Schnupfen Laufende Nase: Krankheitstypen

Laufende Nase (ohne Erkältung)

© PantherMedia / Piotr Marcinski

Eine laufende Nase (altgriech. „rhinorrhoe“) ist gekennzeichnet durch eine ausgeprägte Absonderung von dünnflüssiger bis schleimiger/eitriger Flüssigkeit aus der Nase. Häufig wird der Ausfluss durch Entzündungen in dem Bereich der Nase oder Nasennebenhöhlen erzeugt. Den Entzündungserscheinungen kann eine Vielzahl von Ursachen, die auch ohne Erkältung auftreten können, wie z.B. virale Infektionen,Allergien oder hyperplastische Nasenpolypen zu Grunde liegen.

Je nach Auslöser kann der Verlauf unterschiedlich sein. Bereits die Konsistenz und Farbe des Ausflusses kann Rückschlüsse auf die Ursachen ziehen lassen. Die Therapie wird entsprechend ausgerichtet. Bei harmlosen Ursachen verläuft die Erkrankung meist selbstlimitierend.

Ursachen

Allergien

Menschen mit Heuschnupfen leiden häufig unter einer laufenden Nase. Doch auch andere Allergene wie Tierhaare, Soja, Latex, Getreide etc. können ihre Wirkung in Form einer chronischen, eher klar-flüssigen Rhinorrhoe zum Ausdruck bringen. In diesem Fall wird die laufende Nase auch als allergische Rhinorrhoe bezeichnet und kann mit Ausschlägen (Ekzeme), Niesen, tränenden und brennenden Augen einhergehen.

Infektionen

Sowohl virale als auch bakterielle Infektionen können eine Rhinorrhoe auslösen. Die Infektionen treten oft zusammen mit Fieber, Husten, Schwäche und Schnupfen auf. Ein bakterieller Infekt kann ein gelb-grünliches, dickes Sekret hervorrufen (Eiter). Infektionen der Nase zeigen sich typischerweise im Rahmen einer Erkältung ab, aber gerade virale Infekte können auch ohne Erkältung in Erscheinung treten.

Bronchiolitis

Eine Bronchiolitis ist eine virale Infektion der Lunge, die vor allem bei Kindern einen häufigen Grund für das Einsetzen von Rhinorrhoe darstellt. Bronchiolitiden sind oft mit Husten, schneller Atmung (Tachypnoe) und Fieber vergesellschaftet.

Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)

Eine Entzündung der Nasennebenhöhlen tritt häufig im Rahmen von Erkältungen auf und kann zu Entzündungen und Schwellungen der Knochenhöhlen rund um Nase und Augen führen. Auch eine Sinusitis kann sowohl gemeinsam mit anderen Symptomen einer Erkältung als auch ohne diese auftreten. Bei einer Nasenscheidewandverkrümmung (Deviatio Septi Nasi), deren leichte Formen sehr verbreitet sind, werden die Nasennebenhöhlen minderbelüftet. Dies kann zu einer chronischen Sinusitis führen und daher eine chronischen Rhinorrhoe ohne Erkältungssymptomatik zur Folge haben.

Scharfes Essen

Stark gewürzte, scharfe Speisen oder die Dämpfe bestimmter Gerichte (z.B. Zwiebeln) führen bei vielen Menschen vorübergehend zu einer vermehrten Produktion von nasalem Ausfluss.

Nasenpolypen

Nasenpolypen sind gutartige Geschwülste der Nasenschleimhaut, die unter anderem Schnarchen, eine raue Stimme und eine eingeschränkte Nasenatmung meist in Abwesenheit einer Erkältung hervorrufen können.

Kopfverletzungen

Kopfverletzungen können zu Rhinorrhoe führen und sind als gefährlich einzuschätzen. Bei dem meist klaren Ausfluss in Folge einer Schädeltraumas kann es sich um Gehirnwasser (Liquor cerebrospinalis) handeln.[1][3]

Clusterkopfschmerzen

Sehr starke Kopfschmerzen können zu einer laufenden Nase führen.

Vasomotorische Rhinorrhoe

Eine gestörte Funktion der Blutgefäßnerven kann zu Rhinorrhoe führen.

Chemische/physikalische Ursachen

Chemikalien, trockene Luft und Fremdkörper können eine Rhinorrhoe hervorrufen.[3]

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der laufenden Nase. Im Regelfall wird keine spezifische Therapie benötigt. Die Rhinorrhoe verschwindet in fast allen Fällen von selbst. Eine Therapie oder Behandlung ist nur dann notwendig, wenn die laufende Nase ein Symptom einer schweren körperlichen bzw. neurologischen Störung ist. Die laufende Nase als Begleiterscheinung eines einfachen Infekts ist eine Selbstheilungs- und Reinigungsmaßnahme des Körpers und sollte daher nicht unterdrückt werden.

Immunstärkende Maßnahmen, Schonung, gesunde Ernährung, viel Flüssigkeit(Wasser) und regelmäßige Nasenbäder sorgen in der Regel für einen komplikationslosen und vorhersehbaren Verlauf des Infekts, mit dessen Abklingen auch die laufende Nase verschwindet. Im Falle eines sehr starken Ausflusses werden oft Nasensprays/Nasentropfen eingenommen, bei Daueranwendung dieser kann jedoch die natürliche vegetative Gefäßregulation gestört werden. Oft werden auch Inhalationen mit Kamille, Mineralsalzen oder ätherischen Ölen angewendet, die sich positiv auf die Nasenatmung auswirken.

Wenn eine bakterielle Infektion ursächlich für die laufende Nase ist, können Antibiotika verschrieben und angewendet werden. Diese Behandlung ist bei einer bakteriellen Infektion oft der einzige Weg, um die Entzündung und somit auch die laufende Nase dauerhaft zu beseitigen.

Ist die laufende Nase Folge einer allergischen Reaktion, sollte zur Abklärung ein Allergietest gemacht werden, um das auslösende Allergen zu identifizieren und weitere Behandlungsschritte zu planen. Als Akutmaßnahme gegen starke allergische Reaktionen können nach Absprache mit einem Arzt Antihistaminika oder Korticosteroide verwendet werden.[4]

Zu beachten

Bei einer fötiden (faulig, übelriechend), hämorrhagischen (blutig) oder cerebrospinalen Rhinorrhoe (wässrig oder blutige Rhinorrhoe nach einem Schädel-Hirn-Trauma) sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, da es sich um ernsthafte Ursachen handeln kann, die einer Untersuchung bedürfen. Zu den Risikogruppen einer allergischen Rhinorrhoe zählen Kinder, Asthmatiker, ältere Menschen und Personen, die einer Tätigkeit im Freien nachgehen. Auch genetische Vorbelastung, Rauchen, Nicht-Stillen, Haustiere, westliche Ernährung, aggressive Pollen, übertriebene Hygiene und Luftverschmutzung stehen mit Allergien im Zusammenhang.[5]


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen