Grippe: Symptome

Grippe & Nierenschmerzen

© PantherMedia / Arne Trautmann

Bei einer echten Grippe (Influenza) treten verschiedene, für die Erkrankung klassische Symptome auf. Es kann aber auch zu Begleiterscheinungen kommen, die weniger häufig im Zusammenhang mit der Virusgrippe zu beobachten sind. Dazu zählen zum Beispiel Nierenschmerzen (Nephralgie). Welcher biologische Wirkmechanismus dahinter steht, was unbedingt zu beachten ist und wann ein Arzt aufgesucht werden sollte, wird im Folgenden genauer dargelegt.

Medizinische Fakten

Nierenschmerzen zählen nicht zu den klassischen Symptomen einer Grippe, dennoch können sie im Rahmen dieser Virusinfektion auftreten. Sprechen Betroffene von Nierenschmerzen, muss das nicht unbedingt bedeuten, dass die Schmerzen ihren Ursprung in diesem Organ haben. Nephralgie als Symptom einer Grippe kann entstehen durch:[1]

  • Rückenschmerzen (Dorsalgie, Lumbalgie)
  • Gliederschmerzen im Bereich des Rückens (Myalgien, Arthralgien, Ostealgien)
  • Nierenentzündung (Nephritis)
  • entzündete Harnwege, Blasenentzündung (Zystitis)

Bei einer Nierenentzündung treten meist phasenweise dumpfe (Klopf-)Schmerzen auf, die nicht bewegungsabhängig sind und häufig von einem veränderten Ausscheidungsverhalten begleitet werden (z.B. häufiges Wasserlassen und evt. Blutbeimengungen im Urin). Charakteristisch dafür sind auch Flankenschmerzen im Areal links und rechts neben der Wirbelsäule des oberen Lendenwirbelbereichs bis zum unteren Brustwirbelbereich.

Liegen Rückenprobleme als Ursache der Schmerzen vor, ist zumeist ein permanenter Schmerz vorhanden, der sich aber durch Bewegung beeinflussen lässt.[2]

Wirkungsweise (Biologischer Zusammenhang)

Doch warum entsteht bei einem schmerzenden Rücken teilweise auch das Gefühl von Nierenschmerzen?

Grundsätzlich kann die Rückenmuskulatur aufgrund von Verspannungen(Myogelosen) schmerzen, die durch das bei einer Grippe vermehrte Liegen und starke Husten entstehen können. Als weitere mögliche Ursache sindGliederschmerzen anzusehen. Diese treten bei einer Grippe häufig auf, da durch eine herabgesetzte Schmerzschwelle und einer erhöhte Empfindlichkeit der Betroffene viel stärker und früher Schmerz empfindet.[3]

Eine Schmerzempfindung kann weit entfernt von der Lokalisation der eigentlichen Schmerzursache auftreten (übertragener Schmerz). Die Schmerzfasern, die für das Gebiet des unteren Rückens und der Nieren verantwortlich sind, laufen zum Teil zusammen zu Nervenzellen im Gehirn. Dort kann der Ursprung der Aktivierung nicht immer genau voneinander unterschieden werden: Es resultiert eine Fehllokalisation des Schmerzreizes. So können Muskel- als Nierenschmerzen fehlinterpretiert werden.[4]

Die Nierenschmerzen können aber in seltenen Fällen auch direkt durch eine Erkrankung der Nieren und der Harnwege verursacht werden. Durch das geschwächte Immunsystem bei einer echten Grippe können sich Krankheitserreger leichter im Körper ausbreiten. Kommt es neben den Influenzaviren zu einer sogenannten Zweitinfektion mit Bakterien (Superinfektion), kann das auch zu Entzündungen anderer Organe führen. In manchen Fällen verursachen diese Bakterien (häufig E. coli, Klebsiella pneumoniae, Staphylokokken) eine Blasenentzündung. Es kann auch vorkommen, dass die Keime von der Blase nach oben in die Nierenbecken wandern (Keimaszension) und eine schmerzhafte und gefährliche Nierenentzündung hervorrufen.[5][6]

Zu beachten

Nierenschmerzen sind immer ein ernst zu nehmendes Symptom, da es sich um lebenswichtige Organe unseres Körpers handelt. Um auszuschließen, dass eine ernste Erkrankung der Nieren vorliegt, muss ein Arzt zur weiteren Abklärung aufgesucht werden.

Sind Verspannungen der unteren Rückenmuskulatur die Ursache, handelt es sich zwar um eine unangenehme aber relativ harmlose Begleiterscheinung einer Grippe.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe