Schnupfen Laufende Nase: Im Alltag

Laufende Nase (beim Essen)

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Eine laufende Nase beim Essen wird auch als gustatorische Rhinitis bezeichnet. Dies äußert sich in einer wässrig-laufenden Nase, die hauptsächlich beim Essen auftritt und keine allergischen Ursachen hat. Scharfe oder heiße Speisen sowie eine Histaminunverträglichkeit (Histamin-Intoleranz)können eine laufende Nase beim Essen auslösen Im Gegensatz dazu können bei Nahrungsmittelallergien oft Begleiterscheinungen, wie Juckreiz, Schnupfen, brennende Augen oder Ausschläge (Ekzeme) auftreten. Die Behandlung kann je nach Ursache mit Antihistaminika, Allergenvermeidung oder in der Vermeidung von histaminreichen Lebensmitteln erfolgen [1][2][3][4].

Ursache einer laufenden Nase beim Essen

Meistens tritt eine gustatorische Rhinitis nach dem Verzehr von scharfen oder stark gewürzten Speisen auf. Dies geschieht dadurch, dass bestimmte Inhaltsstoffe der Speisen die Durchblutung der Nase anregen und so mehr Sekret produziert wird und die Nase zu laufen beginnt.

Wie bereits erwähnt, können histaminreiche Lebensmittel bei einer Histamin-Intoleranz eine gustatorische Rhinitis beim Essen auslösen. Histamin ist unter anderem ein wichtiger Botenstoff des Immunsystems bei Entzündungen und Allergien, um Schleimhäute anschwellen zu lassen und deren Durchblutung zu verbessern. Menschen mit jener Unverträglichkeit reagieren auf den Konsum von histaminreicher Nahrungsmittel mit allergieähnlichen Reaktionen. Im letzten Kapitel „Zu beachten“ werden Lebensmittel angeführt, die viel Histamin enthalten. Zu den Symptomen gehören unter anderem Magen-Darm-Beschwerden, Durchfall, Schwindel, Asthma, Menstruationsbeschwerden, Juckreiz, Kopfschmerzen, Nasenlaufen, tiefer Blutdruck und Hautreaktionen. Ursache ist keine Allergie, sondern ein verminderter Abbau von Histamin im Darm, was zu einer erhöhten Verfügbarkeit im Organismus führt. Histaminreich sind vor allem jene Lebensmittel, die über Gärung, Reifung oder mit Hilfe von Mikroorganismen erzeugt werden, z. B. bestimmte Käsesorten. Histamin wird daher erst während der Reifung von Mikroorganismen (Bakterien, Pilze) produziert. Alkohol fördert außerdem die Ausschüttung von Histamin und hemmt gleichzeitig den Abbau. Des Weiteren fördern einige Medikamenten die Ausschüttung von Histamin oder hemmen dessen Abbau. Dazu gehören zum Beispiel Opioide (Morphin, als Schmerzmittel) und Acetylcystein (schleimlösend).

Es kann auch die Ursache gänzlich unbekannt sein, dies wird dann idiopathisch genannt [1][2][3].
Schlussendlich können auch Lebensmittelallergienzu einer laufenden Nase beim Essen führen. Dies kann jedoch wie bereits erwähnt mit Juckreiz, Ekzemen, Augenrötung, Schnupfen, Durchfall, Atemnot, geschwollenem Gesicht und Lippen, Blutdruckabfall und sogar einem Schockzustand einhergehen. Am häufigsten liegen Allergien auf Gemüse (Sellerie, Sojabohnen), Obst (Äpfel, Kirschen, Pfirsiche) und Nüsse (Erdnüsse, Mandeln) vor, selten auf Getreide- und Milchprodukte. Bei Menschen mit Asthma, Heuschnupfen oder anderen Autoimmunkrankheiten ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass zusätzlich eine Nahrungsmittelallergie vorliegt. Bei Kleinkindern können Milch- und Hühnereiweißallergien vorliegen, diese verschwinden aber in den ersten Lebensjahren [4].

Erst wenn allergische Ursachen für eine laufende Nase über spezielle Allergietests ausgeschlossen worden sind, wird von einer gustatorischen Rhinitis gesprochen.

Behandlung einer laufenden Nase beim Essen

Als nicht medikamentöse Therapie bei Nahungsmittelallergien sollten Lebensmittel und Speisen, die Allergene enthalten, vermieden werden. Im Falle, dass bereits verzehrte Speisen Allergene enthalten und heftige Reaktionen (Atemprobleme, Schockzustand) auftreten, kann eine Adrenalininjektion einen allergischen Schock (anaphylaktischer Schock) verhindern. Daher sollte bei ernsten Lebensmittelallergie immer ein Notfallset für Allergiker mitgeführt werden.

Bei Histaminintoleranz sollten Lebensmittel, die viel Histamin enthalten, vermieden werden. Es besitzen fast alle Lebensmittel eine gewisse Menge an Histamin, doch für einige Nahrungsmittel mit hohem Histamingehalt besteht diese Intoleranz. Hier sollten Listen des Histamingehalts einzelner Lebensmittel eingesehen und studiert werden. Diese Listen finden sich überall im Internet oder können auch vom behandelnden Arzt ausgehändigt werden. Außerdem können Antihistaminika (Fenistil®, Livostin®, Allergodil®) oder Anticholinergika (Tiotropium, Oxytropium, Ipratropiumbromid) in Form von Nasensprays die Symptome abschwächen.Mastzellstabilisatoren ( Vividrin, Irtan, Alomide) können oral eingenommen werden und hemmen im Darm die Ausschüttung von Enzündungsmediatoren (vermitteln Entzündung). Auch Diaminoxidase (fördert Histaminabbau) und Prostaglandinhemmer (hemmen Entzündung) können gegen Histaminintoleranz helfen [2].

Wenn bestimmte scharfe oder gewürzte Lebensmittel eine laufende Nase hervorrufen, sollten diese Lebensmittel vermieden werden.

Zu beachten

Viel Histamin enthalten zum Beispiel bestimmte Käsesorten, Eiklar Räucherfleisch, Salami, Rohschinken, Thunfisch, Walnüsse, Sauerkraut, Limetten, Orangen, Balsamico-Essig und alkoholische Getränke. Eine vollständige Liste kann im Literaturverzeichnis bei Quelle Nr.[5] aufgerufen werden[5].

Inzwischen finden sich schon bei vielen Speisen in Restaurants und auf Verpackungen in Supermärkten Hinweise auf mögliche Allergene. Diese sollten immer beachtet werden, um allergische Reaktionen zu verhindern. Oft wird eine Nahrungsmittelunverträglichkeit (eher mildere und weniger starke Beschwerden) mit einer Nahrungsmittelallergie verwechselt. So haben ca. 1% der Bevölkerung eine ernsthafte Nahrungsmittelallergie, aber einfache Nahrungsmittelunverträglichkeiten können bis zu 20% der Bevölkerung betreffen [4].


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen