Halsschmerzen Mit Husten: Begleiterscheinungen

Reizhusten und Halsschmerzen

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Klassischerweise gehen Erkältungen und Rachenentzündungen unter anderem mit Halsschmerzen und einem gesteigerten Hustenreiz einher.[1] Zumal sowohl ein ‚Schnupfen’ als auch eine ‚Halsentzündung‘ in den meisten Fällen auf virale Infektionen zurückgehen, die von selbst ausheilen, können eventuelle Behandlungsmaßnahmen lediglich darauf abzielen, die Symptome zu lindern. Im Folgenden sollen nicht nur die medizinischen Hintergründe dieser Krankheitsbilder erläutert werden, sondern auch jene Mechanismen, die diese typischen Beschwerden verursachen.

Medizinische Fakten

Eine klassische Erkältung (Grippaler Infekt) wird in den meisten Fällen durch das Rhinovirus verursacht. Die Ansteckung passiert durch Tröpfcheninfektion. Von der Infektion bis zum Auftreten der Krankheitszeichen (Inkubationszeit) vergehen etwa zwei bis fünf Tage. Bis die typischen Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen, erschwerte Nasenatmung, vermehrter nasaler Sekretfluss und Husten wieder verschwunden sind, vergeht circa eine Woche.[2] Husten, der durch eine virale Infektion verursacht wird, ist meist trocken, es kommt im Unterschied zum typischerweise bakteriell bedingten ‚produktiven’ Husten also nicht zum Auswurf von Schleim oder Blut.

Auch eine Entzündung des Rachens (Pharyngitis) geht in 90% der Fälle auf eine virale Infektion zurück.[3] Ist die Ursache bakteriell, können meist Streptokokken nachgewiesen werden. Zu den Diagnosekriterien zählen neben Fieber über 38° und entzündeten Rachenmandeln (Tonsillitis) auch schmerzhaft geschwollene Halslymphknoten. Ist der Kehlkopf mit betroffen (Laryngitis), kommt es zu Stimmstörungen (Dysphonie) bis hin zum Versagen der Stimme (Aphonie).[4] Wie im Falle eines grippalen Infekts heilen die Beschwerden im Normalfall binnen weniger Tage von selbst aus.

Biologischer Zusammenhang

Halsschmerzen als eines der Leitsymptome bei Erkältung sowie bei Rachen- und Kehlkopfentzündung gehen darauf zurück, dass das Immunsystem des Körpers gegen jene Zellen der Atemschleimhaut vorgeht, die von Viren befallen wurden. Bei dieser Immunreaktion werden Botenstoffe frei, welche die Schmerzrezeptoren des Rachenraumes aktivieren.[5] Beim Husten handelt es sich um einen Reflex, der über spezielle Hustenrezeptoren gesteuert wird. Diese befinden sich in der Speiseröhre, in den Nasennebenhöhlen sowie im Mittelohr und reagieren auf Berührung und Dehnung, aber auch auf chemische Noxen wie zum Beispiel Zigarettenrauch. Ihr Signal wird an das Hustenzentrum im Gehirn weitergeleitet.[6] Der biologische Sinn des Hustens besteht in der Reinigung der Schleimhäute des Atemtraktes, wenn diese durch eine Infektion nicht selbst dazu in der Lage sind. Der plötzliche, kräftige Atemstoß durch die Stimmritze soll beispielsweise Schleim aber auch Fremdkörper aus dem Nasenrachenraum und der Lunge entfernen. Bei trockenem Husten reagieren die Rezeptoren übermäßig sensibel auf Irritationen, was zu wiederholten Hustenattacken in kurzen zeitlichen Abständen führt und das Symptom des Reizhustens bedingt.

Zu beachten

Sollte ein vormals trockener Husten plötzlich gelblich-grünlichen Schleim oder Blut produzieren sowie mit Fieber einhergehen, kann dies auf eine zusätzliche bakterielle Infektion (Superinfektion) oder ein anderes Krankheitsgeschehen hindeuten. In diesen Fällen ist mit einem komplizierteren Verlauf wie beispielsweise einer akuten Bronchitis oder einer Lungenentzündung zu rechnen und der therapeutische Ansatz hat über eine rein symptomatische Behandlung hinauszugehen. Aus diesem Grund sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden, um die Ursache der neu aufgetreten Symptomatik abzuklären.


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen