Erkältung In der Schwangerschaft: Risiken

Starke Erkältung in der Schwangerschaft

© PantherMedia / Iakov Filimonov

Während der 40 Wochen einer Schwangerschaft konzentriert sich der ganze Körper der werdenden Mutter auf die Entwicklung, die Gesundheit und das Heranwachsen des Embryos. Da dieser Prozess dem Körper sehr viel Kraft abverlangt, kommt der eigene Organismus oft zu kurz. Dies kann sich neben einem Nährstoffmangel auch in Form einerSchwächung des Immunsystems bemerkbar machen. Gerade wenn der Großteil der Schwangerschaft während der Herbst- und Wintermonate stattfindet, passiert es nicht selten, dass sich die Schwangere mit einer starken Erkältung ansteckt.

Im folgenden Text soll auf starke Erkältungen in der Schwangerschaft näher eingegangen und deren Besonderheiten in der Behandlung erläutert werden.[1]

Starken Erkältungen in der Schwangerschaft vorbeugen

Wie bereits in der Einleitung erwähnt, kommt es während der Schwangerschaft unweigerlich zu einer Schwächung des Immunsystems. Daher sollte die Immunabwehr bewusst und regelmäßig gestärkt werden, um einer Erkältung oder einem grippalen Infekt vorzubeugen. Folgende drei Grundregeln sollten hierbei beachtet werden:

Gesunde Ernährung

Auch wenn allgemein bekannt ist, dass viele Schwangere häufig Gelüste auf süßes und fettiges oder generell ungesundes Essen verspüren, sollte sich die schwangere Frau gerade in dieser Zeit besonders gesund und ausgewogen ernähren. Der erhöhte Bedarf an Magnesium, Eisen, Zink, Vitamin A, Vitamin E und Vitamin C muss dringend gedeckt werden, um zum einen die optimale Versorgung des Embryos zu gewährleisten, zum anderen um das Immunsystem der werdenden Mutter zu stärken. Es ist zudem wichtig, die Darmflora (Gesamtheit der körpereigenen Mikroorganismen im Magen-Darm-Trakt) intakt zu halten, da diese einen wichtigen Beitrag zur effizienten Abwehr von Krankheitserregern leistet. Die Darmflora kann mittels gesunder und ballaststoffreicher Ernährung, wie zum Beispiel Joghurt und Vollkornprodukte, versorgt werden.

Bewegung

Schwangere dürfen und sollen sich bewegen und moderaten Sport betreiben, da durch die sportliche Betätigung Stress am effektivsten abgebaut werden kann. Dabei sollte eine Überanstrengung und Sportarten mit hohem Verletzungsrisiko (z.B. Kampfsportarten) vermieden werden. Besonders gut für die Immunabwehr und somit für die Vorbeugung einer Erkältung ist moderater Sport im Freien.[2]

Ruhe und Vermeidung von Stress

Eine Schwangerschaft ist sowohl mit starken physischen als auch mit psychischen Veränderungen und Anstrengungen verbunden. Daher sollte sich die Schwangere regelmäßig eine Auszeit gönnen und stressige Situationen weitestgehend vermeiden, um das Immunsystem nicht zusätzlich zu belasten.

Hausmittel bei starken Erkältungen in der Schwangerschaft

Erkältet sich eine werdende Mutter trotz aller Vorsichtsmaßnahmen, sollte ohne ärztlichen Rat nicht auf gängige Medikamente gegen grippale Infekte und Erkältungen zurückgegriffen werden, da diese häufig in der Lage sind, die Plazenta zu passieren und somit von der Mutter in den Blutkreislauf des ungeborenen Kindes übertragen werden können. Dies kann unter gewissen Umständen großen Schaden anrichten. Aus diesem Grund sollte die Schwangere zunächst versuchen, mit Hausmittel gegen die Erkältung vorzugehen, bevor sie sich der Schulmedizin zuwendet. Ein Beispiel für ein wirkungsvolles Hausmittel, das besonderes bei Schnupfen und Hustenreiz Anwendung findet, ist das Inhalieren einer Kochsalzlösung. Dafür wird ein mit 1 Liter Wasser gefüllter Topf zum Kochen gebracht. Anschließend werden 1-2 Teelöffel Kochsalz darin aufgelöst. Die betroffene Person beugt sich anschließend über den Topf, um den Dampf einzuatmen. Der Dampf wirkt beruhigend auf die Schleimhäute und fördert die Schleimlösung. Als Alternative zum Salz können dem Wasser auch einige Tropfen Eukalyptus- oder Fenchelöl oder eine Handvoll Kamillenblüten beigefügt werden, die die gleiche Wirkung wie das Salz zeigen. Der Effekt des Wasserdampfes kann verstärkt werden, indem sich die betroffene Person über den Topf beugt und sich dabei ein Handtuch über den Kopf legt. Hierbei darf die sich unter dem Tuch sammelnde Hitze des Wasserdampfes nicht unterschätzt werden. Inhalationen dieser Art können dem ungeborene Kind in der Regel nicht schaden und sind daher bedenkenlos anwendbar.[3] Um den Husten zu lösen, kann unter anderem ein Zwiebelsirup angefertigt werden. Dafür wird eine mittelgroße Zwiebel in kleine Würfel geschnitten und mit ein paar Teelöffeln Zucker bedeckt. Nach etwa einer Stunde hat die Zwiebel Flüssigkeit abgegeben, die sich mit dem Zucker zu einem Sirup verbindet. Der Sirup sollte löffelweise über den Tag verteilt eingenommen werden. Dadurch wird nicht nur der Husten gelöst, sondern auch das Immunsystem durch das in der Zwiebel enthaltene Vitamin C gestärkt, was auch dem ungeborenen Baby zugute kommt.[4]

Medikamente

Hilft keines der oben beschriebenen Hausmittel und leidet die Patientin zusätzlich unter Kopfschmerzen und Fieber, können in Absprache mit dem Frauenarzt und einem Apotheker auch Medikamente der Schulmedizin eingenommen werden.[5] Zur Schmerzlinderung eignet sich am besten Paracetamol. Hierzu zählen z.B. „Paracetamol ratiopharm 500mg Tabletten“, „Paracetamol STADA 500mg Tabletten“ und „Paracetamol 500 HEXAL“. Dabei ist es sehr wichtig, sich an die Packungsbeilage und die Dosierung für Schwangere zu halten. Bemerkt die Schwangere eine Verschlechterung ihres Zustandes oder des Zustandes ihres Ungeborenen, sollte schnellstmöglich der Hausarzt, besser noch der Frauenarzt, aufgesucht werden.

Besonderheiten

Auch wenn eine normale Erkältung sowohl für die Schwangere als auch für das ungeborene Kind in der Regel harmlos verläuft, ist bei einer Infektion dennoch höchste Vorsicht geboten. Nicht selten infiziert sich die Schwangere nämlich nicht mit Erkältungsbakterien, sondern mit Viren, die die gleichen Symptome hervorrufen können, wie die einer bakteriellen Erkältung. Eine virale Infektion ist daher nicht immer sofort auszumachen. Ein Beispiel hierfür ist der Parvovirus B19, der allgemein als Erreger von Ringelröteln (Erythema infectiosum) bekannt ist. Er löst zunächst nur eine normale und harmlose Erkältung aus. Die Viren haben jedoch beträchtliche Folgen für die Blutproduktion des ungeborenen Kindes. Die Bildung der roten Blutkörperchen des Ungeborenen wird über einen längeren Zeitraum eingeschränkt oder ganz verhindert und es kommt bereits im Mutterleib zu Blutarmut (Anämie). Im schlimmsten Fall führt der Parvovirus B19 zum ungewollten Abgang des Kindes.[6]

Zu beachten

Generell sollte eine Frau eine starke Erkältung in der Schwangerschaft nicht auf die leichte Schulter nehmen. Wichtig ist es, dass sie ihrem Körper die nötige Ruhe und Entspannung gewährt, um wieder gesund zu werden und um das Immunsystem zu stärken. Es ist zudem angeraten, dass die werdende Mutter bei Verschlechterung ihres Zustandes oder starkem Unwohlsein einen Arzt aufsucht.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung