Grippe: Symptome

Muskelschmerzen bei Grippe

© PantherMedia / Desislava Vasileva

Muskelschmerzen (Myalgien) sind ein häufiges Symptom der Grippe (auch Virusgrippe, Influenza) und werden durch Entzündungsbotenstoffe ausgelöst.

Wie kommt es zu den Muskelschmerzen und wie lassen sie sich von anderen muskulären Erkrankungen unterscheiden? Was muss beachtet werden? Der folgende Artikel soll Aufschluss über diese Fragestellungen geben.

Medizinische Fakten

Während der Infektion mit Influenza-Viren der Gruppen A bis C treten häufig Gliederschmerzen auf. Meist kommen sie plötzlich und treten bevorzugt an den Extremitäten (Armen und Beinen) auf.

Gliederschmerzen umfassen:

  • Muskelschmerzen (Myalgie)
  • Knochenschmerzen (Ostalgie)
  • Gelenkschmerzen (Arthralgie)[1]

Begleitsymptome der Grippe sind:

  • Halsschmerzen & Husten
  • Schnupfen
  • Fieber
  • Abgeschlagenheit

Wirkungsweise (Biologischer Zusammenhang)

Die Viren dringen im Körper in Zellen ein, vermehren sich schnell und bringen diese zum Platzen. Dies löst eine Entzündungsreaktion aus, bei der die Abwehrzellen des Immunsystems (Leukozyten) angelockt werden. Zur schnellen und effektiven Bekämpfung der Krankheitserreger werden Entzündungsstoffe ausgeschüttet, die helfen, die Immunantwort weiter zu verstärken und zu koordinieren. Dazu gehören u.A. Prostaglandine, die über Rezeptoren sowohl auf als auch in den Zellen verschiedene Effekte hervorrufen. Im Hypothalamus erhöht das Prostaglandin E² den Temperatursollwert. Um das Fieber zu generieren, wird die Muskelaktivität gesteigert.[2]

Gleichzeitig steigern die Prostaglandine die Schmerzempfindlichkeit (Hyperalgesie). Sie sensibilisieren peripheren Schmerzrezeptoren. Diese reagieren anschließend auf Reize, die normalerweise nicht als Schmerz wahrgenommen worden wären (Allodynie). Auch die Schwelle der Weiterleitung und Verarbeitung der Schmerzreize in Rückenmark und Gehirn wird herabgesetzt.

Prostaglandine können als fettlösliche (lipophile) Substanz die Blut-Hirn-Schranke passieren. Damit wird direkt im zentralen Nervensystem die Erregbarkeit der Neurone modifiziert. Das Schmerzempfinden ist gesteigert.

Die Kombination aus Muskelbeanspruchung und gesteigerter Schmerzwahrnehmung verursacht die Muskelschmerzen.

Zu beachten

Ein Arztbesuch wird obligat sobald folgende Symptome auftreten: hohes Fieber, Schnupfen oder Husten mit grünem Auswurf, akute Verschlechterung des Allgemeinzustandes.

Als Komplikation kann die sog. Myositis auftreten: auf Grund der hohen Konzentration an Entzündungsstoffen im Körper, entzündet sich die Muskulatur selbst.[3]

Muskuläre Erkrankungen werden unterschiedlich behandelt. Es muss daher auf den Kontext geachtet werden, in dem die Schmerzen einsetzen. Ein Hinweis auf Muskelschmerzen, die nicht von der Grippe kommen, sind Schwellung und Überwärmung.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe