Halsschmerzen Chronisch: Ursachen

Ständig Halsschmerzen – Krebs?

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Ständig wiederkehrende Halsschmerzen können sehr viele verschiedene Ursachen haben. Meist ist eine Erkrankung der oberen Atemwege, eine vorübergehende Schwächung des Immunsystems oder ein nicht zur Gänze ausgeheilter Infekt dafür verantwortlich. Aber auch eine Krebserkrankung kann zu chronisch auftretenden Halsschmerzen führen. Aufgrund der zahlreichen Ursachen ist eine Selbstdiagnose nicht verlässlich möglich, zur Abklärung sollte ein Facharzt für Hals- Nasen- Ohren- Heilkunde konsultiert werden.

Medizinische Fakten

Halsschmerzen werden meistens durch Viren verursacht und führen zu leichteren Erkältungskrankheiten und Infekten der oberen Atemwege. Seltener sind auch Bakterien für eine Entzündung des Rachens verantwortlich, die Beschwerden wie Halsschmerzen, Abgeschlagenheit oder Fieber auslösen können.

Chronisch wiederkehrenden Halsschmerzen hingegen liegt in den meisten Fällen eine Erkrankung der oberen Atemwege, wie dem Rachen, den Tonsillen oder dem Kehlkopf zugrunde. Eine chronische Tonsillitis wird beispielsweise durch die Besiedelung des Rachenraumes mit bestimmten Bakterien, sog. Streptokokken, ausgelöst. Eine angeborene Funktionsschwäche der Schleimhaut oder besondere, individuelle anatomische Verhältnisse können ebenfalls zu ständigen Beschwerden im Halsbereich führen.[1] Auch der Lebensstil beeinflusst die Anfälligkeit für Infekte der oberen Atemwege erheblich. Regelmäßiger Nikotingenuss und gesteigerter Alkoholkonsum können die Funktionsfähigkeit der Schleimhaut erheblich beeinträchtigen[2] und zu chronischen Halsschmerzen führen.

Aber auch eine temporäre Schwächung des Immunsystems, beispielsweise nach kürzlich zurückliegender Erkrankung, bei körperlicher Überanstrengung, übermäßigem Stress oder auch ausgelöst durch eine Vielzahl von Medikamenten kann zu einer geschwächten körperlichen Abwehr führen.

Schließlich kann auch eine Krebserkrankung für ständige Halsschmerzen verantwortlich sein.

Hierbei gilt es vor allem die Begleitsymptomatik zu beachten. Für Tumore im Bereich der oberen Atemwege können Symptome wie Atemnot, Heiserkeit, schmerzlose Schwellungen der Lymphknoten oder einseitige Schluckbeschwerden hinweisend sein[3]. Allgemein häufig auftretende Beschwerden im Rahmen von Krebserkrankungen sind fehlender Appetit, Abgeschlagenheit oder ungewollter Gewichtsverlust.

Biologischer Zusammenhang

Halsschmerzen werden in den allermeisten Fällen von Viren (z.B. Rhino-, Adeno-, Corona-, oder Parainfluenzaviren) verursacht, wesentlicher seltener sind bakterielle Infektionen des Rachenraumes ursächlich. Vor allem in der kalten Jahreszeit können Erreger erleichtert in den Respirationstrakt eindringen und dort eine Entzündung des Rachens verursachen, da bei niedrigen Temperaturen die Durchblutung der Schleimhäute reduziert ist und damit die Zellen der Immunabwehr weniger aktiv sind. Setzen sich die Keime in der Schleimhaut fest, lösen sie dort eine Entzündung aus, was zu Rötung, Schwellung und Halsschmerzen führt. Meist treten solche Beschwerden im Rahmen einer Erkältung auf und haben einen selbstlimitierenden Verlauf. Treten Halsschmerzen jedoch chronisch und mit stärkerer Symptomatik auf, sollten andere Ursachen für die Beschwerden ausgeschlossen werden.

Eine Krebserkrankung der Atemwege kann ständige Halsschmerzen verursachen, da Tumorzellen ein radikal verändertes Wachstumsmuster aufweisen und durch Infiltration anderer Gewebe und übermäßiges Größenwachstum Beschwerden auslösen können. Im Rahmen einer Krebserkrankung entziehen sich die mutierten Zellen vollkommen der Kontrolle des Körpers: Sowohl Ihre ursprüngliche Form geht verloren, wie auch die Regulation von Wachstum und Ausbreitung. Die mutierten Zellen sind in der Lage, Barrieren zu durchbrechen und in andere Organe oder Strukturen einzuwachsen. Dadurch können sie Schmerzen verursachen und die Funktion von benachbarten Geweben beeinträchtigen. In den oberen Atemwegen spielt vor allem das invasive Wachstum (verursacht Schmerzen und Schluckbeschwerden) und die Verdrängung und Einengung anderer Strukturen (führt zu Schwellung, Heiserkeit und Atemnot) eine Rolle.

Auch andere Krebsarten wie beispielsweise Leukämien können zu chronischen Halsschmerzen führen, da das Immunsystem im Zuge der Erkrankung massiv beeinträchtigt wird und somit keinen ausreichenden Schutz gegen die täglich eindringenden Erreger mehr bieten kann. Bei einer Leukämie stehen vor allem eine Blutarmut (sog. Anämie) mit Blässe und ständiger Müdigkeit sowie Gewichtsverlust, Nachtschweiß und eine erhöhte Blutungsneigung im Vordergrund.

Behandlung

Eine einfache, viral bedingte Infektion bedarf keiner spezifischen Therapie. Die Beschwerden lassen in der Regel nach wenigen Tagen nach, lediglich eine symptomatische Therapie mit heißen Getränken, körperlicher Schonung und Lutschtabletten bei Bedarf kann versucht werden. Sind Bakterien ursächlich für eine Infektion, kann mit einer antibiotischen Therapie durch den Hausarzt in der Regel nach wenigen Tagen Beschwerdefreiheit erzielt werden.

Treten Beschwerden im Halsbereich allerdings immer wieder auf, sollte ein Spezialist aufgesucht werden. Ein Facharzt für Hals- Nasen- Ohren – Krankheiten kann feststellen, ob eine Erkrankung von Rachen, Tonsillen, Kehlkopf oder der Luftröhre vorliegt oder anatomische Eigenheiten ursächlich sind und diese bei Bedarf auch behandeln.

Bei einer Krebserkrankung wird der Tumor nach Größe, Ausbreitung und dem Vorkommen von Metastasen klassifiziert und nachfolgend ein spezifischer Therapieplan erstellt. Je nach Fortschritt der Erkrankung kommen eine chirurgische Entfernung, eine Strahlentherapie oder eine Chemotherapie in Frage, meist besteht die Therapie aus einer Kombination dieser drei Verfahren.

Zu beachten

Nicht jeder Infekt muss eine Krebserkrankung bedeuten!

Treten die Beschwerden jedoch immer wieder in kurzen Abständen auf, sollte ein Arzt zur Abklärung aufgesucht werden. Vor allem die Begleitsymptome können auf eine Krebserkrankung hinweisen, die rasch diagnostiziert und behandelt werden sollte.


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen