Grippe: Symptome

Hoher Puls bei Grippe

© PantherMedia / Leung Cho Pan

Bei einer echten Grippe (Virusgrippe, Influenza) kann es im Zusammenhang mit Fieber (Pyrexie) zu einem Anstieg der Herzfrequenz (Tachykardie) kommen. Dies ist jedoch kein typisches Symptom der Grippe, sondern eine Begleiterscheinung des Fiebers.

Auf welchen biologischen Vorgängen dieser Mechanismus beruht und welche Risiken mit einem hohen Puls bei einer Grippe einhergehen, soll im folgenden Text geklärt werden.

Medizinische Fakten

Ein hoher Puls ist kein typisches Symptom für eine Grippe, ganz im Gegensatz zu Fieber.

Der Körper löst Fieber aus, da das Erregerwachstum bei einer Erhöhung der Körpertemperatur erschwert wird. Zerfallen allerdings Erreger nach Abtötung, so werden wiederrum Stoffe frei, die sog. Lipipolisaccharide, welche zu einer Erhöhung der Körpertemperatur führen.

Bei Fieber kommt es immer zu einer Erhöhung der Herzfrequenz. Pro Grad Celsius wird die Herzfrequenz um 10 Schläge pro Minute schneller. Das heißt, je höher die Körpertemperatur, desto höher ist auch die Herzfrequenz.[1]

Wirkungsweise (Biologischer Zusammenhang)

Der erhöhte Puls bei einer Grippe wird als reflektorische Tachykardie bezeichnet, da sich der Puls aufgrund von anderen Körperphänomenen erhöhen muss. Fieber führt dazu, dass die Blutgefäße besonders in der Haut weit gestellt werden, um Wärme abgeben zu können. Dadurch wird dem zentral ausgelösten Temperaturanstieg entgegengewirkt. Da das Blut nun auf einen größeren Raum verteilt ist, sinkt reflektorisch der Blutdruck (Hypotonie). Um einer schlechten Blutversorgung der Organe entgegenzuwirken erhöht sich schließlich die Herzfrequenz. Ansonsten könnte es zu einer Minderversorgung der Organe mit Sauerstoff und Nährstoffen kommen.[2][3]

Risiken

Die Erhöhung des Pulses kann für Menschen gefährlich werden, die bereits Grunderkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems haben. Zum Beispiel kann ein vorbestehender hoher Blutdruck (Hypertonie) bei einem Anstieg der Herzfrequenz entgleisen und zu Symptomen führen. Dies ist jedoch unwahrscheinlich, da der Blutdruck normalerweise bei Fieber sinkt. Auch das Auftreten von Rhythmusstörungen ist möglich, die dann als Herzstolpern (Palpitation) verspürt werden können.

Es sollte ein Arzt aufgesucht werden, wenn es zusätzlich zu dem Symptom von Herzschmerzen (linksseiter Brustschmerz, ggf. mit Ausstrahlung in den linken Arm) kommt. Dahinter kann eine Minderversorgung des Herzmuskels oder eine Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis) stecken, die unbedingt abgeklärt werden sollten. Ein Arzt sollte auch aufgesucht werden, wenn die Kreislaufsituation des Erkrankten so schlecht wird, dass eine Bewusstseinsveränderung (Somnolenz/ Sopor) eintritt.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe