- Trotz Erkältung zur Arbeit? | Pro und Contra

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Trotz Erkältung zur Arbeit? © panthermedia.net / Tom Baker

Eine laufende Nase oder ein schmerzender Hals sind noch lange kein Grund, dem Büro fernzubleiben. Nasenspray, Taschentücher, Salbeibonbons und die ein oder andere Schmerztablette helfen dabei, den Arbeitsalltag trotz Erkältung zu überstehen. Zwei bis vier solcher Infekte fängt sich ein Erwachsener pro Jahr ein. Davon abgesehen, dass es keinen guten Eindruck beim Chef hinterlässt, sich wegen eines grippalen Infekts krankschreiben zu lassen, schmeichelt es dem Ego, sich unersetzlich zu fühlen. Funktionieren müssen, Präsenz zeigen und nur keine Schwächen offenbaren – so denken viele Mitglieder der modernen Leistungsgesellschaft. Mediziner raten dennoch dringend, mit einer Erkältung daheim das Bett zu hüten. Denn wer als Virenschleuder das Büro betritt, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern auch seine Kollegen.[1]

Achtung Ansteckungsgefahr!

Erkältungen werden durch Viren verursacht, die die oberen Atemwege befallen. Die häufigste Virenart, die grippale Infekte auslöst, ist das sogenannte Rhinovirus. Aber auch andere Erregerarten kommen in Frage. Die Erkrankung wird durch eine Tröpfcheninfektion übertragen. Beim Niesen oder Husten werden hunderte kleine Speicheltröpfchen in die Luft geschleudert, die durch die Krankheitserreger kontaminiert sind. Auch ungewaschene Hände und alle Gegenstände, die von ihnen berührt worden sind, erhöhen die Ansteckungsgefahr. Auf Türklinken und Computertastaturen, ganz zu schweigen von Telefonhörern und Aufzugknöpfen tummeln sich Erkältungsviren. Wer trotz laufender Nase auf Arbeit erscheint, gefährdet damit nicht nur sich selbst, sondern auch seine Kollegen. Mediziner gehen davon aus, dass schon etwa ein bis zwei Tage vor Auftreten der Symptome die Gefahr besteht, andere anzustecken. Nachdem die ersten Beschwerden einsetzen, dauert es circa eine Woche, bis der Erkrankte die Krankheit nicht mehr übertragen kann. Vom Zeitpunkt der Ansteckung bis zum Ausbruch vergehen ungefähr zwei bis fünf Tage. Diesen Zeitraum nennt man Inkubationszeit.[1][2][3]

Schneller fit durch Bettruhe

Aber auch, um sich selbst zu schützen, sollte man eine Erkältung nicht auf die leichte Schulter nehmen und besser einige Tage dem Büro fernbleiben. Bettruhe, viel Schlaf und genügend Flüssigkeit sorgen dafür, dass das Immunsystem die Erreger effektiv bekämpfen kann und der Betroffene schon bald wieder auf den Beinen ist. Wird der grippale Infekt verschleppt, kann es zu Komplikationen wie Nasennebenhöhlenentzündungen, Bronchitis oder Lungenentzündungen kommen. Diese Komplikationen sind nicht nur unangenehm, sondern können unter Umständen sogar lebensbedrohlich verlaufen. Wer sich eine Lungenentzündung eingefangen hat, muss in der Regel nicht nur drei bis fünf Tage das Bett hüten, sondern kann getrost mit längeren Krankschreibungen rechnen.[1]

Wer mit einer Erkältung im Büro erscheint, tut weder sich, noch seinem Chef oder seinen Kollegen einen Gefallen. Mit den Komplikationen eines grippalen Infekts ist nicht zu spaßen. Statt die Zähne zusammenzubeißen, sollte die Virusinfektion besser auskuriert werden. Wen aber die drohende Lungenentzündung nicht abschreckt, der sollte bedenken: mit einer schlimmeren Erkrankung ist das Büro für längere Zeit Sperrzone. Und auch die Kollegen, die nicht Gefahr laufen, sich anzustecken, werden dem Kranken einige Tage Bettruhe sicher nicht übel nehmen.

Quellenangaben:

[1] „Grippaler Infekt“, http://www.sprechzimmer.ch/sprechzimmer/Krankheitsbilder/Erkaeltung_Grippaler_Infekt.php, 07.01.2016
[2] Martina Melzer „Erkältung: Wie lange ist man ansteckend?“, http://www.apotheken-umschau.de/Erkaeltung/Erkaeltung-Wie-lange-ist-man-ansteckend-202315.html, 07.01.2015
[3] „Ansteckung“, http://www.erkaeltung-online.de/de/symptome-und-verlauf/ansteckung/, 07.01.2015