Schnupfen Beim Kind: Krankheitstypen

Verstopfte Nase bei Kindern

© PantherMedia / Walter J. Pilsak

Eine verstopfte Nase bei Kindern ist ein sehr häufiges Symptom und wird meistens durch einen Schnupfen verursacht. In der Regel sind die Beschwerden ungefährlich, verlaufen mild und sind nach rund einer Woche selbstlimitierend. Eine Behandlung ist dabei meist nicht notwendig. Wesentlich seltener können auch andere Umstände, wie eine Allergie oder eine Nebenhöhlenentzündung, für eine verstopfte Nase verantwortlich sein. Nachfolgend wird auf die Ursachen und die Behandlung einer verstopften Nase bei Kindern sowie auf mögliche Risiken eingegangen.

Ursachen einer verstopften Nase bei Kindern

In den allermeisten Fällen sind Erkältungskrankheiten wie ein Schnupfen(akute Rhinitis) für eine verstopfte Nase beim Kind verantwortlich. Dieser wird typischerweise durch Rhino-, Corona-, RS?, ECHO- oder (Para-)Influenzaviren ausgelöst und kommt vor allem während der Herbst- und Wintermonate gehäuft vor [1]. Übertragen werden die Viren sowohl per Tröpfcheninfektion durch Niesen, Husten und Sprechen (feuchte Infektion) als auch durch Händeschütteln oder das Berühren kontaminierter (mit Krankheitserregern besiedelter) Oberflächen (trockene Infektion) [2]. Weitere Leitsymptome eines Schnupfens neben der behinderten Nasenatmung sind ein vermindertes Riechvermögen und vermehrter Ausfluss von (zuerst flüssigem, später schleimigem) Nasensekret. Die Beschwerden halten für rund eine Woche an und verlaufen klassischerweise in drei Phasen [3]:

  • Im initialen (Anfangs-)Stadium kommt es zu körperlicher Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Juckreiz in der Nase und allgemeinem Unwohlbefinden. Bei Kindern kann zusätzlich Fieber auftreten.
  • Das zweite, katarrhalische (von Katarrh = Entzündung, die mit der Absonderung von Schleim einhergeht) Stadium zeichnet sich durch eine behinderte Nasenatmung, eingeschränktes Riechvermögen und eine geschwollene Nasenschleimhaut mit klarem Sekret aus und geht mit einer weiteren Verschlechterung des allgemeinen Befindens einher.
  • Schließlich folgt meist nach 3–4 Tagen das schleimig-eitrige Stadium, in dem schleimige, meist auch eitrige Sekretabsonderungen aus der Nase auftreten. In dieser Phase folgt eine Besserung der Allgemeinsymptome, bis der Schnupfen in der Regel nach rund einer Woche selbstlimitierend ist.

Bessern sich die Krankheitssymptome nicht nach einer Woche oder kommt es zu gelb-grünlicher Schleimabsonderung, sind dies Hinweise für die Beteiligung von Bakterien (bakterielle Superinfektion). In diesem Fall sind die Konsultation eines Arztes und eine antibiotische Therapie angezeigt; die Krankheitsdauer verlängert sich um ca. 7 weitere Tage.

Treten neben allgemeinen Krankheitssymptomen und der verstopften Nase auch hohes Fieber, Gesichtsschmerzen und Klopfschmerz über den Nasennebenhöhlen auf, liegt der Verdacht einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) vor, die ebenfalls durch einen Arzt behandelt werden muss.

Gelegentlich kann eine verstopfte Nase auch durch eine Allergie hervorgerufen werden. Die allergische Rhinitis (Heuschnupfen) ist eine Überempfindlichkeitsreaktion gegen Pollen von Gräsern, Getreide oder Bäumen und kann saisonal oder ganzjährig auftreten. Sie äußert sich durch Beschwerden wie eine verstopfte Nase, Juckreiz, Niesreiz, eine wässrige klare Sekretion und Brennen in den Augen [3].

Weitere, wesentlich seltenere Ursachen für eine verstopfte Nase bei Kindern sind angeborene Fehlbildungen, Fremdkörper, Reizstoffe und Medikamente [4].

Behandlung einer verstopften Nase bei Kindern

Da eine verstopfte Nase in der überwiegenden Zahl durch einen Schnupfen bedingt ist, wird im Folgenden nur auf die Behandlung einer akuten Rhinitis eingegangen.

Prinzipiell ist bei einem banalen Schnupfen keine spezifische Therapie notwendig, allerdings existieren einige allgemeine Maßnahmen, welche die Beschwerden mildern und den Heilungsprozess fördern können [3]:

  • Da sich der Körper am besten während des Schlafes erholen kann, empfiehlt es sich, auf ausgedehnte Ruhezeiten zu achten und genügend zu schlafen.
  • Überanstrengung kann einen bestehenden Infekt noch verschlimmern, deshalb ist körperliche Schonung dringend angezeigt.
  • Um zähflüssiges Sekret zu verflüssigen und einer Dehydrierung (Austrocknung) vorzubeugen, sollte ausreichend Flüssigkeitzugeführt werden, am besten 1 Liter pro Tag in Form von Wasser und Kräutertees.
  • Frische Luft, eine Raumtemperatur von etwa 20 °C und eine hohe Raumluftfeuchtigkeit (z. B. durch Wasserschalen auf Heizkörpern) stellen eine optimale Umgebung für eine rasche Erholung dar.

Neben diesen allgemeinen Maßnahmen gibt es eine Vielzahl bewährter Hausmittel, unter anderem:

Zwiebel: Die Zwiebel wird schon jahrhundertelang als Naturheilmittel verwendet und besitzt antibakterielle, schleimlösende und blutdrucksenkende Effekte [5]. Die Anwendung als Hausmittel ist äußerst simpel: Eine rohe Zwiebel kann kleingeschnitten und neben dem Bett des Kindes positioniert werden, damit die Inhaltsstoffe eingeatmet werden können [1]. Des Weiteren kann ein Sirup aus Honig und Zwiebelnhergestellt werden, indem kleingeschnittene Zwiebeln mit dem Honig vermischt werden und der Sirup zum Durchziehen für einige Stunden beiseitegestellt wird. Die Zwiebel besitzt keine Nebenwirkungen oder Anwendungseinschränkungen, weshalb sie ohne Bedenken auch über einen längeren Zeitraum verwendet werden kann.

Inhalation: Die Inhalation ist einfach und effektiv und kann bei einer Erkältung oder einem Schnupfen angewendet werden. Es kann mit kochenden Salzwasser oder auch mit ätherischen Ölen aus verschiedenen Heilkräutern, z. B. Eukalyptus, Kamille, Pfefferminze,inhaliert werden. Sowohl Salz als auch Kräuteröle wirken schleimlösend und sorgen so für eine erleichterte Nasenatmung. Für die Inhalation wird in einer Schüssel 1 Teelöffel Kochsalz in 500 ml kochendem Wasser gelöst bzw. werden die Kräuter mit kochendem Wasser übergossen. Sobald das Wasser ein wenig abgekühlt ist, wird dem Kind ein Handtuch über den Kopf gelegt und der Kopf über die Wasserschüssel gehalten. Nun kann das Kind den Wasserdampf etwa 10 Minuten lang einatmen. Zu beachten ist, dass alle Öle bei häufigem Gebrauch zur Reizung der Atemwege führen können. Daher sollten sie sparsam und entsprechend der vorgegebenen Dosierungshinweise eingesetzt werden. Im Gegensatz dazu sind für dieI nhalation mit Kochsalz keinerlei Nebenwirkungen oder Gegenanzeigen bekannt; sie kann daher uneingeschränkt angewandt werden.

Neben Hausmitteln und allgemeinen Maßnahmen können bei einem stark ausgeprägten kindlichen Schnupfen auch klassische Arzneimittel zur Anwendung kommen.

Dazu gehören vor allem Nasensprays sowie fiebersenkende und schmerzstillende Medikamente. Entgegen der landläufigen Meinung sind Antibiotika dagegen nur in Ausnahmefällen angezeigt, da sie nur gegen Bakterien wirksam sind.

Nasensprays mit Salzlösungen verflüssigen zähes Nasensekret und sorgen so für eine bessere Funktion der Nasenschleimhautzellen mit erleichtertem Sektretabtransport. Sie zeigen keine Nebenwirkungen oder Einschränkungen und können daher auch bei Kindern über einen längeren Zeitraum verwendet werden [6].

Die sogenannten „schleimhautabschwellenden“ Nasentropfen hingegen verengen Blutgefäße in der Nasenschleimhaut und verringern auf diese Weise die lokale Durchblutung. Dadurch geht die Schwellung der Schleimhaut zurück und die Sekretion nimmt ab – die Nasenatmung wird erleichtert. Die Wirkstoffe sind gewöhnlich gut verträglich, sollten aber nicht länger als 3–4 Tage in Folge angewendet werden, da sie bei intensiver Verwendung die Nasenschleimhaut schädigen.

Bekannte Wirkstoffe sind Xylometazolin (Otriven®, NasenSpray ratiopharm Kinder, nasic® für Kinder) und Oxymetazolin (Nasivin®, Wick Sinex®) [7], die für Kinder in speziell reduzierten Dosen erhältlich sind.
Bei Beschwerden wie Fieber, erhöhter Temperatur, körperlicher Abgeschlagenheit können nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR; entzündungshemmende Schmerzmittel) verwendet werden. Für Kinder eignet sich dabei am besten Paracetamol.

Paracetamol (Perfalgan®, Paracetamol-ratiopharm®, Paracetamol AL Saft)[8] ist ein gut verträgliches Medikament zur Fiebersenkung und Schmerzlinderung und kann bei Erkältungskrankheiten und leichten Schmerzen verwendet werden. Es ist als Filmtabletten, Brausetabletten und Zäpfchen verfügbar und auch bei Kindern sicher anwendbar. Angegebene Dosierungshinweise sind dabei zu beachten; eine Höchstdosis von 60 mg/KG pro Tag sollte nicht überschritten werden, da es sonst zu Leberschädigungen kommen kann.

Zu beachten

Eine verstopfte Nase bei Kindern ist in aller Regel durch einen Schnupfen verursacht und zeigt einen äußerst milden Verlauf. Meistens ist keine spezielle Behandlung notwendig; allerdings können allgemeine Maßnahmen wie ausreichende Bettruhe für eine schnellere Erholung sorgen.

Dauert der Schnupfen wesentlich länger als eine Woche, zeigt keine Besserung oder sogar eine Zunahme der Beschwerden, ist eine ärztliche Konsultation unerlässlich.

Die Übertragung der Viren erfolgt häufig im Kindergarten oder an öffentlichen Plätzen. Regelmäßige Händehygiene kann deshalb helfen, eine Ansteckung zu verhindern.


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen