- Wie gefährlich sind Bakterien auf Handys?

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Bakterien auf Handys

Das Handy, insbesondere das Smartphone, ist aus unserem Alltag kaum mehr wegzudenken. Der Einsatzbereich der Mobiltelefone ist sehr umfassend: Wir telefonieren und versenden Nachrichten damit, benutzen es aber auch, um zu fotografieren, Musik zu hören und um im Internet zu surfen. Jede vierte Person verwendet das Handy sogar auf der Toilette. Untersuchungen konnten jedoch feststellen, dass das Handy ein ausgesprochen guter Nährboden für das Wachstum von Mikroorganismen wie Bakterien ist.[1] [2]

Wie gefährlich sind Bakterien auf Handys? – Infografik

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Welche Keime befinden sich auf Handys?

Im Labor wurden über 100 verschiedene Bakterienarten auf Proben von Handys gefunden. Dabei handelt es sich in den allermeisten Fällen um harmlose Keime, die beim Menschen gewöhnlich auf den Händen, im Mund, in der Lunge und im Darm zu finden sind. Untersuchungen konnten aber auch krankmachende (pathogene) Keime nachweisen, beispielsweise Staphylococcus aureus, der unter anderem eine Lungenentzündung auslösen kann. Auf jedem sechsten Handy ließen sich Darmbakterien wie Escherichia coli finden, von dem einige Stämme schwere Durchfallerkrankungen verursachen können. Allerdings enthielten Proben, die in der Küche, insbesondere von Spüllappen, und im Badezimmer entnommen worden waren, mehr als doppelt so viele Bakterien wie Proben von Smartphones.[2] [3]

Wie gelangen die Keime auf das Handy?

Mikroorganismen können ganz einfach auf das Handy übertragen werden. Wir schütteln im Laufe des Tages vielen Menschen die Hände, gehen einkaufen und benutzen öffentliche Verkehrsmittel. Dabei berühren wir Gegenstände, die auch von vielen anderen Personen benutzt werden. Darauf können sich somit verschiedenste Keime ansammeln und vermehren. Die Bakterien finden auf Handys zudem optimale Wachstumsbedingungen vor. Einerseits gibt der Akku ständig etwas Wärme ab; somit herrschen, beispielsweise in der Hosentasche oder Handtasche, für Keime angenehme Umgebungstemperaturen. Andererseits stellen Schweiß und Fett, die sich in kleinsten Rillen und Kratzern ablagern, einen guten Nährboden dar.[4] [5] Aber auch Viren lassen sich auf dem Handy finden. Ganz leicht können beispielsweise Erkältungsviren übertragen werden, wenn ein Erkälteter in die Hand niest oder hustet und später sein Handy benutzt. Das Infektionsrisiko durch das Handy wird wegen der Nähe zu Mund und Nase vergrößert, da deren Schleimhäute die Eintrittspforte vieler Krankheitserreger darstellt.[2]

Reinigung des Handys

Nur jeder vierte Deutsche reinigt sein Telefon bewusst, jeder zweite flüchtig, indem er es beispielsweise an der Bekleidung abwischt.[5] Um das Infektionsrisiko möglichst gering zu halten, sollte darauf geachtet werden, das Handy öfter gründlich zu säubern.

Ein trockenes Mikrofasertuch kann bei jedem vierten Handy die Keime vollständig entfernen, ein feuchtes Brillenputztuch sogar bei jedem dritten. Eine Reinigung mit reinem Alkohol kann die Bakterien zwar vollständig vernichten, jedoch raten viele Mobiltelefonhersteller von einer Reinigung mit aggressiven Mitteln ab. Die beschichteten Touchscreen-Schirme sind sehr empfindlich und sollten deshalb nicht mit Glasreiniger oder Alkohol gereinigt werden.[1] [6] Für die Reinigung der Smartphone-Oberfläche sind spezielle Hygienesprays gut geeignet, die im Fachhandel oder in der Drogerie zu erwerben sind. Aber auch Mikrofasertücher, beispielsweise ein Brillenputztuch, können Fettverschmutzungen lösen.[7]

Händehygiene

Eine große Keimbelastung auf Smartphones weist aber auch auf eine mangelnde Händehygiene des Besitzers hin. Deshalb sollte darauf geachtet werden, sich so oft wie möglich die Hände zu waschen. Mindestens nach jedem Toilettenbesuch, beim Heimkommen und vor dem Essen sollten die Hände gewaschen werden. Dabei werden sie zuerst mit warmem Wasser befeuchtet, um den groben Schmutz zu entfernen. Danach die Hände für etwa zehn Sekunden einseifen. Wichtig dabei ist, die gesamte Handfläche zu reinigen. Die Seife dann abspülen und die Hände vollständig trocknen. Für die Händehygiene eignen sich pH-neutrale Seifen, um den Schutzfilm der Haut, der einen leicht sauren pH-Wert aufweist, nicht anzugreifen. Allerdings sollte darauf geachtet werden, sich nicht zu oft die Hände zu waschen, da diese austrocknen können und somit anfälliger gegen Mikroorganismen werden.[8]

Quellenangaben:

[1] „Bakterien-Alarm auf unseren Smartphones“, http://www.welt.de/vermischtes/article136458015/Bakterien-Alarm-auf-unseren-Smartphones.html, 20.04.2015
[2] „Handys: Wahre Bakterienschleudern“, http://www.medizinauskunft.de/artikel/diagnose/krankheiten/Infektionen/smartphone_24_10_12.php, 20.04.2015
[3] „Wie gefährlich sind die Keime auf dem Smartphone?“, http://www.welt.de/gesundheit/article133928134/Wie-gefaehrlich-sind-die-Keime-auf-dem-Smartphone.html, 20.04.2015
[4] „How dirty is a cell phone“, https://www.phonesoap.com/how-dirty-are-cell-phones/, 20.04.2015
[5] „Wenn Handys zu widerlichen Keimschleudern werden“, http://www.welt.de/gesundheit/article112400404/Wenn-Handys-zu-widerlichen-Keimschleudern-werden.html, 20.04.2015
[6] „Smartphones sind prima Keimträger“, http://www.zeit.de/digital/mobil/2012-10/smartphone-hygiene-bakterien, 20.04.2015
[7] „Keimschleuder Smartphone“, http://www.fr-online.de/gesundheit/-handy-hygiene-keimschleuder-smartphone-wird-kaum-gereinigt,3242120,21403968.html, 20.04.2015
[8] „Die Hände richtig waschen: So geht es“, http://www.apotheken-umschau.de/Haende/Die-Haende-richtig-waschen-So-geht-es-110441.html, 20.04.2015