. Hämoglobin ein Bestandteil der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und für die Bindung des lebenswichtigen Sauerstoffes im Blut bedeutend. So kann eine ausreichende Versorgung der Zellen mit Sauerstoff gewährleistet werden. Bei Eisenmangel kann es zu einer Blutarmut (Anämie) kommen, sodass als Folge ein Sauerstoffmangel in den Zellen entsteht. Das Immunsystem wird geschwächt und der menschliche Organismus ist anfälliger für Erkrankungen.

Nr. 4: Kalium chloratum (D6) (Kaliumchlorid)

Dieses Salz ist das Mittel für das zweite Entzündungsstadium im Körper. Es hilft Gifte, die während einer Entzündung gebildet werden, in unschädliche Stoffe umzuwandeln, indem es diese Gifte bindet[3].
Außerdem fördert das Salz die Absonderung von Sekret aus den Drüsen und hält Schleim flüssiger, sodass ein Abhusten leichter fällt[4].
Es hilft bei Schwellungen durch Entzündungen, so zum Beispiel auch bei Lymphdrüsenschwellungen (hier kann zusätzlich das Salz Nr. 9 eingenommen werden)

Nr. 6: Kalium sulfuricum (D6) (Kaliumsulfat)

Dieses Salz wirkt bei der Entgiftung des Körpers mit. Diedritte Phase der Krankheit, die Ausheilung, kann dadurch unterstützt werden. Es fördert den Transport von Sauerstoff in die Zellen und verbessert deren Stoffwechsel. Gewebeschäden können repariert und Zellreste abtransportiert werden [5].

Tipp

Kaffee und Rauchen zählen zu besonderen Kalium-Sulforicum-Räubern [3]

Allgemein gilt

3- bis 6-mal täglich 1 – 3 Tabletten. Zu Beginn jedes Stadiums wird eine hohe Dosierung empfohlen. Die Einnahme kann dann langsam verringert werden. Die Salze sollen mind. 15 Minuten vor einer Mahlzeit eingenommen werden [6]

Höchstdosierung

Alle 10 Minuten 1 Tablette (bei akuten Beschwerden den ersten Tag möglich)

Erkältungen

  • 1. Stadium: erste Symptome: Nr. 3
  • 2. Stadium: starke Symptome: Nr. 4 (Nr. 3 + Nr. 4 können auch gemeinsam genommen werden)
  • 3. Stadium: Regeneration: Nr. 6

Zur Stärkung des Immunsystems bei der Ausheilung kann auch Nr. 6 mit Nr. 3 ergänzt werden [3]

Fieber

Nr. 3, Nr. 5
Alle Salze können auch in Form der ‚heißen 7‘ eingenommen werden: 10 Tabletten mit dem Salz in einem halben Glas heißem Wasser auflösen und beim Trinken länger im Mund behalten. Dies ist als Alternative bei akuten Beschwerden sinnvoll.

Grundsätzlich gilt: Es ist nicht sinnvoll mehr als 3 Schüssler-Salze miteinander zu einer Zeit zu kombinieren! [2]

Zu beachten

Nebenwirkungen von Schüßler-Salzen sind bisher nicht bekannt. Die Einnahme von Schüßler-Salzen ist auch fürDiabetiker möglich: Eine Tablette enthält 0,021 BE. In der Regel sind die Schüßler-Salze auch bei einer Laktoseintoleranz aufgrund der geringen Dosis gut verträglich. Sollte dennoch aus verschiedenen Gründen auf eine Einnahme von Laktose verzichtet werden, können die Salze auch auf Saccharosis-Basis angefertigt erworben werden.

Schüßler-Salze bestärken den Selbstheilungsprozess des Körpers und sollen natürliche Prozesse im Organismus unterstützen. Bei länger anhaltenden Symptomen oder Verschlimmerung der Symptomatik wird empfohlen, zur Sicherheit einen Arzt aufzusuchen. Die Salze können dann eine medikamentöse Therapie nicht ersetzen, oft aber zusätzlich unterstützen.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung