Grippe: Symptome

Grippe & Nackenschmerzen

© PantherMedia / Andriy Popov

Die echte Grippe (Influenza) ist eine durch Influenzaviren verursachte ernst zu nehmende Infektionskrankheit und wird von verschiedensten, meist sehr unangenehmen Symptomen begleitet. Unter anderem kann es zu Nackenschmerzen (nuchale Schmerzen, Genickschmerzen) kommen.

Wie genau Nackenschmerzen im Rahmen einer Virusgrippe entstehen, welche möglichen Ursachen dafür infrage kommen können und ab wann ein Arzt aufzusuchen ist, soll im Folgenden erörtert werden.

Medizinische Fakten

Schmerzen im Nacken müssen bei einer Grippe nicht immer zwingend auftreten, aber es kann durchaus vorkommen. Generell sind Nackenschmerzen zwar eine unangenehme, aber harmlose Begleitsymptomatik. Sie können bis in die Schulterblätter, Arme und den Hinterkopf ausstrahlen und treten oft gemeinsam in Verbindung mit Kopfschmerzen (Cephalgie) auf. Typische Symptome sind außerdem:[1][2]

  • schmerzhafte Bewegungseinschränkungen
  • verhärtete druckempfindliche Muskulatur
  • Nackensteifigkeit, steifer Hals (Meningismus)
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Schluckbeschwerden
  • geschwollene Lymphknoten und Drüsen im Halsbereich

Folgende Ursachen für Nackenschmerzen kommen bei einer Influenza infrage:

  1. Muskuläre Verspannungen: Diese können zum Beispiel durch den kühlen Luftzug einer Klimaanlage oder einem kalten Wickel im Nacken entstehen. Liegt der Betroffene aufgrund der Grippe ein paar Tage im Bett, kann es durch ein falsches Kissen oder einer falscher Matratze zuFehlhaltungen des Kopfes kommen, Verspannungen resultieren. Durch die Ruhigstellung beim Liegen kommt es zu einer Schwächung der Muskulatur, was ebenfalls ein Risikofaktor für Nackenschmerzen darstellt.
  2. Räumliche Beziehungen zu anderen Schmerzlokalisationen: Bei einer Virusgrippe sind die atem-und schluckassoziierten Eingeweide des Halses oft von entzündlichen Prozessen betroffen. Die Schmerzen können auf Kehlkopfhöhe auftreten und bis in den Kieferwinkel projiziert werden. Durch die enge räumliche (topographische) Beziehung zum Nacken ist es für die Betroffenen oft schwierig, die Schmerzen immer richtig einzuordnen. Gerade durch die häufig begleitenden Kopfschmerzen werden Halsschmerzen manchmal als Nackenschmerzen wahrgenommen.[3]
  3. Die im Rahmen einer Grippe auftretendeNasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) kann ebenfalls Auslöser für Nackenschmerzen sein.[4]
  4. Unbekannte Ursache: Oft handelt es sich um idiopathische nuchale Schmerzen, das heißt die genaue Ursache von Nackenschmerzen lässt sich nicht exakt ermitteln.[5]

Wirkungsweise (Biologischer Zusammenhang)

Bei Nackenschmerzen handelt es sich in den meisten Fällen um Muskelverspannungen im Hals-und Schulterbereich. Dabei wird zumeist durch eine Fehlhaltung die Muskulatur anders benutzt als sonst. Diese unnötigen Anspannungen führen zu einem dauerhaft verstärkten Muskeltonus: einer Verspannung. Die Dauerbelastung der Muskeln führt zu einer Sauerstoffunterversorgung, wodurch sich der betroffene Bereich schmerzhaft verhärtet, was man als Myogelosen bezeichnet. Die Betroffenen nehmen automatisch Schonhaltungen ein, die zu weiteren Verspannungen führen können.

Zu beachten

Eine Prognose, wie lange die Nackenschmerzen anhalten werden, ist nicht genau möglich. In der Regel verschwinden die Beschwerden aber nach 1-2 Wochen wieder.[6] Wenn Nackenschmerzen im Zusammenhang mit weiteren Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Lichtscheu und Fieber (Pyrexie) einhergehen, ist Vorsicht geboten, da es sich um eine Hirnhautentzündung handeln könnte. Hier ist unbedingt ein Arzt aufzusuchen, da diese Diagnose eine lebensgefährliche Erkrankung darstellt.[7]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe