Halsschmerzen Mit Husten: Begleiterscheinungen

Heuschnupfen, Halsschmerzen + Husten

© PantherMedia / Oleksandr Ryzhkov

Halsschmerzen und Husten können sowohl im Rahmen eines grippalen Infekts als auch als Begleiterscheinung bei Heuschnupfen (Rhinitis allergica) auftreten.

Im Folgenden werden die beiden Erkrankungen anhand charakteristischer Symptome voneinander abgegrenzt, die biologischen Zusammenhänge erläutert sowie mögliche Risiken und Komplikationen der allergischen Rhinitis dargelegt.

Medizinische Fakten

Grippale Infekte werden zu 90% durch Viren (v.a. Rhinoviren) ausgelöst. Sie verbreiten sich mittels Tröpfcheninfektion und sind bei engem Kontakt zu einem Erkrankten hoch ansteckend. Zwar ist das Infektionsrisiko abhängig vom Immunstatus, grundsätzlich kann sich aber jeder Mensch eine Erkältung zuziehen. Diese dauert in der Regel 7-9 Tage und heilt spontan und folgenlos aus. Durchschnittlich ist jeder Erwachsene in Deutschland etwa 2-4 mal im Jahr betroffen. Symptome sind Schnupfen, Husten, mäßiges Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und evtl. verfärbter Auswurf. [1]

Die allergische Rhinitis ist eine Immunerkrankung und findet ohne virale oder bakterielle Beteiligung statt. Die Ursachen sind – nach aktuellem Stand der Wissenschaft – zu etwa 70% eine genetische Veranlagung und zu 30% Umwelteinflüsse. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch spielt dabei keine Rolle. Das körpereigene Abwehrsystem reagiert hypersensibel auf einen bestimmten Auslöser (Allergen). Bei Kontakt kommt es zu einem Anschwellen der Nasenschleimhaut, Absonderung von klarem, wässrigem Sekret, tränenden, geröteten Augen sowie allgemeiner Abgeschlagenheit. Als besonders quälend wird häufig der ausgeprägte Juckreiz an Nase und Augen empfunden. Je nach Auslöser kann die allergische Rhinitis saisonal (z.B. bei Pollenflug) oder ganzjährig (z.B. bei Reaktion auf Tierhaare) auftreten. [2]

Biologische Zusammenhänge

Dringt bei einer Erkältung ein Keim in die oberen Atemwege ein, kann er eine Entzündungsreaktion und damit ein Anschwellen der Schleimhäute hervorrufen. Um sich zu schützen, beginnen diese, vermehrt Sekret zu produzieren, das jedoch gleichzeitig das Atmen erschwert. Husten und Niesen sind Reflexe, die dafür sorgen, dass der überschüssige Schleim stoßweise abtransportiert und somit das Atmen wieder erleichtert wird. [3] Werden die Erreger vom menschlichen Immunsystem zerstört, kommt es zur Freisetzung von Abbauprodukten, die zu einem Anstieg der Körpertemperatur führen können (Pyrogene). Der Betroffene bekommt Fieber. [4]

Beim Heuschnupfen findet dagegen eine Reaktion auf fremdartige Eiweiße statt. Beim Erstkontakt werden die Proteine (Antigene) zunächst von immunkompetenten Zellen (Makrophagen, B-Lymphozyten, dendritische Zellen) in Fragmente aufgespalten. Zu diesen Fragmenten werden passende Gegenstücke (Antikörper) gebildet, die wiederum an die Oberfläche anderer Abwehrzellen (Mastzellen, basophile Granulozyten) geheftet werden. Findet ein wiederholter Kontakt mit dem Antigen statt, wird dieses unmittelbar als fremd erkannt. Es kommt innerhalb von Sekunden zur Ausschüttung von Histamin und anderen Botenstoffen (Zytokinen) und damit zu den beschriebenen allergischen Symptomen. [2]

Mögliche Risiken der allergischen Rhinitis

Im Laufe der Zeit kann sich sowohl das Allergenspektrum als auch die Lokalisation im Atemtrakt ausweiten. Ein zunächst saisonales Phänomen entwickelt sich oft zu einer ganzjährigen Erkrankung, da immer mehr Proteine eine allergische Reaktion hervorrufen können. Häufig entwickeln z.B. Pollenallergiker mit den Jahren auch Nahrungsmittelallergien (Kreuzallergien).

Besonders gefürchtet ist der sogenannte Etagenwechsel. Dabei entwickelt sich aus einer allergischen Rhinitis, die vor allem im Nasenraum stattfindet, nach und nach ein Asthma bronchiale – die allergische Reaktion wird in die tiefen Atemwege (Bronchien) verlagert. Daher ist es unbedingt nötig, einen bestehenden Heuschnupfen behandeln und den Verlauf ärztlich kontrollieren zu lassen. [2]


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen