Halsschmerzen Chronisch: Ursachen

Ständige Halsschmerzen – Leukämie als Auslöser?

© PantherMedia / Natalia Lukiyanova

Ständige Halsschmerzen können vielerlei Ursachen haben, selten kann auch eine Leukämie eine solche Symptomatik verursachen. Halsschmerzen an sich sind in der Regel nicht gefährlich, treten Sie jedoch häufig und ohne erkennbaren Auslöser auf, sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.

Medizinische Fakten

Halsschmerzen treten vor allem während der Wintermonate im Rahmen von Erkältungskrankheiten und banalen Infekten gehäuft auf und werden meist von Viren ausgelöst. Gelegentlich können auch Bakterien Halsschmerzen hervorrufen, wodurch eine antibiotische Therapie notwendig werden kann. Allerdings kann auch eine Leukämie, die Krebserkrankung des blutbildenden Knochenmarks solche Symptome hervorrufen. Durch die Schwächung des Immunsystems stehen hierbei allerdings eine Blutarmut (sog. Anämie) mit Blässe, chronischer Müdigkeit und Schwäche sowie Blutungsneigung, Fieber, Nachtschweiß und Gewichtsverlust im Vordergrund. Auch häufiges Nasenbluten und Schleimhautblutungen können ein Hinweis für eine Leukämie sein.[1] Es gibt verschiedene Formen der Leukämie, wobei vor allem zwischen akuten und chronischen Formen sowie der betroffenen Zellreihe unterschieden wird. Während akute Formen sich drastisch mit akutem, heftigen Beginn darstellen und unbehandelt in wenigen Wochen zum Tod führen können, verlaufen chronische Leukämien meist milder und beginnen schleichend.[2] Die häufigste Form im Erwachsenenalter ist die akute myeloische Leukämie (AML), bei der neben den roten Blutkörperchen (sog. Erythrozyten) auch Abwehrzellen des Immunsystems und die Blutplättchen (sog. Thrombozyten) betroffen sein können. Die AML wird je nach betroffener Zellart in 7 Typen eingeteilt.

Im Kindesalter dominiert hingegen die akute lymphoblastische Leukämie (ALL), bei der wichtige Zellen des spezifischen Abwehrsystems, die Lymphozyten, betroffen sind. Allen Formen der Leukämie ist aber gemein, dass sie aus einer Entartung blutbildender Zellen im Knochenmark resultieren. Die Therapierbarkeit und Prognose unterscheidet sich stark zwischen den verschiedenen Formen, wobei akute Leukämien aufgrund ihres drastischen Verlaufes ausnahmslos therapiebedürftig sind.

Biologischer Zusammenhang

Halsschmerzen werden in den meisten Fällen von Adeno-, Myxo- oder (Para)Influenzaviren verursacht.[3] Durch das Eindringen der Viren in die Zellen der Rachenschleimhaut werden Entzündungsmediatoren freigesetzt, die zu einer Schwellung und Rötung der Schleimhaut führen und Schmerzen bereiten. In der Regel verlaufen solche Infektionen komplikationslos und die Symptome sind nach einigen Tagen verschwunden. Treten Infektionen im Rachenbereich aber ständig auf, kann dies auf eine Immunschwäche, beispielsweise im Rahmen einer Leukämie, hindeuten.

Bei Leukämien werden die normalen blutbildenden Zellen, die sich im Knochenmark der großen Knochen befinden, von entarteten Zellen verdrängt, sodass anstatt regelrechter Blutzellen unreife Formen produziert und ins Blut ausgeschwemmt werden. Außerdem kann die regelrechte Blutbildung nicht mehr ausreichend stattfinden. Dadurch fehlen dem Körper funktionstüchtige Zellen und es entstehen die für die Leukämie typischen Symptome: durch den Abfall der roten Blutzellen ist der Sauerstofftransport beeinträchtigt, was an blasser Haut, verringerter Leistungsfähigkeit und Abgeschlagenheit festgestellt werden kann. Können die weißen Blutzellen (sog. Leukozyten) nicht mehr ausreichend produziert werden, kann der Körper die vielen Erreger, die täglich in den Körper gelangen, nicht mehr adäquat abwehren – eine erhöhte Infektanfälligkeit ist die Folge. Ist schließlich die Produktion der Blutplättchen eingeschränkt, resultieren häufige Blutungen wie Nasenbluten, kleine punktförmige Hautblutungen und eine eingeschränkte Fähigkeit zur Blutgerinnung, z.B. nach Verletzungen.

Behandlung

Ein banaler Infekt der oberen Atemwege wird meist durch Viren verursacht und bedarf keiner spezifischen Therapie. Schonung, warme Getränke und Lutschtabletten sowie schmerzstillende Medikamente können symptomatisch eingesetzt werden.[4]

Bei akuten Leukämien hingegen muss rasch therapiert werden, um die Blutbildung wieder zu stabilisieren. Es wird eine Zerstörung der entarteten Zellen im Knochenmark mittels Chemotherapie versucht. Gelingt es alle Krebszellen zu eliminieren, kann im Anschluss mit einer Stammzelltransplantation versucht werden wieder eine gesunde Knochenmarkfunktion herzustellen.

Im Gegensatz dazu werden Chronische Leukämieformen aufgrund ihres milderen Verlaufes in der Regel erst möglichst spät behandelt, und zwar wenn die klinische Symptomatik eine Therapie erforderlich macht.

Zu beachten

Während ein gewöhnlicher Infekt der oberen Atemwege normalerweise komplikationslos verläuft und die Halsschmerzen nach einigen Tagen von selbst verschwinden, sollte bei wiederholtem Auftreten ein Arzt konsultiert werden.

Vor allem die Kombination der oben genannten Symptome kann auf eine Leukämie hindeuten und muss dringend abgeklärt werden, da akute Leukämien unbehandelt zum Tode führen können.


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen