Grippe: Symptome

Grippe & Zahnschmerzen

© PantherMedia / Edward Bartel

Virale Infektionskrankheiten sind ernst zu nehmende Erkrankungen, besonders wenn es sich um die echte Grippe (Influenza) handelt. Diese Virusgrippe verursacht diverse Symptome, viele davon sind mit Schmerzen assoziiert, wie zum Beispiel Zahnschmerzen (Odontalgie, Dentalgie). Wie es im Rahmen der Influenza zu Schmerzen in diesem Bereich kommen kann, welche möglichen Ursachen vorliegen können und wann ein Arztbesuch ratsam ist, wird im Folgenden erläutert.

Medizinische Fakten

Zahnschmerzen kommen häufig im Rahmen einer Virusgrippe vor. Sie können durch verschiedene Ursachen bedingt sein.[1] Meist sind sie ein Warnsignal dafür, dass eine Erkrankung der Zähne, des Zahnhalteapparates oder des Kiefers vorliegt, und durch Schmerzausstrahlung die Empfindung von Zahnschmerzen ausgelöst wird.[2] Folgende Erkrankungen sind als Ursachen anzusehen:

  • Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)
  • Zahnfleischentzündung (Gingivitis), Entzündungen des Zahnhalteapparats (Parodontitis)
  • Mundschleimhautentzündungen (Stomatitis)
  • Knochen-/Kieferentzündungen (Osteomyelitis)

Im Rahmen einer Grippe lassen sich die Zahnschmerzen am häufigsten im Oberkiefer lokalisieren.[3]

Wirkungsweise (Biologischer Zusammenhang)

Bei einer Grippe kommt es zu entzündlichen Prozessen und Schwellungen der Nasenschleimhäute (Rhinitis). Durch die fehlende Belüftung und den Sekretstau steigt das Risiko, dass sich die Erreger und folglich die Entzündung in die angrenzenden Strukturen, wie zum Beispiel die Nasennebenhöhlen (Sinus paranasales) ausbreiten. Besonders die Kieferhöhle (Sinus maxillaris) ist hier von Bedeutung, da sie über den mittlerer Nasengang (Meatus nasi medius) in direktem Kontakt mit der entzündeten Nasenschleimhaut steht. Die Kieferhöhle erstreckt sich bis zum Oberkiefer, in dem die empfindlichen Nervenstränge und Zahnwurzeln der oberen Zähne liegen. Entzündungen in dieser knöchernen Höhle verursachen durch steigenden Druck auf die Nerven infolge von Schleimhautschwellungen und Sekretstau starke Zahnschmerzen und eine erhöhte Druckempfindlichkeit beim Kauen.[4][5]

Des Weiteren sind die Seitenäste des Trigeminusnervs nicht nur für die sensorische Innervation der Zähne, sondern auch für die Mund- und Nasenschleimhaut zuständig. Schmerzreize die durch Druck, Verletzungen oder Entzündungen in diesen Bereichen entstehen, werden von denSchmerzrezeptoren (Nozizeptoren) über die gleichen Nervenleitungsbahnen zum Gehirn weitergeleitet. So kann selbst bei entzündetem Zahnfleisch oder Mundschleimhautentzündungen der Eindruck von Zahnschmerzen entstehen. [6]

Durch das vermehrte Liegen im Rahmen einer Grippe wird dieSpeichelproduktion heruntergefahren. Der Speichel ist von großer Bedeutung für die Zahngesundheit, da er Keime aus der Mundhöhle ausschwemmt und durch Stoffe wie Lysozym und Immunglobulin A eine antibakterielle Wirkung hat und somit einen zusätzlichen Schutz für das Gebiss darstellt. Fällt dieser weg, ermöglicht das den schädlichen Keimen, sich auszubreiten und die Mundschleimhaut und Zähne anzugreifen.[7]

Zu beachten

Da bei Zahnschmerzen Kiefer, Mundhöhle und/oder Gebiss betroffen sein können, lässt sich die Schmerzursache häufig nicht genau eingrenzen. Da aber die meisten Fälle von grippebedingten Zahnschmerzen durch eine entzündete Kieferhöhle verursacht werden und diese bei Nichtbehandlung zu einer chronischen Sinusitis auswachsen kann, sollte besonders bei starken Beschwerden immer ein Arzt zur Abklärung aufgesucht werden.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe