Grippe: Symptome

Grippe ohne Symptome

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Die echte Grippe (Influenza, Virusgrippe) ist eine Atemwegserkrankung, welche durch das Influenzavirus hervorgerufen wird. Der Virus greift die Schleimhaut (Mucosa) der Atemwege an, was die Infektion mit anderen pathogenen Erregern begünstigt. Die Grippe ist sehr ansteckend. Im Normalfall geht sie mit klassischen Symptomen wie Husten (Tussis), Schnupfen (Rhinitis), Fieber (Pyrexie) und Abgeschlagenheit einher. Erstaunlicherweise zeigen sich aber auch häufig Fälle, bei denen die grippetypischen Symptome ausbleiben.

Wie häufig dieses eine Grippe ohne Symptome auftritt, wie die medizinische Faktenlage dazu beschrieben werden kann und welche Risiken dabei bestehen, soll im Folgenden geklärt werden.

Fakten zum Thema

Die Virusgrippe wird durch die Influenzaviren des Typs A und B verursacht. Daneben gibt es noch weitere Typen des Virus, welche andere Erkrankungen, z.B. die Schweinegrippe (neue Grippe) hervorrufen können. Influenza wird meist durch Tröpfcheninfektion oder direkten Körperkontakt bzw. inifizierte Gegenstände übertagen. Die Inkubationszeit der Grippe liegt im Schnitt bei ein bis zwei Tagen. Eine Ansteckungsgefahr bergen infizierte Personen bis etwa 7 Tage nach Beginn der Symptomatik.[1] Nicht immer kann dies aber eindeutig nachgewiesen werden, da die Grippe in manchen Fällen ohne Symptome auftritt.

Fehlende Symptomatik

Am University College London wurden in den Jahren von 2006 bis 2011 vom Team um Andrew Hayward vor und nach den Grippe-Saisons Blutproben serologisch auf Influenzaantikörper untersucht. Innerhalb der Saison wurden Daten bezüglich des Auftretens von Husten, Erkältung, Angina oder anderen grippe-ähnlichen Symptomen erhoben. Die Teilnehmer der Studie wurden instruiert bei einer Erkrankung am zweiten Tag einen Nasenschleimhautabstrich vorzunehmen und einzuschicken. Die Proben wurden per Polymerasekettenreaktion (PCR) auf Influenzaviren untersucht. Die Ergebnisse zeigten verblüffendes:

  • 18 % der nicht geimpften Teilnehmer wiesen einen Anstieg der Antikörper auf, was einen Kontakt des Immunsystems zu den Influenzaviren zeigte.
  • Von ihnen zeigten allerdings nur 69 % respiratorische (auf die Atmung bezogene) Symptome. 25 % wiesen grippe-ähnliche Symptome auf.
  • Unter den Teilnehmern ohne serologischen Influenzanachweis zeigten 44 % eine Erkältung und 9 % sogar grippe-ähnliche Symptome ohne eine tatsächliche Erkrankung an der Grippe.

Hayward und seine Kollegen errechneten nach den Ergebnissen eine Rate von 23 respiratorischen Erkrankungen auf 100 Personen (pro Saison). Im Umkehrschluss weist dies darauf hin, dass die meisten Influenzainfektionen ohne Symptome verlaufen. Das Immunsystem bekämpft die Viren, ohne dass die Betroffenen Notiz davon nehmen.[2]

Risiken

Nach den Ergebnissen stellt sich die Frage, inwiefern infizierte Personen ohne Symptome z.B. ohne Fieber oder Husten an der Weiterverbreitung der Grippe beteiligt sind. Zwar verstärken sich durch das Nichtauftreten der Symptome bei ihnen die Faktoren für eine Übertragung nicht, allerdings sind sie weiterhin ein Virenherd. Zudem wird aufgrund des Symptommangels meist kein Arzt aufgesucht oder der Arbeit ferngeblieben, sodass im Alltag die Influenzaviren teilweise sogar besser verbreitet werden können. Es bleibt nicht zu vergessen, dass die Grippe keine harmlose Erkrankung ist sondern bei alten und immungeschwächten Menschen sogar tödlich enden kann.[3]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe