Erkältung In der Schwangerschaft: Risiken

Erkältung (Schwangerschaft) und arbeiten?

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Während einer Schwangerschaft sollte der Organismus der Mutter sowie des Kindes besonders vor Stress und Krankheit geschont werden.

Vor allem wenn eine Erkältung (grippaler Infekt oder österreichisch Verkühlung)vorliegt, sollte der Körper einer schwangeren Frau nicht zu sehr belastet werden, da er sich auf die Abwehr dieser Erkrankung konzentrieren muss.

Warum belastende Situationen wenn möglich vermieden werden und zusätzlichem Stress in der Schwangerschaft vorgebeugt werden sollte, wird im Folgenden genauso behandelt, wie die Frage, ob bei einer Erkältung gearbeitet werden darf.

Medizinische Fakten

Eine Erkältung bzw. ein grippaler Infekt ist eine Infektion der oberen Atemwege. Vom Zeitpunkt des Erstkontaktes mit dem Erreger bis zum Ausbruch der ersten Symptome vergehen in der Regel meist 1-3 Tage. Typische Krankheitszeichen sind anfänglich eine verstopfte Nase, verminderte Geruchswahrnehmung (Hyposomie) sowie eine vermehrte Bildung von klarem Nasenschleimhautsekret. Im weiteren Verlauf der Entzündung der Nasenschleimhaut kann es zu einer zusätzlichen Besiedelung mit Bakterien kommen (Superinfektion), wobei es zur Bildung von eitrig-schleimigen Sekret kommt. Außerdem kann es unter anderem zu einer erhöhten Körpertemperatur bis hin zu Fieber (Pyrexie) und gelegentlich auch zu Gelenkschmerzen kommen.

Bei herabgesetzem Immunstatus kann sich die Entzündung in weiterer Folge ausbreiten und eine Mittelohr- und Nasennebenhöhlenentzündung (Otitis media, Sinusitis) verursachen.[1][2]

Krankheitserreger, welche einen grippalen Infekt verursachen (meist Rhinoviren) gehören nicht zu den Viren, die direkt für den Fötus gefährlich werden könnten.[3]

Trotzdem können im Rahmen von Entzündungsreaktionen Stoffe vom Körper ausgeschüttet werden, welche die Möglichkeit von frühzeitigen Wehen erhöhen. Daher sollte auf Symptome wie beispielsweise Fieber oder allgemeine Schwäche geachtet, frühzeitig für Ruhe und Erholung gesorgt werden und bei Unsicherheit gegebenenfalls ein Arzt aufgesucht werden.

Da auch starker Stress unter Umständen frühzeitige Wehentätigkeit auslösen kann, sollten Anstrengungen körperlicher und seelischer Natur möglichst vermieden werden. [4][5]

Aus diesen Gründen sollte eine schwangere Frau je nach Stärke des grippalen Infekts selber entscheiden, ob sie sich der körperlichen und/ oder seelische Belastung am Arbeitsplatz gewachsen fühlt. Ist sie sich unsicher ob sie zur Krankheitsbewältigung eine Auszeit von ihrer Arbeit und eventuell sogar eine ärztliche Behandlung benötigt, so ist ein Besuch bei dem Hausarzt zu empfehlen.

Biologischer Zusammenhang:

Im Rahmen der Entzündungsreaktion auf den eingedrungenen Virus wird vom Körper das Enzym Phospholipase A2 gebildet. Dieses Enzym führt zur Bildung von Prostaglandinen, die als Botenstoffe eine wichtige Vermittler-Rolle in der Entzündungsreaktion spielen. Eine weitere Funktion der Prostaglandine ist die Einleitung der Wehentätigkeit, also Kontraktion der glatten Muskulatur der Gebärmutter und die Aufweichung des Muttermundes, am Ende der Schwangerschaft. Da bei Entzündungen vermehrt Prostaglandine gebildet werden, können im Extremfall Wehen ausgelöst werden.[4]

Das Hormon Oxytocin, welches vom hinteren Teil der Hirnanhangsdrüse (Hypophysenhinterlappen) gebildet wird, hilft ebenfalls bei der Geburt Wehen auszulösen. Im Laufe der Schwangerschaft vermehren sich Oxytocin-Rezeptoren an der glatten Muskulatur der Gebärmutter (Uterus). Der Uterus reagiert daher im Laufe der Schwangerschaft sensibler auf die Ausschüttung von Oxytocin.[4]

Da bei Stress Oxytocin ebenfalls eine Rolle spielt, können ebenso infolge psychisch belastender Situationen Wehen ausgelöst werden.[5]

Zu Beachten:

Besonders beim Auftreten von Symptomen wie Fieber oder allgemeine Schwäche sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Ingwer als Hausmittel wirkt unter Umständen wehenfördernd und sollte besonders im dritten Trimenon nicht engenommen werden, auch wenn die Wirkung gegen Erkältungssymptome sehr bekannt ist. [6]

Fiebersenkende Medikamente wie beispielsweise Aspirin dürfen in der Schwangerschaft (vor allem in den letzten 3 Monaten) nicht eingenommen werden.[7]

Paracetamol darf als Alternative während der gesamten Schwangerschaft eingenommen werden.[8]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung