Schnupfen Beim Kind: Krankheitstypen

Verstopfte Nase bei Kind (ohne Schnupfen)

© PantherMedia / Diego Cervo

Viele Kinder leiden unter einer verstopften Nase. Diese kann sich durch eine behinderte Nasenatmung und dadurch vermehrtes Atmen durch den Mund zeigen. Auch häufiges Schnarchen, Geruchs- und Geschmacksveränderungen sowie eine nasale Sprache können mögliche Symptome sein. Oft ist dabei die Nasenschleimhaut gerötet und geschwollen oder der Naseneingang verlegt. Die häufigsten Gründe für eine verstopfte Nase, sowie mögliche Behandlungsmöglichkeiten werden im Folgenden erörtert.

Ursachen von verstopfter Nase bei Kind

Die Ursachen können ganz verschieden sein. So können zum Beispiel Polypen (adenoide Vegetationen der Rachenmandel) die Atemwege verlegen und zu einer „verstopften Nase“ führen. Ebenso können schlecht verheilte Brüche (Frakturen) des Nasenbeins, eine schiefe Nasenscheidewand (Septumsydyplasie) oder zu eng angelegte Nasenlöcher die Nasenatmung behindern.

Andere häufigere Ursachen sind Allergien oder chronische Infektionen der Nasennebenhöhlen (chronische Sinusitis). Als allergische Auslöser kommen beispielsweise Pollen, Tierhaare oder Hausstaubmilben in Betracht. Seltener ist eine verstopfte Nase durch einen Tumor im Nasenrachenbereich (Nasopharynxkarzinom) bedingt. Bei Kleinkindern können zudem aus Versehen oder mit Absicht in die Nase eingeatmete oder eingeführte Gegenstände die Nase verlegen. Zuletzt sei noch erwähnt, dass auch die langfristige Gabe von schleimhautabschwellenden Nasentropfen, zu dem Empfinden einer chronisch verstopften Nase führen kann. [1]

​Behandlung bei verstopfter Nase

Chronische (allergische) Sinusitis

Hausmittel: Bei einer verstopften Nase kann eine Meersalzlösung Linderung verschaffen. Hierfür wird ein halber Teelöffel Meersalz in 240ml warmen Wassers gelöst. Die Lösung sollte schnellstmöglich verwendet werden und kann maximal 24 Stunden aufbewahrt werden.

Anwendung: Bei chronischer Sinusitis können Nasenspülungen mit Nasenkännchen bzw. Nasendusche und Meersalzlösung helfen. Ein Nasenkännchen ist zum Beispiel in Apotheken oder Reformhäusern erhältlich. Es wird mit warmem Salzwasser gefüllt, das Kind wird über einem Waschbecken zur Seite geneigt und das Kännchen tief in ein Nasenloch eingeführt. Die Lösung sollte dann über das Nasenloch in den Nasenrachenraum und über das andere Nasenloch nach außen laufen. Dabei wird die Schleimhaut befeuchtet, Sekret gelöst und die Verstopfung gelindert.

Ähnlich funktioniert die Ballonspritze. Sie ist besonders für Babys geeignet. Die Spritze wird ebenfalls mit warmer Salzlösung gefüllt und jeweils 10-20 Tropfen in ein Nasenloch getropft. Anschließend wird der Kopf für 10 Sekunden möglichst stillgehalten und anschließend die Spritze zusammengedrückt, um das gelöste Sekret abzusaugen. [2]

Auch 1-2 Tropfen Pfefferminz- oder Eukalyptusöl auf das Kopfkissen können die nächtliche Nasenatmung erleichtern. [3] Ätherische Öle können jedoch die Schleimhäute von kleinen Kindern empfindlich reizen und zu allergischen Reaktionen und zu Atemnot führen. Die Behandlung sollte daher nur bei Kindern über 2 Jahren erfolgen.

Für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist zu sorgen, da dies festsitzendes Sekret verdünnen kann. Auch eine erhöhte Kopflage beim Schlafen kann die Atmung erleichtern.

Auf mögliche Auslöser der Nasenverstopfung, wie zum Beispiel Tierhaare, sollte geachtet werden und der Kontakt mit diesen Allergenen versuchsweise eingeschränkt bzw. besten Falls vermieden werden.

Wirkstoffe: Bei einer durch eine Allergie bedingten Nasenverstopfung kann eine medikamentöse Behandlung mit Cromoglicinsäure (Allergoval Kapseln, CromoHexal, Cromo-ratiopharm) oder Antihistaminika (Cetirizin Hexal, Lorano akut, Tavegil) erfolgreich sein. Diese können als Nasenspray oder in Tablettenform verabreicht werden. Für diese medikamentöse Therapie sollte ein Arzt konsultiert werden.

Zu beachten

Bei länger andauernder Nasenverstopfung sowie beim Auftreten von Symptomen wie Nasenbluten (Epistaxis), starken Kopfschmerzen (Cephalgie), Gewichtsverlust, eitrigem oder borkigem Nasensekret, sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden. Ebenso bei anatomischen Ursachen wie Polypen, eine verkrümmte Nasenscheidewand oder zu enge Nasenlöcher, da in diesen Fällen eventuell eine Operation angezeigt sein kann. Falls der Verdacht auf Fremdkörper in der Nase besteht, sollte eine Nasenspiegelung (Rhinoskopie) durchgeführt werden.

Generell gilt, auf schleimhautabschwellende Nasentropfen möglichst zu verzichten und diese nur nach Absprache mit einem Arzt einzusetzen beziehungsweise bei Eigentherapie darauf achten diese nicht länger als eine Woche anzuwenden.


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen