Erkältung: Homöopathie

Schüssler Salze bei Erkältung (Nr. 3)

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Eine Erkältung ereilt die meisten Erwachsenen zwei bis dreimal pro Jahr und kann bei Kindern bis zu dreimal so häufig auftreten. In der Regel geht eine solche durch Rhino-, Adeno- und RS-Viren ausgelöste Infektion mit Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen einher. Auch eine verstopfte Nase, Husten mit Auswurf, leichtes Fieber oder Schüttelfrost können Symptome einer Erkältung sein[1]. Übertragen werden die Krankheitserreger dann via sogenannter Tröpfchen- oder Schmierinfektion. Das heißt, dass sie durch Niesen und Husten an Hände und Gegenstände gelangen und beispielsweise beim Händeschütteln übertragen werden können. Ist das Immunsystem durch Stress, Kälteeinwirkung oder Schlafmangel geschwächt, kann es schnell zu einer Erkältung kommen.

Ein derartiger Infekt hält in der Regel etwa eine Woche an und wird normalerweise nur bei Komplikationen wie einer bakteriellen Zusatzinfektion mit Antibiotika behandelt. Bei einer unkomplizierten Erkältung kann dem Patienten durch unterstützende Medikament wie zum Beispiel Schleimlöser oder durch pflanzliche sowie homöopathische Präparate geholfen werden[2].

Die Wahl des richtigen Präparats

Das Heilungskonzept der Schüssler Salze geht aus der Homöopathie hervor. Ihr Begründer Dr. Wilhelm Heinrich Schüssler begründete seine Heilungslehre auf seinen Beobachtungen über die Zusammensetzung des menschlichen Körpers. Er erkannte, dass der Körper neben organischen Bestandteilen wie Eiweißen, Fetten oder Zucker aus anorganischen Mineralsalzen besteht. Es gelang ihm, zwölf Mineralsalze zu isolieren, welche nach seiner biochemischen Theorie für die natürlichen Funktionen der einzelnen Zellen und somit auch des ganzen Körpers wichtig sind[3]. Schüsslers Theorie besagt, dass ein Mensch krank wird, wenn die Mineralsalze in Ungleichgewicht geraten und dass der Mensch geheilt werden kann, indem er die fehlenden beziehungsweise ungünstig verteilten Salze aufnimmt[4].

Schüssler Salze werden in verschiedenen Darreichungsformen angeboten, zum Beispiel als Pulver, als Kügelchen (Globuli) oder als Tabletten. Die Konzentration der Mineralsalze in den fertigen Arzneimitteln ist sehr gering. So wie homöopathische Arzneimittel werden auch die Schüssler Salze vielfach verdünnt. Dabei entspricht eine höhere Potenz einer stärkeren Verdünnung. Trotz der geringeren Menge an Wirkstoff hat eine höhere Potenz in der Regel eine größere Wirkstärke. Dies rührt daher, dass einer der Grundsätze der biochemischen Heilkunde besagt, dass gezielte schwache Reize im Körper oftmals eine deutlichere Heilungsreaktion bewirken als starke[5].

Bei der Wahl des richtigen Präparates spielt die Antlitzdiagnose beziehungsweise Antlitzanalyse eine wichtige Rolle. Diese Methode basiert auf der Theorie, dass Krankheiten und Mangelzustände der Mineralsalze sich in Veränderungen des Gesichtes wiederspiegeln. Sie wurde von Dr. Schüssler selber entwickelt und später von Kurt Hickethier weiter beschrieben. Beispielsweise werden die Spannkraft der Haut, die Färbung des Gesichtes und die Trockenheit der Lippen und Mundwinkel beurteilt[6]. Obwohl die genaue Untersuchung eines Patienten und die gründliche Inspektion seines Gesichtes natürlich Aufschluss über seinen Gesundheitszustand geben, ist die Antlitzdiagnostik heutzutage keine fundierte Diagnosemethode mehr. Nicht zuletzt weil mit Hilfe von Kosmetik viel verschleiert werden kann.

Informationen zur Anwendung und Dosierung

Die häufigste Verabreichungsform der Schüssler Salze sind biochemische Tabletten auf Milchzuckerbasis. Diese werden abhängig von Krankheitsgeschehen und Reizlage des Patienten in unterschiedlicher Dosierung eingenommen. Der Patient sollte die Tabletten im Mund zergehen lassen, damit die Wirkstoffe über die stark durchblutete Mundschleimhaut aufgenommen werden können und nicht durch Verdauungssäfte beeinflusst werden. Es sollte mindestens eine halbe Stunde Abstand zur letzten Mahlzeit gelassen werden, damit die Mundschleimhaut ausreichend aufnahmefähig ist[7].

Die Tabletten können auch in heißem Wasser gelöst und dann in einzelnen Schlucken aufgenommen werden. Dabei sollte die Lösung eine Zeit lang im Mund behalten werden, um die Aufnahme über die Mundschleimhaut zu ermöglichen[7].

Empfohlene Schüsslersalze bei Erkältung

Liegt eine Erkältungskrankheit vor, wird die Einnahme der Schüsslersalze Nummer drei, vier und sechs empfohlen.

Das Schüssler Salz Nummer drei ist Ferrum phosphorikum (Eisenphosphat). Dieses Salz kommt natürlicherweise vornehmlich im Blut, in Muskelzellen, in Darmzotten und Darmwand sowie in Leber, Milz und verschiedenen Enzymen vor[8]. Damit ist es wichtiger Bestandteil der Immunorgane. Es ist ein Mittel, welches insbesondere bei fiebrigen Temperaturen, bei Schnupfen und andauerndem Reizhusten empfohlen wird[9]. Auch bei Erschöpfungszuständen und Gewichtsverlust kann Ferrum Phosphoricum lindernd wirken und somit die Entstehung und den Verlauf einer Erkältung günstig beeinflussen.

Bei einer Erkältung wird Ferrum phosphoricum üblicherweise in der Potenz D12 verabreicht.

Das Schüssler Salz Nummer vier heißt Kalium chloratum (Kaliumchlorid) und ist Bestandteil fast aller Körperzellen. Es wirkt mit besonderem Fokus auf die Atemwege und ist schleimlösend. Daher kann es bei Rachenentzündungen, Schnupfen und Bronchitis lindernd wirken[9]. Die bei Erkältungen empfohlene Potenz ist D3.

Kalium sulfuricum (Kaliumsulfat) ist das Schüssler Salz Nummer sechs. Es kommt natürlich in den Zellen der Schleimhäute und in der Milz vor und spielt somit eine wichtige Rolle für das Immunsystem. Es wird auch der Leber zugesprochen und stärkt die Entgiftungsvorgänge des Körpers was die Ausheilung von Infekten beschleunigt. Zudem verbessert es die Sauerstoffaufnahme der Gewebe und kräftigt damit den Körper[8]. Die bei Erkältungen übliche Potenz ist D6.

Je nach Ausprägungsgrad der Erkältung wird empfohlen, die Salze wenigstens vier Mal täglich und maximal alle halbe Stunde einzunehmen. Für genaue Einnahmevorgaben ist es natürlich sinnvoll, sich einem erfahrenen Homöopathen oder Heilpraktiker vorzustellen.

Zu beachten

Prinzipiell sind Schüssler Salze wie auch andere homöopathische Arzneimittel für alle Menschen geeignet. Allerdings sollten Patienten mit Milchzuckerallergien auf spezielle Tabletten ausweichen, die nicht auf Lactosebasis hergestellt werden.

Schüssler Salze können den Verlauf einer Erkältung günstig beeinflussen und die Symptome lindern. Dennoch sollte bei anhaltendem Fieber oder bei einer rapiden Verschlechterung der Symptome ein Arzt aufgesucht werden. Denn in einigen Situationen ist es notwendig, mit starken schulmedizinischen Medikamenten zu behandeln. Daher ist es generell sinnvoll, Ärzte mit der Zusatzbezeichnung „Homöopathie“ aufzusuchen, da sie akute Notfallsituationen erkennen und schnell andere Medikamente anordnen können.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung