Grippe: Symptome

Schwindel bei Grippe

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Neben den typischen Symptomen einer echten Grippe (Influenza) wie Fieber (Pyrexie), starken Kopfschmerzen (Cephalgie) und Gliederschmerzen (Myalgien, Arthralgien und Ostealgien) tritt häufig auch ein Schwindelgefühl (Vertigo) auf. Der biologische Zusammenhang zwischen dem Schwindel und der Infektionskrankheit soll zusammen mit möglichen Risiken in den nächststehenden Abschnitten dargelegt werden.

Medizinische Fakten

Schwindel zählt dabei zu den typischen Symptomen einer Grippe. Er verschwindet häufig nicht, wie die meisten anderen Begleiterscheinungen, nach ein bis zwei Wochen wieder, sondern kann mehrere Wochen bestehen bleiben.[1] Tritt Schwindel im Rahmen der Influenza auf, gibt es dafür verschiedene mögliche Ursachen:[2]

  1. Herz-und Kreislauf bedingte Ursache: zu niedriger- (Hypotonie) oder zu hoher Blutdruck (Hypertonie). Bei einem starken Blutdruckabfall kann es zu Drehschwindelgefühlen mit Sehstörungen, Kopfschmerzen, Tinnitus bis hin zu kurzer Bewusstlosigkeit (Synkope) kommen.
  2. Neurootologische Ursache: betrifft vor allem entzündliche Erkrankungen des im Innenohr gelegenen Gleichgewichtsorgans (Vestibularapparat). Ist das Innenohr entzündet (Labyrinthitis), treten heftige Drehschwindelanfälle und Gleichgewichtsprobleme auf. Daneben kann es auch zu Tinnitus, Schwerhörigkeit und Ohrenschmerzen kommen.
  3. Halswirbelsäulenprobleme durch Verspannungen bei einer Grippe: Neben Schmerzen und Verspanntheit klagen die Betroffenen häufig auch über Schwindelgefühle.

Wirkungsweise (Biologischer Zusammenhang)

Im Rahmen einer Grippe kommt es zu einem Anstieg der Körpertemperatur. Um die Temperatur wieder abzusenken, wird durch eine Weitstellung (Vasodilatation) der peripheren Gefäße der Haut versucht, die Wärme an die Umgebung abzugeben. Da das Blutvolumen dabei unverändert bleibt, sich aber auf mehr Raum verteilt, sinkt der Blutdruck in den Gefäßen. Diese symptomatische Hypotonie kann zu einer leichten Minderdurchblutung des Gehirns führen: Kopfschmerzen und Schwindel resultieren.[3]

Zudem kann Schwindel auch direkt eine Folge der Infektion sein. Entzündliche Prozesse im Nasen-Rachen-Raum sind typisch für eine Grippe. Die Ohrtrompete (Tuba auditiva, Eustachi’sche Röhre) verbindet diesen mit dem Mittelohr und ist für die Belüftung und den Druckausgleich verantwortlich. Kommt es nun zu einer Ausbreitung und einem Aufsteigen der Infektion in der Eustachi’sche Röhre, kann diese zuschwellen und sich verschließen (Tubenkatarrh) und ihre Funktion nicht mehr erfüllen. Durch den entstandenen Unterdruck und der fehlenden Belüftung besteht ein erhöhtes Risiko für eine Mittelohr- und/ oder Innenohrentzündung durch Viren oder Bakterien (Zweit-, Superinfektion). Diese kann zu einer Flüssigkeitsansammlung in der Paukenhöhle (Paukenerguss) führen. Eine Hörminderung durch die gestörte Schalleitung/ Schallverstärkung und Drehschwindel durch den Ausfall des Labyrinths im Innenohr entstehen.[4][5][6]

Des Weiteren kommt es bei einer Grippe durch das vermehrte Liegen oft zu unangenehmen Verspannungen der Hals-Schultermuskulatur. Diese Verspannungen können die Blutzufuhr und damit auch die Sauerstoffzufuhr zum Kopf beeinträchtigen. Ähnlich wie bei zu niedrigem Blutdruck kann es hier in seltenen Fällen zu einer Schwindelsymptomatik kommen.[7]

Zu beachten

Leichter Schwindel im Rahmen einer Grippe ist normalerweise ungefährlich. Kommen jedoch weitere Symptome wie starke Ohrenschmerzen (Otalgie) und Hörverlust dazu, ist das ein Hinweis auf eine ernstzunehmende Entzündung im Mittel- oder Innenohr. Da dies ohne Behandlung zu bleibenden Schäden führen kann, ist hier sofort ein Arzt aufzusuchen. Handelt es sich um eine Entzündung des Gleichgewichtorgans kann diese in seltenen, schwerwiegenden Fällen sogar auf die Hirnhäute übergreifen, was zu einer lebensgefährlichen Hirnhautentzündung führen würde (Meningitis).[8]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe