Grippe: Diagnose

Grippe (Influenza) & CRP

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Das C-reaktive Protein (CRP) ist ein wichtiger klinischer Laborwert und gibt vor allem Aufschluss über ablaufende Entzündungsreaktionen im Körper. Oft wird ein erhöhter CRP-Wert im Blut mit einer bakteriellen Infektion in Verbindung gebracht, jedoch kann das C-reaktive Protein auch bei viralen Infekten (Grippe)[1], rheumatologischen und kardiovaskulären Erkrankungen erhöht sein. Im Folgenden soll auf die medizinische Faktenlage und Wirkungsweise vom CRP eingegangen werden.

Medizinische Fakten Lage

Das C-reaktive Protein gehört zu den Akut-Phase-Proteinen, die unter physiologischen Bedingungen nur in geringen Mengen im Blut vorhanden sind. Sobald eine Entzündungsreaktion im Körper stattfindet kann im Verlauf von wenigen Stunden die Konzentration von CRP um das Tausendfache zunehmen. Die Höhe des CRP-Spiegels ist dabei proportional zu den entstandenen Gewebsschäden. Dagegen lässt sich beobachten, dass der Wert sinkt, wenn mithilfe verschiedener Therapien die Entzündung eingedämmt wird.[2] Deshalb wird das CRP häufig für Nachweise und Verlaufskontrollen von immunologischen Prozessen herangezogen.

Zu den entzündlichen Ursachen, die den CRP-Spiegel heben gehören rheumatoide Arthritis, bakterielle und virale Infektionen. Jedoch können auch nicht entzündliche Prozesse die Synthese von CRP stimulieren. So lassen sich nach einem Herzinfarkt, mit dem gewisse Gewebsschäden einhergehen und auch nach chirurgischen Eingriffen stark erhöhte Werte an CRP messen.[3]

Biologische Wirkungsweise

Das angeborene Immunsystem reagiert auf Erreger schneller als das erworbene. Da das CRP zum angeborenen Immunsystem gehört, lassen sich Entzündungen über dieses Protein um einiges schneller nachweisen als zum Beispiel über Antikörper.

Zum besseren Verständnis sollen im Folgenden einige Immunreaktionen, welche als Kaskaden ablaufen, schrittweise erklärt werden. Kurz nach dem Eindringen von Fremdkörpern schütten Riesenfresszellen (Makrophagen) verschiedenste chemische Lockstoffe (Zytokine) aus, die wiederum z. B. weitere immunaktive Zellen anlocken oder andere Schritte zur Bekämpfung der Erreger einleiten. Die Zytokine Interleukin-1 und Interleukin-6 können unter anderem die Leberzellen zur Synthese und Freisetzung von CRP stimulieren. Dieses Akut-Phase-Protein kann nun Strukturen an Kapseln unterschiedlicher Bakterien erkennen und binden (z. B. Lipopolysaccharide auf Erregeroberflächen).[4] Es kommt zu einer Beladung der Oberfläche der Erreger mit Proteinen (Opsonisierung). Diese Opsonisierung erleichtert die Aufnahme (Phagozytose) sowohl von viralen als auch bakteriellen Erregern über Makrophagen, welche dann im Inneren der Zelle abgebaut werden.[5]

Zu beachten

Zu beachten ist, dass ein erhöhter CRP-Spiegel ein sehr unspezifischer Anhaltspunkt ist, weshalb in jedem Fall zusätzliche Laborwerte und Diagnoseverfahren durch den Arzt zu Rate gezogen werden sollten. Es kann bei einem erhöhten CRP-Wert nicht sofort von einer Entzündungsreaktion ausgegangen werden. Zudem sollte stets berücksichtigt werden, dass nach operativen Eingriffen und auch nach einem Herzinfarkt das CRP stark angehoben sein kann.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe