Grippe: Symptome

Gelenkschmerzen bei Grippe

© PantherMedia / Alice Day

Die Grippe (Influenza) wird durch eine bestimmte Gruppe Viren, den sogenannten Influenza-Viren ausgelöst und verursacht eine schwerwiegende Infektionskrankheit. Zu den typischen Leitsymptomen zählen unter anderem Gelenkschmerzen (Arthralgien).

Warum es bei dieser Virusgrippe zu Gelenkschmerzen kommt, welcher Mechanismus genau dahintersteckt und wann ein Arztbesuch empfohlen wird, soll im Folgenden genauer dargestellt werden.

Medizinische Fakten

Gelenkschmerzen werden im Rahmen einer echten Grippe zu den Gliederschmerzen gerechnet. Diese umfassen neben den Arthralgien zusätzlich noch Muskelschmerzen (Myalgien) und Knochenschmerzen (Ostalgien). Obwohl Gelenkschmerzen typisch für eine Influenza sind, können sie auch bei einer normalen Erkältung vorkommen.[1] Generell variieren sie in ihrem Schmerzcharakter von leicht bis sehr stark, treten mal beständig, mal nur sporadisch auf und können sich auch in ihrer Lokalisation voneinander unterscheiden.[2]

In Ausnahmefällen können die Gelenkschmerzen auch von entzündlichen Prozessen in den Gelenken herrühren und sich als Arthritis manifestieren.[3]

Kommt es zum Beispiel durch das geschwächte Immunsystem bei einer Grippe zu einer zusätzlichen bakteriellen Infektion (Superinfektion), kann sich in seltenen Fällen eine sogenannten reaktiven Arthritis entwickeln und ebenfalls Gelenkschmerzen verursachen.[4]

Wirkungsweise (Biologischer Zusammenhang)

Doch warum treten bei einer Infektionskrankheit Schmerzen in den Gelenken auf? Dafür ist primär unser Immunsystem verantwortlich. Dieses schüttet bei entzündlichen Prozessen, die im Rahmen einer Grippe auftreten, Botenstoffe aus. Dabei handelt es sich um körpereigene chemische Substanzen, auch Mediatoren genannt, die vor allem zwei Aufgaben erfüllen:

  • Stimulation des Immunsystems
  • Erhöhung der Schmerzempfindlichkeit (sog. Hyperalgesie)

Letzteres geschieht durch Aktivierung und/oder Sensibilisierung der Schmerzrezeptoren (Nozizeptoren), wodurch der Betroffene Schmerzen in den Extremitäten sehr viel früher und stärker wahrnimmt.[5] Die wichtigsten Botenstoffe sind hierbei: Prostaglandine (PGE2), Substanz P, Bradykinin und Serotonin.[6]

Zu beachten

Treten Gelenkschmerzen während einer Virusgrippe auf, sind sie zwar meist unangenehm, aber in der Regel harmlos. In den häufigsten Fällen verschwinden sie nach Abheilung der Erkrankung wieder von selbst. Ist dies jedoch nicht der Fall, sollte ein Arzt aufgesucht werden, da möglicherweise eine andere Ursache für die Arthralgie vorliegen kann, wie zum Beispiel Arthritis oder Rheuma.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe