Grippe: Symptome

Brustschmerzen bei Grippe

© PantherMedia / Weerayut Kongsombut

Brustschmerzen (Thoraxschmerz) sind ein sehr unspezifisches Allgemeinsymptom. Dieses kann bei einer echten Grippe (Influenza) zwar auftreten, ist aber auch für eine Vielzahl anderer Erkrankungen charakteristisch.

Treten die Schmerzen aufgrund einer Grippe auf, ist oft eine Verspannung der Brustmuskulatur die Ursache. Weitere Ursachen kommen ebenfalls infrage. Die medizinische Faktenlage und die biologischen Prozesse dieser Begleiterscheinung sowie auch die möglichen Risiken sollen im Folgenden thematisiert werden.

Medizinische Fakten

Brustschmerzen können bei vielen verschiedenen Erkrankungen auftreten. Die Ursachen sind ebenfalls vielfältig. Die Schmerzen können von Muskeln oder Knochen ausgehen (muskuloskelettales System), von der Lunge und den oberen Atemwegen (respiratorisches System), vom Herzen und den großen abgehenden Gefäßen (kardiales System) oder vom Magen-Darm-Trakt (gastrointestinales System).[1] In manchen Fällen können sie auch psychisch bedingt sein.

Bei einer Virusgrippe ist die häufigste Ursache eine muskuläre Verspannung aufgrund von heftigen Hustenattacken.[2]

Wirkungsweise (Biologischer Zusammenhang)

Heftiges und häufiges Husten kann Verspannungen der Brust- und Nackenmuskulatur, die als Atemhilfsmuskulatur fungiert, zur Folge haben. Auch dem Muskelkater ähnliche Zustände sind möglich.

Verursacht die Grippe eine Entzündung der oberen Atemwege (Bronchitis), des Rippenfells (Pleuritis) oder des Lungengewebes (Pneumonie) kann sich dies ebenfalls in Brustschmerzen äußern. Bei einer Entzündung schüttet der Körper unter anderem Botenstoffe (z.B.: Bradykinin) aus, die Schmerzen verursachen können. Dadurch wird das Gehirn vor gesundheitlicher Gefahr gewarnt und das Immunsystem stärker aktiviert. Eine Entzündung ist auch im Herzen möglich (Endo- oder Myokarditis). Dabei kann sich insbesondere die Myokarditis durch heftige Brustschmerzen äußern.

Auch Entzündungen des Magen-Darm-Traktes (Gastritis, Peritonitis, Colitis) können Brustschmerzen hervorrufen. Durch Viren oder Bakterien bedingte Blähungen (Meteorismus) können unter Umständen bis in den Brustbereich ausstrahlen und dort Schmerzen vortäuschen.[3]

Risiken

Aufgrund der großen Bandbreite an möglichen Erkrankungen sollte bei Brustschmerzen schnellstmöglich der Arzt aufgesucht werden. Für diesen sind insbesondere die Lokalisation und die Schmerzqualität von entscheidender Bedeutung bei der Ursachenklärung. Ziehende Schmerzen, die unter Belastung (zum Beispiel beim Husten) schlimmer werden, deuten stark auf eine muskuloskelettale Ursache hin. 

Vorsicht ist bei plötzlichen stärksten Schmerzen geboten, die nicht genau lokalisierbar in den Halsbereich oder die Arme ausstrahlen. Diese können sowohl durch einen Herzinfarkt (Myokardinfarkt) als auch durch eine Lungenembolie hervorgerufen werden.
Auch eine Endokarditis ist möglich, insbesondere dann, wenn während einer Erkältung oder Grippe Sport gemacht wurde. Durch die sportliche Betätigung kann sich die Infektion über das Blut bis in das Herz ausbreiten und dort die Herzwand befallen.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe