Schnupfen Beim Baby: Krankheitstypen

Eitriger Schnupfen (Baby)

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Vor allem Babys sind sehr häufig von Schnupfen geplagt. Dies liegt unter anderem daran, dass das Immunsystem noch nicht voll entwickelt ist und es daher im Rahmen von Erkältungen oder Kinderkrankheiten zu Schnupfen kommt. Ist dieser mit einem gelb-grünlichem Sekret („Rotz“) verbunden, kann dies ein Zeichen für Eiterbildung sein. Die Ursachen können ebenso vielfältig wie die Behandlungen sein. Einen kurzen Überblick über die Ursachen, sowie einige Behandlungsmöglichkeiten gibt es im folgenden Text.

Ursachen von eitrigem Schnupfen (Baby)

Schnupfen, auch Rhinitis oder Coryza, bezeichnet eine serös (besitzt die gleiche Konsistenz wie Blutserum) – schleimige Entzündung der Nasenschleimhaut[1]. Diese kann akut sein (wenn die Krankheit weniger als 10 Tage dauert) oder chronisch (Krankheit dauert länger als 10 Tage). Babys und Kleinkinder sind sehr häufig betroffen, da ihr noch unausgereiftes Immunsystem mit vielen neuen, für das Kind noch unbekannten potentiellen Krankheitserregern (Pathogenen) konfrontiert wird.

Die Ursachen für Schnupfen können äußerst vielfältig sein. In mehr als 90 Prozent der Fälle ist das Symptom (Zeichen, das auf eine Erkrankung hinweist) jedoch viral[2] bedingt. Aber auch Bakterien oder in seltenen Fällen auch diverse Krankheiten, wie Grippe, Keuchhusten, Masern, Scharlach oder Windpocken, können Auslöser für Schnupfen sein[3].

Eitriger Schleim

Der typische Verlauf[4] eines Schnupfens beginnt mit einem trockenen Juckreiz oder Kitzeln in der Nase, gefolgt von einer Phase in der ein wässriger Nasenschleim gebildet wird und die Nasenschleimhäute anschwellen. Im weiteren Verlauf dickt das Sekret ein und färbt sich gelb bis grün. Dies kann ein Zeichen dafür sein, dass Bakterien sich auf der entzündeten Nasenschleimhaut eingenistet haben [5].

Werden diese nun von Leukozyten (weiße Blutkörperchen) und anderen Bestandteilen des Immunsystems angegriffen, kommt es zu Eiterbildung. Als Konsequenz färbt sich das ursprünglich klare Sekret, welches nun auch abgestorbene Körperzellen und Bakterien enthält, gelb bis grün. Es ist jedoch zu beachten, dass Eiter nicht die einzige Ursache für eine derartige Färbung des Nasensekretes ist und es auch andere Ursachen für die gelb oder grün Verfärbung geben kann[6].

Als eine weitere Folge kann das Verdicken des Nasenschleims, in Kombination mit den geschwollenen Nasenschleimhäuten und den beim Baby ohnehin sehr kleinen Nasengängen, dazu führen, dass das Sekret noch schlechter abrinnen kann und die Nase verstopft. Da Babys oft den „Rotz“ nicht selber aus der Nase niesen können, kann es zu Schlafstörungen, Atemgeräuschen und eventuell Problemen beim Stillen und Füttern (wegen der reduzierten Nasenatmung) kommen.

Behandlung bei eitrigem Schnupfen (Baby)

Im Allgemeinen ist Schnupfen nicht behandlungspflichtig, da eine kausale Therapie der Ursachen noch nicht existiert und wird demnach auch nicht mit Antibiotika oder anderen Medikamenten behandelt. Handelt es sich allerdings in der Tat um eitrigen Schnupfen und eine bakterielle Infektion, kann – immer in Absprache mit einem Arzt – zu Antibiotikagegriffen werden. Klingt ein Schnupfen nicht von alleine innerhalb der ersten 7 bis 10 Tage von alleine ab, ist es ratsam einen Arzt aufzusuchen. Dieser kann eine genauere Diagnose stellen und andere Krankheitsursachen ausschließen.

Bei Babys ist zudem besondere Vorsicht bei der Inspektion der Nasen- und Rachenräume geboten (nicht mit Watte Stäbchen, Pinseln etc. in den Mund, Rachen oder die Nasenhöhle fahren), da die Schleimhäute sehr leicht reizbar sind und Schwellungen sehr gefährlich werden können.

Weil die Symptome jedoch unangenehm und störend sein können, kann bei Bedarf kann zu symptomlindernden Hilfsmitteln gegriffen werden:

Medikamentöse Therapie

Bei einer verstopften Nase können Sympathikomimetika(wirken stimulierend auf den Sympatikus – ein Teil des Nervensytems, der für die Regulation der Organtätigkeit von Bedeutung ist) als abschwellende Nasentropfen oder Sprays verwendet werden. Beispiele sind Xylometazolin (Otriven),Oxymetazolin (Nasivin) oder orale Schnupfenmittel (Rhinologika). Letztere beinhalten meist auch Antihistaminika (Substanzen, welche die Sekretion von Histamin – ein Gewebshormon – reduzieren oder die Wirkung des Histamins an Andockstellen, den Histamin-Rezeptoren verringern). Zur Behandlung von Kindern und Babys gibt es diese Medikamente auch in verdünnten Konzentrationen [7].

Von einem längeren Konsum dieser Sprays ist aufgrund zahlreicher Nebenwirkungen allerdings abzuraten. Um zu verhindern, dass es beispielsweise zum Ausschalten der natürlichen vegetativen Gefäßregulation (vom Nervensystem regulierten Durchblutung) und einem damit verbundenen, von Medikamenten ausgelösten Schnupfen (Rhinitis medicamentosa) kommt, sollen die Tropfen möglichst nach einer Woche abgesetzt werden. Eine gute Alternative können auch Salzwasser-Sprays (Anleitung siehe unten) oder homöopathischen Nasensprays (bei eitrigem Schnupfen werden die Inhaltstoffe Aconitum, Silicea, Kalium bichromicum empfohlen) bieten [8].

Auch eine Schwitzkur kann zu Besserung führen:

Hierzu kann man 2 Tabletten Aspirin mit Vitamin C einnehmen und anschließend 20 bis 30 Minuten ein heißes Bad nehmen oder alternativ 2 Tabletten Aspirin nehmen und danach eine bis zwei Tassen Lindenblütentee trinken. Danach ist Bettruhe empfehlenswert [9].

Alternative Behandlungsmöglichkeiten

Hausmittel wie Dampfbäder, Tee [10] können dem subjektiven Befinden auch immer gut tun. Angenehm werden insbesondere Dampfinhalationen von Kamillentee (reinigende, anfeuchtende Wirkung), Pfefferminztee sowie Salbei [11] nach vorheriger Schleimhautabschwellung und Nasenspülungen mit Emser-Salz-Lösung empfunden.

Für ein Dampfbad werden in einem Topf die gewünschten Kräutern mit kochendem Wasser übergossen. Anschließend wird der Kopf über den Wasserdampf gehalten, sodass der Dampf eingeatmet werden kann. Bei Babys ist dies mit besonderer Vorsicht zu tun. Alternativ können die Kräuter auch dem Badewasser des Babys beigemengt werden.

Bei Nasenspülungen wird empfohlen, zwei Mal täglich mit Salzwasser (Messerspitze Kochsalz auf eine Tasse lauwarmes Wasser, „Emser Salz“ 2,95 g auf 250 ml abgekochtes Wasser beziehungsweise Allergodil, Otrivin, Prorhinel, Zycomb oder mit einer Zucker – (Glucose) Lösung 10 %) [12] die Nase mithilfe eines Sprays oder einer Pipette auszuspülen.

​Zu beachten

Bei der Behandlung von Schnupfen bei Babies ist immer zu beachten, dass die Behandlung und Medikation auch dem Alter des Kindes entsprechen und für eine Anwendung bei der entsprechenden Altersgruppe zugelassen ist. Des Weiteren sind die Informationen der Packungsbeilage und Anweisungen des Arztes genau zu beachten!


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen