Schnupfen Verstopfte Nase: Im Alltag

Verstopfte Nase geht nicht weg

© PantherMedia / Andriy Popov

Wenn eine Nase längere Zeit verstopft[1], die Nasenatmung also dauerhaft behindert ist, kann dies viele Ursachen haben. Zu den wichtigsten Ursachen zählen: allergische Reaktionen, anatomische Veränderungen der Nasenscheidewand oder der Nasenmuschel, Nebenwirkungen von bestimmten Medikamenten und hormonell bedingter Schnupfen in der Schwangerschaft. Im Folgenden sollen die medizinischen Fakten, ihre biologischen Zusammenhänge sowie mögliche Gegenmaßnahmen, die im Zusammenhang mit einer dauerhaft verstopften Nase stehen, erläutert werden.

Medizinische Fakten

Ein nur einseitiges, wechselseitiges Anschwellen der Nasenschleimhaut kommt bei der Mehrheit der Bevölkerung vor und gilt als normaler Vorgang, um die Nasenschleimhaut zu regenerieren. Da aktuell in Deutschland etwa 20% der Menschen an mindestens einer Allergie leiden, kann bei einer dauerhaften Behinderung der Nasenatmung eine allergische Rhinitis (Rhinitis allergica) als mögliche Ursache in Betracht gezogen werden. Neben der behinderten Nasenatmung gibt es meistens weitere Symptome wie Kratzen im Hals (pharyngealer Juckreiz), Entzündung der Bindehaut (Konjunktivitis) und eine schmerzende Nase.[2][3][2]

Anatomischen Veränderungen der Nasenscheidewand oder der Nasenmuscheln können angeboren sein, sich im Laufe der Zeit entwickeln, zum Beispiel durch ein übermäßiges Wachstum der Rachenmandeln (Hyperplastische Rachenmandeln bzw. Adenoide Vegetation), ein im Vergleich zum Schädel zu schnelles Wachsen des Nasenseptums (Nasenseptumdeviation) oder bedingt durch einen Unfall (traumatisch) sein. Weiterhin kann eine gutartige, wachsende und lokal zerstörende Gefäßschwulst (Juveniles Nasenrachenfibrom) Ursache für eine dauerhaft verstopfte Nase sein.[2]

Auch können bestimmte Medikamente als unerwünschte Arzneimittelwirkung eine verstopfte Nase zur Folge haben (Rhinitis medicamentosa). Dazu zählenbeispielsweise[2] [1] ASS, manche Blutdruckmedikamente (Antihypertensiva), medikamentöse Verhütungsmittel (Kontrazeptiva) oder die lang anhaltende Verwendung von abschwellenden Nasentropfen oder –sprays. Häufig sind außerdem der Geruchs- und der Geschmacksinn beeinträchtigt.

Durch hormonelle Umstellungen während der Schwangerschaft kann es ebenfalls zu einem dauerhaften Schnupfen kommen (Rhinitis gravidarum). Unter dem Einfluss des Östrogens kommt es häufig zu einer Schwellung der Nasenschleimhaut. Außerdem kann es neben einer Beeinträchtigung des Geruchs- und Geschmacksinnes zu Schmerzen und Druckgefühl in den Nasennebenhöhlen (vor allem der Stirnhöhle) kommen.[2]

Biologischer Zusammenhang

Wird allergisch auf bestimmte Dinge reagiert, werden eine Reihe von körpereigenen Stoffen ausgeschüttet, die eine Entzündungsreaktion vermitteln. Ein wichtiger Vertreter dieser Stoffe ist das Histamin. Durch die Ausschüttung von Histamin und anderen Stoffen kommt es zu einer Schleimhautschwellung und den weiteren typischen Symptomen.

Bei den anatomischen Veränderungen ist häufig der Luft leitende Weg durch die Nase direkt verlegt. Je nach Ursache können die Beschwerden noch zunehmen (z.B. beim juvenilen Nasenrachenfibrom oder bei hyperplastischen Gaumenmandeln) oder über längere Zeit konstant bleiben. Medikamente und Hormone beeinflussen die Nasenschleimhaut auf unterschiedliche Weise. Gemeinsam haben sie, dass die Nasenschleimhaut häufig geschwollen und gerötet ist.

Zu beachten

Ist bereits eine Allergie bekannt, so kann eine Vermeidung der allergieauslösenden Dinge (Allergenkarenz) eine Linderung verschaffen. Häufig gelingt dies allerdings nicht völlig, weswegen unter Umständen eine medikamentöse Therapie in Betracht gezogen werden muss. Der schwangerschaftsbedingte Schnupfen verschwindet nach der Geburt des Kindes völlig von selbst.[1]

Bei allen anderen möglichen Ursachen lohnt es sich, mit dem Hausarzt über die Beschwerden zu sprechen. Er oder Sie kann durch gezieltes Erfragen der Symptome die möglichen Ursachen eingrenzen oder gegebenenfalls weitere Untersuchungen veranlassen. Ein Weglassen von benötigten Medikamenten ist ohne die Rücksprache mit dem behandelnden Arzt nicht ratsam.


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen