Schnupfen Beim Baby: Krankheitstypen

Chronischer Schnupfen (Baby)

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Unter Schnupfen (Rhinitis) versteht man den Entzündungs- bzw. Irritationszustand der Nasenschleimhäute, welche daraufhin mit einer lokalen Schwellung und einer vermehrten Schleimbildung (Sekretion) reagieren. Eine chronische Rhinitis liegt vor, wenn dieser Zustand der Nasenschleimhaut länger als 3 Monate dauert.[1] Auslöser einer Rhinitis können entweder Viren, seltener jedoch Bakterien sein.

Im folgenden Text werden nun die Ursachen des chronischen Schnupfens beim Baby erläutert und mögliche Behandlungsweisen erklärt.

Ursachen des chronischen Schnupfens beim Baby

Chronische Rhinitis beim Baby (wie auch bei Kindern und Erwachsenen) kann verschiedene Ursachen haben, welche im folgenden Text erläutert werden.

Ein Grund für einen ständigen Schnupfen ist die Allergie. Dabei unterscheidet man die saisonale (bekanntestes Beispiel wäre hierfür der Heuschnupfen) und eine ganzjährige (perenniale) Allergie. Bei der perennialen Allergie reagiert der Betroffene beispielsweise auf Hausstaubmilben oder bestimmte Nahrungsmittel empfindlich.[2] Symptome für eine Allergie sind vor allem die Verschlechterung des Zustandes, sobald das Baby mit der Substanz, auf welche es allergisch ist in Kontakt kommt. Tritt diese Erkrankung bei Babys eher selten auf bzw. wird selten als solche diagnostiziert, so häufen sich diese Fälle ab dem Alter von 2 Jahren.

Eine weitere Ursache kann die sogenannte Mukoviszidose sein. Darunter versteht man eine unheilbare Erbkrankheit, die mit einer Häufigkeit von 1:2500 bei Neugeborenen auftritt und eine ständige Produktion eines zähflüssigen Sekretes unter anderem in der Nasenhöhle zur Folge hat.[3] Diese Form der Erkrankung des chronischen Schnupfens kann bei Babys durch DNA-Tests festgestellt werden.

Des Weiteren können anatomische Veränderungen der Nasenhöhle einen ständigen Schnupfen mit sich bringen. Am bekanntesten ist hier sicherlich die Nasenscheidewandverkrümmung (Septumdeviation). Da eine leichte Septumdeviation bei 80% der Bevölkerung zu finden ist, stellt diese auch bei Babys kein Problem dar. Ist die Krümmung jedoch zu stark, sammeln sich vermehrt Viren und Bakterien an den verengten Stellen der Nasenhöhle an, was wiederum zu Schnupfen führt.[4]

Vergleicht man das Ausmaß einer Schwellung oder Irritation der Nasenschleimhaut eines Babys mit der eines Erwachsenen, so liegt auf der Hand, dass dieses bei Babys weitaus gravierender ist. Denn die Anatomie der Nasenhöhle des Babys ist zwar strukturell die gleiche, hat jedoch ein deutlich geringeres Innenraumvolumen als die des Erwachsenen. Dies bedeutet, dass eine geringe Schwellung der Schleimhaut, sowie die darauffolgende Sekretion von Schleim eine vollständige Verstopfung der Nase des Babys zur Folge haben kann. Da Babys noch nicht gelernt haben, gezielt durch den Mund zu atmen, stellt ein dauerhafter Schnupfen besonders bei der Nahrungsaufnahme ein gravierendes Problem dar. Das Baby hat also Hunger, kann bei der Nahrungsaufnahme jedoch nicht atmen. Weil sich die Mahlzeiten aufgrund dieser Komplikationen zeitlich sehr lange hinziehen können, verlieren Neugeborene mit chronischen Schnupfen oft die Lust am Essen und Trinken und können dieses schließlich sogar ganz einstellen. Um einen Flüssigkeits- und Gewichtsverlust zu vermeiden, sollte spätestens dann etwas gegen den chronischen Schnupfen unternommen und die Nasenhöhle wieder freigemacht werden.[1]

Behandlung von chronischen Schnupfen beim Baby

Ist sichergestellt, dass das Baby unter Dauerschnupfen leidet, so sollte dessen Ursache schnellstmöglich gefunden und behoben werden, damit das Neugeborene wieder problemlos Nahrung und Flüssigkeit aufnehmen kann.

Ist die Ursache des ständigen Schnupfens eine Allergie, so sollten die Eltern jeglichen Kontakt des Babys mit der Substanz, die die allergische Reaktion auslöst (Allergen) verhindern. Außerdem kann dem Baby die Atmung erleichtert werden, indem man es eine Kochsalzlösung inhalieren lässt. Dafür Wasser in einem Topf zum Kochen bringen und darin 1-2 Teelöffel Kochsalz auflösen. Danach den Topf vom Herd nehmen und so positionieren, dass das Baby ungefähr 10 Minuten lang den Wasserdampf einatmen kann. Der Dampf löst den Schleim und beruhigt die oft juckenden, angeschwollenen Schleimhäute.  Kann der Kontakt mit dem Allergen nicht verhindert werden (beispielsweise bei Hausstauballergien), sollte mit dem Arzt über eine eventuelle Desensibilisierung gesprochen werden. Die Desensibilisierung (auch Hyposensibilisierung genannt) ist eine Allergieimpfung, mit der das Immunsystem des Babys langsam an das Allergen gewöhnt wird und eine allergische Reaktion somit verhindert wird. Die Desensibilisierungstherapie kann jedoch mehrere Jahre dauern.[5]

Weitaus schwieriger ist die Behandlung der Mukoviszidose. Wie bereits erwähnt, kann diese Erbkrankheit nicht geheilt werden. Es wird jedoch versucht, den betroffenen Babys die Atmung zu erleichtern und das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen. Dafür wird eine Kombination aus Krankengymnastik, Inhalationen und Medikamenten verschrieben.[6] Auch hier kann die Inhalation der Kochsalzlösung die Atmung erleichtern. Als Alternative zum Kochsalz kann auch Eukalyptus- oder Fenchelöl inhaliert werden oder dem Badewasser des Babys beigefügt werden.[7] Die Krankengymnastik wird in der Regel von speziell geschulten Physiotherapeuten durchgeführt, der sich auf die Lockerung der Atemmuskulatur des Babys konzentriert.[8]

Bei der Medikamentengabe wird versucht, dem Baby die Atmung so leicht wie möglich zu machen. Dabei werden hauptsächlich Medikamente zur Schleimlösung verschrieben, damit dieser leichter abgehustet werden kann.

Bei anatomischen Veränderung der Nasenhöhle sollte über eine operative Behebung der Ursache nachgedacht werden. Da die Verengung der Nasenhöhle, wie oben bereits beschrieben, die Ansiedlung von Viren und Bakterien begünstigt, sollte hier besonders aufgepasst werden, dass sich die Entzündung der Nasenschleimhaut nicht auf die der Nasennebenhöhle (Sinusitis) ausbreitet.

Zu beachten

Generell sollte bei der Behandlung darauf geachtet werden, wie viel dem Baby an Therapien etc. zugemutet werden kann. Ganz nach dem Motto: „So viel wie nötig – so wenig wie möglich“. Im Vordergrund der Therapie steht zum einen die Erleichterung der Atmung, zum anderen auch die Vermeidung einer Nahrungs- und Flüssigkeitsverweigerung.

Stellen Eltern bereits bei ihrem Neugeborenen Schnupfen fest, sollten sie nicht lange zögern und noch am selben Tag zum Arzt gehen. Bei etwas älteren Säuglingen sollte spätestens nach einer Woche ein Arzt aufgesucht werden. Schnellstmöglich gehandelt werden muss auch, wenn sich weitere Symptome bemerkbar machen. Dazu zählt man zum Beispiel das Auftreten von Fieber oder eine anhaltende Müdigkeit, Trinkverweigerung und Schwäche.[9]


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen