Grippe: Symptome

Grippe & Lungenentzündung

© PantherMedia / Kasia Bialasiewicz

Die Grippe (Influenza) ist durch entzündliche Prozesse in den oberen Atemwegen (oberer Respirationstrakt) gekennzeichnet (Bronchitis, Rhinitis). Bei dieser viralen Infektionskrankheit kann es aber bei prognostisch ungünstigeren Verläufen auch zu einer Beteiligung der unteren Atemwege kommen, was zu einer Lungenentzündung (Pneumonie) führen kann.[1]

Welcher biologische Zusammenhang zwischen der Virusgrippe und der Lungenentzündung besteht, wie sich diese Begleiterkrankung klinisch bemerkbar macht und warum schon bei frühen Anzeichen ein Arztbesuch indiziert ist, soll im Folgenden erläutert werden.

Medizinische Fakten

Die Pneumonie ist die in Westeuropa häufigste tödlich verlaufende Infektionskrankheit und tritt häufig im Zusammenhang mit der echten Grippe auf.[2] Dabei werden verschiedene Arten von Lungenentzündungen unterschieden. Im Rahmen der Influenza wird zwischen typischer und atypischer Pneumoniedifferenziert, die sich durch verschiedene Symptome bemerkbar machen:[3]

  • typische Lungenentzündung (meist durch Bakterien verursacht): begleitet durch hohes Fieber, starkem Husten mit rostfarbenem Auswurf (Sputum) und deutlichen Atembeschwerden (Dyspnoe)
  • atypische Lungenentzündung (bei einer Grippe meist direkt durch die Influenzaviren verursacht, selten auch durch Pilze): begleitet durch mäßiges Fieber und schwächeren Husten mit weniger Auswurf und in der Regel nur leichten Atembeschwerden

Die Symptome bei einer Lungenentzündung treten meist plötzlich auf und ähneln denen der Influenza. Neben Fieber und den Atembeschwerden kommt es auch zu Schüttelfrost, Lungenschmerzen und einer reflektorisch gesteigerten Atemfrequenz, da die Sauerstoffaufnahme durch das entzündete Gewebe vermindert ist. In schweren Fällen resultieren daraus blaue Lippen und bläulich gefärbte Nagelbetten (Zyanose).[4]

Wirkungsweise (Biologischer Zusammenhang)

Es gibt Erreger (Haemophilus, S. aureus) die sich als sogenannte Kommensalen physiologisch auf den Schleimhäuten der Atemwege befinden, das heißt sie ernähren sich von Nahrungsrückständen, ohne ihren Wirt dadurch zu schädigen. Bei einer Schwächung des Immunsystems, wie es im Rahmen einer echten Virusgrippe der Fall ist, können sich diese Erreger jedoch ausbreiten und zu einer Pneumonie führen. Zusätzlich kann es durch die entkräftete Abwehrlage des Körpers auch zu einer Zweitinfektion (Superinfektion) mit Bakterien von außerhalb kommen (z.B. Pneumokokken,Klebsiellen).[5]

Daneben kann es durch die geschwächte Abwehrlage auch zu einer Besiedlung mit Pilzen (Candida, Aspergillus) kommen (Pilzpneumonie), die aber nur relativ selten im Zusammenhang mit einer Grippe auftritt. Diese wird genauso wie die durch Influenzaviren verursachte Lungenentzündung zu den atypischen Pneumonien gezählt.[6]

Zu beachten

Lungenentzündungen sind in jedem Fall von einem Arzt zu behandeln. Besondere Achtung ist bei Risikopatienten geboten, wie zum Beispiel Erkrankten über 65 Jahren, Schwangeren oder Menschen mit einer zusätzlichen Grunderkrankung (Krebs, AIDS, etc.).

Als sehr seltene Komplikationen können zum Beispiel eine Blutvergiftung (Sepsis) oder auch Eiteransammlungen (Abszesse) und Flüssigkeitsansammlungen (Pleuraerguss) im Bereich der Lunge auftreten und nach einer sofortigen Therapie verlangen.[7]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe