Halsschmerzen Mit Husten: Begleiterscheinungen

Halsschmerzen, Ohrenschmerzen + Husten

© PantherMedia / Attila Barabas

In der kalten Jahreszeit sehen sich Hausärzte vermehrt mit Fällen von Erkältung und Grippe konfrontiert. Zumal es sich hierbei fast ausschließlich um virale Infektionen handelt, verschwinden die Krankheitszeichen normalerweise von selbst. Sämtliche Behandlungsmaßnahmen richten sich daher lediglich gegen die typischen Symptome wie Hals- und Ohrenschmerzen sowie Husten. Im Folgenden soll erklärt werden, auf welche krankheitsspezifischen Mechanismen diese Beschwerden zurückgehen bzw. welchen biologischen Sinn sie erfüllen.

Medizinische Fakten

Eine Erkältung (Rhinitis), die mitunter auch als grippaler Infekt bezeichnet wird, geht häufig auf eine Infektion mit dem so genannten Rhinovirus zurück. Im Unterschied zur echten saisonalen Grippe (Saisonale Influenza), die durch das Influenzavirus verursacht wird, tritt hierbei nur selten Fieber auf. Beide Erkrankungen werden durch Tröpfcheninfektion über die Luft übertragen, weswegen das Ansteckungsrisiko beispielsweise in öffentlichen Verkehrsmitteln, sowie in Schulen und Kindergärten oder am Arbeitsplatz erhöht ist. Im Gegensatz zur Erkältung gibt es gegen Grippe einen Impfstoff, der jährlich aktualisiert wird. Besonders ältere sowie chronisch kranke Personen können dadurch ihr Ansteckungsrisiko vermindern oder einen komplizierten Verlauf im Falle einer Infektion abwenden.

Sowohl bei Grippe als auch bei Erkältung treten Halsschmerzen und Husten von Beginn an auf. Ohrenschmerzen gesellen sich häufig erst später dazu.[1] Bei beiden Krankheiten zeigt sich der Husten zu Beginn in der Regel trocken. Nach ein bis drei Tagen kommt es zum Abgang von klarem Schleim. Besonders bei Kindern steigt die virale Infektion häufig in die Paukenhöhle des Mittelohres auf und verursacht auch dort eine schmerzhafte Entzündung (Otitis media). Kommt es im Verlauf zusätzlich zu einem Befall mit Bakterien, bildet sich Eiter im Mittelohr. Daraus resultiert ein pochender Druckschmerz, der sofort nachlässt, wenn das Trommelfell an einer winzigen Stelle einreißt (Perforation) und sich der Eiter nach außen entleeren kann.

Biologischer Zusammenhang

Bei der Ansteckung mit einer Erkältung oder Grippe dringen die Viren direkt in die Schleimhäute des Atemtraktes ein. Das menschliche Immunsystem erkennt jedoch die infizierten Zellen und geht gezielt gegen diese vor, was als „Entzündung“ bezeichnet wird. Im Zuge dieser Abwehrreaktion kommt es zur Freisetzung verschiedener Botenstoffe, wie zum Beispiel den so genannten Prostaglandinen,[2] welche die Schmerzrezeptoren im Nasenrachenraum direkt zu aktivieren vermögen und dadurch Halsschmerzen hervorrufen. Der Nasen-Rachenraum ist über die mit Schleimhaut ausgekleidete Ohrtrompete (Tuba auditiva eustachii) direkt mit der Paukenhöhle verbunden. Auf diesem Weg können die Viren ins Mittelohr aufsteigen und dort ebenfalls eine Entzündung verursachen, die durch den selben biochemischen Mechanismus, wie im Hals zu Ohrenschmerzen führt.[3]

Auch das Symptom des Hustens geht auf die anti-virale Immunreaktion zurück, denn auch die so genannten Hustenrezeptoren, die sich sowohl im Atemtrakt, aber auch in der Speiseröhre und im oberen Magen befinden[4], werden durch die Botenstoffe des Immunsystems sensibilisiert, was die Reizschwelle zur Auslösung des Hustenreflexes erniedrigt. Der biologische Sinn besteht hier in der Aufrechterhaltung der Selbstreinigung der Schleimhäute, zumal die Flimmerhärchen, die diese Funktion im Normalfall erfüllen, dazu aufgrund der Entzündung nicht mehr in der Lage sind. Durch den kräftigen Atemstoß beim Husten sollen nicht nur Stäube und Fremdkörper entfernt werden, sondern auch übermäßig produzierter Schleim.

Zu beachten

In manchen Fällen kann es im Rahmen von viralen Infektionen zu einem zusätzlichen Befall mit Bakterien kommen. In solchen Situationen spricht man von Superinfektionen, die sich meist durch komplizierte Verläufe auszeichnen und ein höheres Risiko für Komplikationen bergen. Bei einer plötzlichen Verschlechterung der Symptomatik sowie beim Auftreten von blutigem Auswurf bei Husten oder von Schüttelfrost und Nackensteife bei Ohrenschmerzen sollte also umgehend ein Arzt konsultiert werden.


Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen